Die Abgänge von Alexander Thamm (FC Schalke 04 II) und Sebastian Westerhoff (zurück zum VfL Bochum II / RS berichtete) stehen kurz bevor. Doch auch wenn die beiden Deals so gut wie sicher scheinen, wehrt sich Erkenschwicks Sportlicher Leiter Holger Flossbach gegen die Darstellung, dass die Verträge am

Erkenschwick: Freundschaftsspiele gegen S04 und VfL für Thamm und Westerhoff

"Abstufungen sind der Tod für unseren Amateursport"

tr
08. Januar 2008, 09:04 Uhr

Die Abgänge von Alexander Thamm (FC Schalke 04 II) und Sebastian Westerhoff (zurück zum VfL Bochum II / RS berichtete) stehen kurz bevor. Doch auch wenn die beiden Deals so gut wie sicher scheinen, wehrt sich Erkenschwicks Sportlicher Leiter Holger Flossbach gegen die Darstellung, dass die Verträge am "Stimberg" bereits aufgelöst seien. RS sprach mit dem Funktionär über die Kontrakte, die Forderungen der Spielvereinigung und die Zukunft des Amateur-Fußball.

Herr Flossbach, sind die Auflösungsverträge mit Westerhoff und Thamm bereits unterschrieben?
Nein, das Duo steht noch bei uns unter Vertrag. Natürlich sind es große Chancen für die Beiden und wir wollen ihnen keine Steine in den Weg legen, aber Fußball ist auch ein Geschäft. Uns geht es nur um die Fakten. Wir können nicht zwei überdurchschnittliche Spieler einfach so verschenken.

Stellen Sie sich eine Ablösesumme vor oder wäre auch die Option eines Freundschaftsspiels gegen Schalke und Bochum eine Möglichkeit?
Natürlich, so kann man es gerne regeln. Aber da muss der VfL auch mal kommen. Mit Schalke sieht es bereits ganz gut aus, die kommen im Sommer zu uns. Während ihrer Vorbereitung werden sie auf jeden Fall bei uns auflaufen. Einen genauen Termin können wir nur noch nicht absprechen, da wir abwarten müssen, ob sie in der Champions League-Quali oder im UI-Cup spielen müssen. Auf jeden Fall sind solche Partie schöne Zusatzeinnahmen.

Die besonders der finanziell angeschlagenen Spielvereinigung gut zu Gesicht stehen, oder?
Natürlich. Für uns ist so etwas überlebenswichtig. Wenn sich schon der DFB nicht um die kleinen Vereine kümmert, sollten es wenigsten die Profi-Clubs machen.

Was meinen Sie genau?

Ich finde es richtig klasse, dass sich Schwertes Coach Franz-Josef Kneuper in einer der letzten RevierSport-Ausgaben so klar geäußert und die Missstände beim Verband angesprochen hat. Denn es ist schade, dass der DFB die Amateure so vernachlässigt. 'Kiki' spricht mir aus der Seele, wenn er gegen die Vorhaben wettert. Denn es kann doch nicht sein, dass die Herrschaften ernsthaft überlegen, die Bundesliga am Sonntag um 13 Uhr anzupfeifen. Das ist ein Unding. Der Sonntag war einmal das Heiligtum der Amateure, doch dem Verband scheint gar nichts mehr heilig zu sein.

Was wäre Ihr Vorschlag?
Die sollen lieber am Freitag-Abend drei Partien austragen und den Sonntag als einzige Möglichkeit der Basis überlassen. Aber an uns denkt mal wieder niemand. Wir sollten uns wirklich überlegen, ob wir nicht einen eigenen Verband aufmachen. Denn beim DFB werden sowieso nur die Großen bevorteilt. Dabei kommen die Talente von der Basis und nicht aus den Jugendabteilungen der Profi-Clubs. Als ich gerade aus der Jugend heraus kam, war die Verbandsliga noch die höchste Amateurklasse. Im nächsten Jahr ist sie sechstklassig. Das ist unfassbar. Diese ganzen Abstufungen sind der Tod für unseren Amateursport.

Autor: tr

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