Marcel Koller macht keinen Hehl daraus, dass der Aufenthalt im Real Club de Golf in Campoamor sein Wunschtrainingslager ist. Schon vor zwei Jahren nämlich fand der Schweizer hier für sein Team optimale Bedingungen und wäre wohl auch im letzten Winter dorthin gereist, wenn das nur 45 Minuten vom Flughafen Alicante entfernte Quartier nicht schon ausgebucht gewesen wäre.

VfL-Trainingslager in Campoamor erweist sich als wie erwartet ideal

Blauer Himmel, beste Laune

Aus Campoamor berichtet Günther Pohl
14. Januar 2008, 10:26 Uhr

Marcel Koller macht keinen Hehl daraus, dass der Aufenthalt im Real Club de Golf in Campoamor sein Wunschtrainingslager ist. Schon vor zwei Jahren nämlich fand der Schweizer hier für sein Team optimale Bedingungen und wäre wohl auch im letzten Winter dorthin gereist, wenn das nur 45 Minuten vom Flughafen Alicante entfernte Quartier nicht schon ausgebucht gewesen wäre.

Es ist unweit der Küste hier alles noch ein wenig komfortabler geworden. Wie damals, logiert der VfL in einem seperaten Hoteltrakt, hat es nur 100 Meter bis zu zwei gut gepflegten Rasenplätzen, wovon einer mittlerweile über eine Flutlichtanlage verfügt. Das Hallenbad steht für Aquajogging zur Verfügung, auch das Angebot für die wenige Freizeit ist mit Tischtennisraum und Kicker noch abwechslungsreicher gestaltet. Und vielleicht weckt die Felswand, die die eine Seite des Trainingsplatzes abschließt, beim Eidgenossen so etwas wie heimische Gefühle. Marcel Koller: "Hier ist wirklich alles wie erhofft."[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/005/304-5387_preview.jpeg "Alles wie erhofft": VfL-Trainer Marcel Koller. (Foto: firo)[/imgbox]

Was alles perfekt macht, weiß Vorstand Stefan Kuntz: "Am Morgen schon Sonne und blauer Himmel, da haben gleich alle bessere Laune." Der Europameister war schon einen Tag vorher angereist und hatte dafür gesorgt, dass alles optimal für das Eintreffen der VfL-Delegation vorbereitet war. Was liegt da näher, als Martin Meichelbeck, der mittlerweile seit dem Jahr 2000 das VfL-Trikot trägt und damit der dienstälteste aktive VfL-Spieler ist, zu fragen, wie gut die Bedingungen vor Ort sind. Meichelbeck: "Das ist hier schon sehr gut. Wohl das beste Wintertrainingslager überhaupt."

Die Bedingungen stimmen, jetzt liegt es daran, dass Marcel Koller mit den 25 anwesenden Spielern in den Trainingseinheiten um 10.30 Uhr und 16.30 Uhr die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rückrunde schafft. Dazu zählt auch das Testspiel am kommenden Montag um 16 Uhr in La Manga gegen den Zweitligisten TSG Hoffenheim. Nachdem beim ersten heimischen Test gegen RW Essen (2:1) Philipp Heerwagen zwischen den Pfosten stand, wird morgen Rene Renno das Tor hüten. Für drei Spieler kommt der Hoffenheim-Kick wohl zu früh. Thomas Zdebel, der schon in der Heimat von einem grippalen Infekt befallen war, musste mit einer Stirnhöhlen-Erkrankung alle sportlichen Aktivitäten streichen. Für Matias Concha, dessen Aduktorenverletzung sich hartnäckig hält, blieb bisher nur die Laufarbeit. Und auch Marc Pfertzel, der am Donnerstag daheim umknickte und mit einer Schwellung am rechten Sprunggelenk herumläuft, dreht zwar fleißig seine Trainingsrunden, doch beschwerdefrei ist er noch nicht.

Marcel Koller übrigens strapaziert derzeit seine Stimmbänder. Bei den taktischen Übungen ist die Stimme des Trainers unüberhörbar, scheinen seine Augen überall zu sein. Immer wieder unterbricht der Coach, korrigiert und bietet Lösungen an. Fast unbemerkt von den anwesenden Journalisten arbeitet der Schweizer auch abseits des Platzes. So ist zum Beispiel eine eigens gefertigte DVD vom Test gegen RW Essen im Gepäck, zeigt er dem einen oder anderen sein individuelles Fehlverhalten auf, getreu dem Motto: Bilder sind oft nachhaltiger als Worte. Und natürlich beschäftigt er sich auch mit dem Einbau des Neuen Mimoun Azaouagh, der dem Coach aufgrund seiner Vielseitigkeit mehrere Möglichkeiten offeriert. Koller: "Natürlich habe ich meine konkreten Vorstellungen, die nächsten Tage werden mir zeigen, was von meinen Ideen auch umzusetzen ist."

Immerhin scheint es so, dass der Trainer in der Rückrunde je nach Gegner zwischen Doppel-Sechs oder Raute variieren kann.

Autor: Aus Campoamor berichtet Günther Pohl

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