Dortmund: Der vorgezogene Spieltag in der Kreisliga A

RW Barop zeigt der Konkurrenz weiter eine lange Nase

Felix Guth
08. Oktober 2006, 21:34 Uhr

Im gesamten Ruhrgebiet ruhte am Wochenende der Liga-Betrieb. Im gesamten Ruhrgebiet? Nein, denn die Dortmunder Kreisligen wickelten am ersten Feriensonntag den 18. Spieltag ab. Damit standen genau jene Paarungen an, die es bereits am 27. August gegeben hatte. In den drei A-Kreisliga-Staffeln setzt sich auch nach neun gespielten Partien der spannende Titelkampf fort. Alle drei Tabellenführer hielten sich schadlos. In das Rennen der Verfolger kam dafür Bewegung.

In der Staffel 1 bleibt der SC Dorstfeld 09 das Maß aller Dinge. Durch den kaum gefährdeten 3:0-Erfolg gegen die zweite Mannschaft des ATC Brambauer behauptete die Mannschaft von Trainer Uwe Kallenbach ihren Zwei-Punkte-Vorsprung an der Spitze. Neuer Tabellenzweiter ist nun Urania Lütgendortmund, beim 3:2 in Westerfilde mehr oder weniger souverän siegreich.

Fortuna Dorstfeld hat in der Reserve von Mengede 08/20 seinen „Angstgegner“ dieser Saison hingegen schon gefunden. Nach der Niederlage im Hinspiel reichte es auch im Mengeder Volksgarten nur zu einem 1:1. Auch der TuS Rahm musste nach einem 1:1 bei Karlsglück Dorstfeld mit ansehen, wie sich der Rückstand auf die Spitze weiter vergrößerte. Ein Befreiungsschlag gelang Nordstadt-Club Türkspor Dortmund: Nach drei Pleiten in Serie bejubelten die Kicker vom Roland-Platz beim 4:1 in Kirchlinde mal wieder einen Sieg.

Am engsten geht es derzeit in der Staffel 2 zu. Spitzenreiter RW Barop musste bei Schlusslicht Wambeler SV `ran. Doch statt der erhofften leichten Aufgabe wurde es ein echtes Nervenspiel für die Rot-Weißen. Erst in der letzten Spielminute machte Kürsat Kurt den 2:1-Erfolg perfekt. „Die Mannschaft ist eben noch nicht reif genug, um so ein Spiel locker zu gewinnen“, sagte Trainer Peter Schemann. Dennoch spricht er schon nach drei Monaten in Barop mit großem Stolz von seiner Truppe. „Uns hat keiner auf der Rechnung
und genau darin liegt unsere Chance“, sagt er und lobt die guten Fortschritte seiner jungen Mannschaft. Allerdings warnt er auch vor zu viel Euphorie: „Zwei Niederlagen und man ist ganz schnell da oben weg.“

Denn die Konkurrenz ist durchaus gewappnet, wie auch der vorgezogene Rückrunden-Spieltag zeigte. Der VfR Sölde lieferte sich wie schon vor sechs Wochen ein packendes Duell mit dem SV Körne 83. „Da war Feuer drin“, berichtete Trainer Michael Parke (Foto). Nach der Körner Halbzeit-Führung drehte der VfR die Partie im zweiten Abschnitt durch Treffer von Frank Schwollow, Evgeni Kuznetsov und Marcello Catis und baute seine famose Serie auf 32 unbesiegte Spiele in Folge aus. „Das zu verteidigen, ist natürlich jede Woche ein neuer Motivationsschub“, sagte Parke, der angesichts der guten Nachwuchsarbeit eine rosige Zukunft auf den einstigen Dortmunder Vorzeige-Amateurklub zukommen sieht.

Es bleibt jedoch weiter ein Sechskampf um die Spitze. Der TSC Eintracht (4:1 gegen Sarajewo Bosna), VfL Hörde (2:1-Derbysieger beim HSC) und der FC Brünninghausen (2:0 bei der SpVg. Berghofen) punkteten auch am Sonntag. Einzig der BSV Schüren ließ Federn und kam bei der Reserve des ASC 09 nur zu einem torlosen Remis. Für die Aplerbecker war es erst der zweite Punktgewinn überhaupt in dieser Saison, was sie im Abstiegskampf jedoch auch nicht entscheidend weiterbringt. In der Staffel 3 war Klassen-Primus SV Preußen 07 Lünen der große Gewinner des Spieltages. Selbst mühsamer 2:1-Sieger gegen ATC Brambauer, profitierten die Preußen von der 1:4-Niederlage des SC Husen-Kurl im Verfolgerduell gegen die Reserve des TuS Eving-Lindenhorst. Die Zweitvertretung des Landesligisten nahm erfolgreich Revanche für die 3:6-Hinspielpleite und ist nun mit fünf Zählern Rückstand auf Preußen Tabellenzweiter.

Deutlich gedrängter ist das Treiben am Tabellenende. Die Zone der gefährdeten Teams beginnt auf Platz zwölf beim FC Lünen 74, der überraschend beim 2:2 gegen BV Brambauer II punktete. Der FC Brambauer 45 kam ebenfalls zu einem Achtungserfolg gegen die Reserve von Westfalia Wickede (2:2). Beim FV Scharnhorst brachte hingegen auch der Rücktritt von Trainer Rainer Boine den Erfolg noch nicht zurück. Gegen TuRa Asseln boten die Scharnhorster zwar tapferen Kampf, verloren aber mit 1:2. Schlusslicht SC Fatih Spor zeigte sich zwar gegen den VfL Hörde II weiter auf dem Wege der Besserung, doch die Abwehrschwächen des Bezirksliga-Absteigers kosteten einmal mehr die Punkte – in einer turbulenten Partie siegte Hörde am Ende mit 6:3.

Autor: Felix Guth

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