Sie trennen zwölf Jahre und 15 Zentimeter. Routinier Christoph Dabrowski und Youngster Ilkay Gündogan bilden während des Trainingslagers die wohl unterschiedlichste Zimmerbesetzung des gesamten VfL-Trosses. Auf der einen Seite der erfahrene Erstligaprofi mit mehreren Hundert Einsätzen auf dem Buckel. Der andere ein Nobody, der es am vergangenen Mittwoch beim Test gegen RW Essen gerade auf 30 Minuten im Profi-Team brachte.

Bochum: Dabro nimmt Youngster Gündogan an die Hand

Ein ungleiches Paar

gp
15. Januar 2008, 09:26 Uhr

Sie trennen zwölf Jahre und 15 Zentimeter. Routinier Christoph Dabrowski und Youngster Ilkay Gündogan bilden während des Trainingslagers die wohl unterschiedlichste Zimmerbesetzung des gesamten VfL-Trosses. Auf der einen Seite der erfahrene Erstligaprofi mit mehreren Hundert Einsätzen auf dem Buckel. Der andere ein Nobody, der es am vergangenen Mittwoch beim Test gegen RW Essen gerade auf 30 Minuten im Profi-Team brachte.

Marcel Koller hat diese Zimmerbesetzung bewusst gewählt, denn von dem ausgeglichenen Stammspieler kann der Youngster in jeder Minute nur profitieren. Ein ungleiches Paar, über das selbst Christoph Dabrowski nur schmunzeln kann: "Das erinnert mich daran, als ich mit 17 Jahren nach Bremen kam und bei meinen ersten Trainingseinheiten bei den Profis mich plötzlich gegen Eilts, Herzog und Bode beweisen musste."

Die Zeiten haben sich geändert, jetzt blickt Dabrowski auf den "Neuen" und stellt anerkennend fest: "Ein pflegeleichter Typ, ein talentierter Junge, ein guter Fußballer." Und tatsächlich gilt Gündogan als ruhiger, unkomplizierter Typ, der sein erstes Trainingslager mit den Profis so richtig genießt. Möglich wurde das übrigens auch, weil die Schule - er will auf jeden Fall sein Abitur machen - mitspielte und ihm Sonderurlaub gewährte. Da passte es gut, dass in seiner Klasse gerade eine Projektwoche unter dem Thema "Marketing/powerpoint-Präsentation" läuft. Dieses Thema lässt sich leicht innerhalb des Klubs aufarbeiten. Da gibt es sicherlich von der Marketingabteilung gerne "Nachhilfeunterricht".

Marcel Koller ist vom Talent sehr angetan. Und orakelte gestern Mittag: "Es ist durchaus möglich, dass er hier noch zum Einsatz kommt." Allerdings will der Coach zunächst abwarten, wie der Offensive die noch ungewohnten Belastungen verkraftet. Marcel Koller denkt schon weiter: "Ich habe mir schon überlegt, wo ich ihn hinstellen kann." Doch der Trainer ist erfahren genug, um darauf zu achten, dass Ilkay Gündogan bei seinem "Schnupperkurs" nicht überdreht: "Ich erwarte von ihm keine Überdinge. Aber er darf ruhig zeigen, was er kann."

Und für die Tipps abseits des Rasens steht Christoph Dabrowski jederzeit zur Verfügung. Der ist momentan noch ein wenig verschnupft. Drei Tage lang lag er gleich nach Trainingsstart mit einer fiebrigen Erkältung flach. Die Reste der Erkrankung spürt er noch zur Stunde: "Ich muss noch ein paar Tage lang richtig auf die Zähne beißen, die Nase läuft noch und ich habe schwere Beine. Richtig fit bin ich noch nicht."

Das soll sich allerdings bis zum Start der Bundesliga ändern: "Warum sollen wir gegen meinen Ex-Klub Bremen nicht endlich mal die schwarze VfL-Serie knacken? Zu Hause haben wir doch am ersten Spieltag gezeigt, dass es auch gegen Werder geht." Allerdings weiß Christoph Dabrowski, dass dazu gegenüber den letzten Auswärts-Partien eine deutliche Steigerung erforderlich ist: "Manchmal bist du als Fußballer völlig ratlos. Da sprichst du tagelang über das, was du beim nächsten Spiel auswärts zeigen musst. Und dann stehst du auf dem Platz und plötzlich geht gar nichts." Deshalb hat der "Lange" für die Rückrunde nur einen Wunsch: "So dürfen wir uns auswärts nicht mehr präsentieren."

Autor: gp

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