David gegen Goliath die Zweite: Nachdem in der vergangenen Woche ETB Schwarz-Weiß Essen zu Gast an der Bäuminghausstraße war, empfing der TuS Helene Essen am heutigen Sonntag erneut einen Nordrhein-Oberligisten: Gegen Rot-Weiß Oberhausen ging es um den Einzug in die Runde der letzten Acht des ARAG-Verbandspokals. Nur mit viel Mühe setzten sich die Gäste am Ende in Essen durch.

Verbandspokal: RW Oberhausen mit Schwierigkeiten gegen TuS Helene

"Zu dieser Leistung fehlen mir echt die Worte"

Aaron Knopp
08. Oktober 2006, 21:15 Uhr

David gegen Goliath die Zweite: Nachdem in der vergangenen Woche ETB Schwarz-Weiß Essen zu Gast an der Bäuminghausstraße war, empfing der TuS Helene Essen am heutigen Sonntag erneut einen Nordrhein-Oberligisten: Gegen Rot-Weiß Oberhausen ging es um den Einzug in die Runde der letzten Acht des ARAG-Verbandspokals. Nur mit viel Mühe setzten sich die Gäste am Ende in Essen durch. "Ich werde mir überlegen, wie ich auf diese Leistung reagiere", schnaubte RWO-Trainer Hans-Günter Bruns nach Spielende.

Der attraktive Gegner bescherte dem TuS Helene erwartungsgemäß eine große Kulisse. Rund 500 Zuschauer, deren Großteil es mit den Kleeblättern hielt, verfolgten das Ruhrgebiets-Derby. Unter ihnen auch eine Großzahl von Polizeibeamten – was wohl als Reaktion auf die jüngsten Zwischenfälle beim Oberliga-Duell der Rot-Weißen mit dem VfB Speldorf zu verstehen war.

Die zahlreichen Oberhausener Zuschauer machten sich auch von vorneherein lautstark bemerkbar, was die Gastgeber jedoch kaum verunsicherte. So war vom Zwei-Klassen-Unterschied in der Anfangsphase nicht das Geringste zu spüren. Die Vössing-Elf spielte beherzt auf und konnte die Mehrzahl der Spielanteile für sich verbuchen. Folgerichtig ergaben sich frühzeitig erste Chancen für „Helene“. Stürmer Dirk Roenz gab bereits in der zweiten Spielminute ein Stelldichein per Freistoß und deutete nur zwei Minuten später an, dass ihm das Toreschießen große Freude bereitet - im Abschluss war sein Versuch aus 16 Metern jedoch zu harmlos.

Nach der ersten Viertelstunde hatte der TuS bereits seine Duftmarke gesetzt und deutlich gemacht, dass er dem Oberligisten das Feld keinesfalls kampflos überlassen werden wollte. Dies blieb auch den RWO-Anhängern nicht verborgen, die inzwischen völlig verstummt waren. Jens Robben machte jedoch bereits wenig später Anstalten, die Anhänger aufzurütteln. Die erste Oberhausener Chance (16.) hätte direkt zur Führung führen müssen, doch Robben gelang es zum Entsetzen der meisten Zuschauer nicht, den bereits am Boden liegenden Essener Keeper Sascha Quabeck zu überwinden. Der deutete bereits jetzt an, dass am heutigen Tag nicht viel bei ihm zu holen sein würde.

Die Essener beschränkten sich nun mehr auf die Verteidigung des 0:0 und waren in der Defensive um kompaktes Stellungsspiel bemüht. So sahen sich die Oberhausener Stürmer zumeist gleich zwei Essener Abwehrspielern gegenüber. Die Angriffe des Favoriten bedurften jedoch eigentlich keiner “Beton“-Abwehr. Mangelnde Kreativität im Spielaufbau sowie technische Mängel und unzureichende Kampf- und Laufbereitschaft dürften die Hauptkritikpunkte sein, die RWO-Coach Hans-Günter Bruns sich für die Halbzeitansprache zurecht gelegt hatte. Noch war zwar Gelegenheit, der Gardinenpredigt zu entgehen, doch eine beherzt aufspielende Gastgeber-Mannschaft und eigenes Unvermögen standen einem Torerfolg im Weg. Jens Robben, der sich mittlerweile ein kleines Privatduell mit Helene-Keeper Quabeck lieferte, hatte erneut völlig freistehend die Gelegenheit zum erlösenden 1:0, doch Quabeck parierte glänzend, auch der Nachschuss von Dominik Jansen landete direkt beim Torwart.

Für Jansen sollte es die letzte nennenswerte Aktion gewesen sein. Nach 45 Minuten war sein Arbeitstag beendet, für ihn kam Tuncay Aksoy ins Spiel. Seine Mannschaftskameraden sollten dagegen noch eine lange Schicht vor sich haben. In Halbzeit zwei ging für die Gastgeber zunehmend weniger in Richtung gegnerisches Gehäuse, Defensivarbeit stand auf dem Programm. Das hatte jedoch weniger mit der Dominanz der “Kleeblätter“ als mit taktischer Disziplin zu tun. Ganz im Gegenteil: über weite Strecken agierte Oberhausen unterirdisch, während Helene auf Konter lauerte und hinten wenig zuließ. So waren bis zu 60. Minute Torchancen Fehlanzeige. Dann musste auch Stephan Schneider feststellen, dass gegen Sascha Quabeck heute kein Kraut gewachsen schien. Würde es sich nicht um ein Verbandspokal-Spiel handeln, Quabeck hätte sich heute das Prädikat “Weltklasse“ verdient.

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Autor: Aaron Knopp

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