Dresden, eine der interessantesten Kulturstädte Deutschlands. Das ist die eine Seite der Metropole, auf der anderen trifft man in Elbflorenz auf die wohl hässlichste Fanszene der Republik. Man kann fast die Uhr danach stellen, wann es irgendwo in Sachsen wieder rappelt. Und das nicht nur bei den Partien der Gelb-Schwarzen, wie die letzten Tage gezeigt haben. Denn da gingen 15 bis 20 Hooligans am Bahnhof Dresden-Neustadt nach einem Hallenturnier auf Polizisten los, bepackt mit abgeschlagenen Bierflaschen und Schottersteinen.

RevierSport Kommentar: Jetzt werden Sachsens Brisanz-Spiele von oben verfolgt

Ausschreitungen live auf Monitor

Christian Brausch
17. Januar 2008, 17:25 Uhr

Dresden, eine der interessantesten Kulturstädte Deutschlands. Das ist die eine Seite der Metropole, auf der anderen trifft man in Elbflorenz auf die wohl hässlichste Fanszene der Republik. Man kann fast die Uhr danach stellen, wann es irgendwo in Sachsen wieder rappelt. Und das nicht nur bei den Partien der Gelb-Schwarzen, wie die letzten Tage gezeigt haben. Denn da gingen 15 bis 20 Hooligans am Bahnhof Dresden-Neustadt nach einem Hallenturnier auf Polizisten los, bepackt mit abgeschlagenen Bierflaschen und Schottersteinen.

Eskaliert war die Geschichte, nachdem ein Fan einen Bierkasten vor einen fahrenden Zug warf und ein anderer vom Bahnsteig auf die darunter verlaufende Hauptstraße urinierte.

Im Einsatz der Beamten: Fährtenhunde und ein Helikopter. Den werden die vermutlich nie belehrbaren Krawallbrüder in den kommenden Monaten öfter zu Gesicht bekommen. Denn das altehrwürdige Rudolf Harbig-Stadion hat einfach nicht die Ausstattung, um immer wieder pöbelnde Besucher schnell identifizieren zu können. Um die ausflippende Meute unter Kontrolle zu bekommen, zumindest im Stadion, wird in Zukunft eine unbemannte Drohne über der Kulisse kreisen, um Ausschreitungen live auf die Polizei-Monitore zu bekommen und Straftäter schnell identifizieren zu können.

Ein teurer Spaß, denn diese Maßnahmen schlagen mit lockeren 65.000 Euro zu Buche und werden vom Boden aus gesteuert. Und da nicht nur die Dynamos in regelmäßigen Abständen auffallen, wird der Minihubschrauber gleich bei mehreren Brisanz-Partien in Sachsen zum Tragen kommen. Und leider darf man sagen: Davon gibt es etliche, daher ist eine zweite Summe vermutlich noch besser eingesetzt. Denn 300.000 Euro werden vom Land für die Verbesserung der Fanbetreuung eingesetzt. Und sollte diese nicht fruchten, werden sich die betreffenden Hooligans ganz schnell großer Bekanntheit sicher sein. Denn Landespolizeipräsident Bernd Merbitz kündigte an, zur Not werde man unbekannte Gewalttäter auf Litfasssäulen publik machen, um eine zusätzliche Abschreckung zu erzielen.

Löblich, dass man mit allen Mitteln versucht, der Lage Herr zu werden. Aber speziell die Litfass-Säulen-Idee kann sicher nach hinten losgehen, schließlich brüsten sich zahlreiche Hooligans auch noch mit Taten, die man begangen hat. Ziel dieser Jungs ist es nur, über die Bühne Fußball Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Hoffnung bleibt, dass das fliegende Überwachungsauge ein kleiner Schritt bei der Auslese des Mobs in Sachsen ist.

Autor: Christian Brausch

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