Um halb sechs war am Sonntagn in Gelsenkirchen am Grillstand im Sportzentrum Schürenkamp der Sucuk ausverkauft. Kurze Zeit später schied YEG Hassel aus.

Hallenkönig Erler SV 08

„Balsam für die Seele“

06. Januar 2008, 21:48 Uhr

Um halb sechs war am Sonntagn in Gelsenkirchen am Grillstand im Sportzentrum Schürenkamp der Sucuk ausverkauft. Kurze Zeit später schied YEG Hassel aus.

Durch eine 0:1-Niederlage im Halbfinale gegen den späteren Titelträger Erler SV 08 verabschiedete sich auch die einzige türkische Mannschaft aus dem Turnier. Doch anders als einen Tag zuvor in Mülheim, als es beim Halbfinale zwischen Galatasaray und Rot-Weiß Mülheim zu einem Spiel- und Turnierabbruch kam, zeigte sich in Gelsenkirchen zum Glück der wahre Sportsgeist.

„Wir haben uns zwar mehr erhofft, sind aber sportlich gescheitert. Szenen wie in Mülheim gehören einfach nicht zum Fußball“, gratulierte Hassels Co-Trainer Ayhan Toplu fair dem Sieger. In der Vorrunde hatte sich Spielertrainer Mustafa Turgut an der Leiste verletzt und konnte im Semifinale nicht mehr mitwirken. „Das hat uns das Genick gebrochen. Seine Ruhe am Ball hat uns gefehlt“, machte der frühere Hülser seiner jungen Mannschaft dennoch keinen Vorwurf.[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/005/883-5967_preview.jpeg Der neue Titelträger: Landesligist Erler SV. (RS-Foto: Bunse)[/imgbox]

Dennoch waren die Vorkommnisse in der Nachbarstadt Thema Nummer eins auch unter Gelsenkirchens Fußballern.
„Natürlich waren wir alle geschockt, als wir das am frühen Sonntagmorgen gehört haben. Das war eine Schande für den Fußball“, nahm Gelsenkirchens Kreisvorsitzender Manfred Wichmann kein Blatt vor den Mund. „Dennoch hatte ich keine Sorge, dass so etwas auch bei uns passieren könnte. Natürlich geht es in der einen oder anderen Partie in der Halle etwas emotionaler zur Sache, aber wir hatten hier in der Endrunde weder mit unseren deutschen noch mit ausländischen Mannschaften derartige Probleme. Und das soll auch so bleiben“, hatte Wichmann ein hartes Durchgreifen von Seiten des Verbandes angedroht, sollten sich derartige Szenen wiederholen.

Das Gegenteil war der Fall. „Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen hat man schon gemerkt, dass die Spieler vorsichtiger miteinander umgegangen sind, als sonst. Da wurde sich sofort entschuldigt, keiner wollte den anderen verletzten. Sonst hatten wir wesentlich mehr Knüppelei auf dem Platz“, wirkte auch SSV Buer-Betreuer Hansi Herget trotz des Ausscheidens im anderen Halbfinale (4:5 n.N.) gegen die SG Eintracht irgendwie gelöst.
„Es fällt keiner aus. Wir haben mehrere Stammspieler geschont und uns trotzdem gut verkauft. Das einzige was etwas blöd war, war dass wir zwischen der Vorrunde und dem Halbfinale über vier Stunden Pause hatten. Wir sind zwischendurch sogar nach Hause gefahren“, sollte nach Meinung des Bruders des ehemaligen Nationalspielers Mathias Herget am Modus im kommenden Jahr etwas geändert werden.

„Vielleicht kann man zwei Vorrunden spielen oder das Endturnier auf acht Mannschaften begrenzen“, lautet sein Vorschlag für das ansonsten blendend organisierte Turnier.

Das fand mit dem Erler SV 08 am Ende den verdienten Sieger.„Wir haben uns durch vier oder fünf Zeitstrafen, ich konnte das schon gar nicht mehr zählen, am Ende selbst aus dem Finale geschossen“, grämte sich Eintracht Trainer Frank Conradi ein wenig. „Wir haben jede Entscheidung am Ende nur noch kommentiert und der Schiedsrichter hat das genüsslich ausgenutzt“, sei sein Team im entscheidenden Moment einfach zu unerfahren gewesen.

Dem Liganachbarn aus Erle war das egal. Sie nutzten den Freiraum und schossen in der Neuauflage des Finales der Stadtmeisterschaft von 2005 wie vor drei Jahren die Eintracht mit 5:1 regelrecht ab. Uwe Mues, Christian Kwyas, Christian Wichmann, Thomas Adamzik und Christian Frühling hießen bei einem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 von Abdelhak Ibno-Salah die Torschützen.

„Dieser Sieg ist Balsam für unsere geschundene Seele und wird uns Auftrieb für die Meisterschaft geben. Jetzt sollen auch in der Landesliga die Abstiegsränge möglichst schnell verlassen werden“, nahm Coach „Ede“ Demps nicht nur die gewonnen 1.000 Euro Preisgeld, sondern auch eine Menge Selbstvertrauen mit in die Rückrunde.

„Wir waren mit dem Verlauf des Turniers sehr zufrieden. Ich hatte erst geglaubt, dass ohne das Zugpferd Schalke der Zuschauerzuspruch nicht so groß sei. Doch das war nicht der Fall“, freute sich Wichmann zusammen mit dem Mitveranstalter der Brauerei Stauder über den für Gelsenkirchener Verhältnisse guten Besuch von rund 600 Besuchern.
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