Coach Heiko Bonan redet immer gerne davon, ein Team von Spezialisten zu haben. Im Trainingslager wird er widerlegt. Michael und Stefan

RWE: Kein Geschenk von Bonan für Michael Lorenz

Bobfahren für den Aufstieg

og
15. Januar 2008, 09:28 Uhr

Coach Heiko Bonan redet immer gerne davon, ein Team von Spezialisten zu haben. Im Trainingslager wird er widerlegt. Michael und Stefan "Atze" Lorenz liegen bekanntlich auf einem Zimmer, eine Bude, die sich auch beim Restkader großer Beliebtheit erfreut. Kein Wunder, beide vergnügen sich am Abend immer mit einer Playstation mit dazugehörigem Beamer. Als Leinwand haben sie Bettlaken aufgehängt: Etliche Sportarten werden simuliert.

So auch das Bobfahren - Bob Deutschland eins: "Atze" - Bob Deutschland zwei: Michael - Bob Schweiz: Daniel Sereinig - Bob Polen: David Czyszczon. Fazit: "Atze" gewann, und das während der Reha nach einem Kreuzbandriss. Hinterher kreierte man noch einen europäischen Viererbob, auf Stühlen saß man hintereinander. Das Kind im Mann!

Warum auch nicht? Stimmung ist immer gut, vor allen Dingen feierte Michael seinen 29. Geburtstag. "Stefan besorgte eine Torte", grinste sein Bruder, "ein Geschenk gab es sonst nicht, aber die Jungs haben dann zweimal für mich gesungen." Ein diesbezügliches Talent hat der gebürtige Berliner aber nicht unter den Kollegen entdeckt: "Ehrlich gesagt, wenn wir so spielen, wie sie gesungen haben, sehe ich schwarz für den Aufstieg."

Auch von "Bone" gab es kein Präsent für den Mittelfeldakteur. Michael: "Es gab keine Trainingserleichterung. Ich dachte, wenn man älter ist, erhält man ein Wunschtraining." Bonan war unerbittlich. Michael: "Das kam aber nicht, wir mussten dreimal ran."

Sein grinsendes Fazit: "Ich bin es gewohnt, meinen Geburtstag immer im Trainingslager zu feiern. Natürlich wünscht man sich eigentlich die Familie dabei, aber RWE ist ja so was wie eine Ersatzfamilie für uns." Und ergänzend: "Aber es war nur der 29., das ist also nicht so schlimm, den 30. feiere ich hoffentlich groß zuhause." Und feixend dazu: "Die Spielzeit fängt spät an, ich hoffte, wir würden später weg fahren. Aber wir mussten ja unbedingt die nächste Runde im DFB-Pokal erreichen." Gegen den HSV am 30. Januar, die Hafenstraße ist bereits ausverkauft. Michael hebt den Zeigefinger: "Dann sehe ich dieses Match einfach als Geburtstagsgeschenk." HSV-Coach Huub Stevens wird ihm kaum ein Liedchen "knurren".

Autor: og

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