m Telefon von Deniz Celik ist es, wenn man die Anrufe von

MSV II: Verletzung als Lernprozess für Celik

"Dann ruft dich keiner an"

Thomas Tartemann (tt)
06. Januar 2008, 18:21 Uhr

m Telefon von Deniz Celik ist es, wenn man die Anrufe von "echten Freunden" abzieht, still geworden. "Wenn du Leistung bringst und dazu noch Erfolg hast, bist du für alle interessant, dann melden sich alle möglichen Leute. Sobald du lange ausfällst, bist du der letzte Dreck", stellt der 20-Jährige etwas drastisch fest. Wenn an der Theorie wirklich etwas dran sein sollte, dann wird es wohl bald wieder öfter bimmeln bei Celik.

"Ich sehe Licht am Ende des Tunnels", sagt der Youngster, der das Datum seiner Kreuzband-Verletzung im Gedächtnis eingebrannt hat: "Es war der 31. Juli 2007. Operiert wurde ich vier Wochen später, als die Schwellung aus dem Knie heraus war. Das ist insgesamt schon eine harte Zeit gewesen."

Und eine lehrreiche Phase. Celik nickt: "Ich muss zugeben: Zu Beginn habe ich mich richtig hängen lassen. Die Leute in der Reha bauten mich auf, sagten: Deniz, du bist noch jung und hast alles vor dir. Inzwischen hat mich das Ganze mental stärker gemacht. Mich kann eigentlich nichts mehr erschüttern."
Von ebenfalls verletzten Spielern bekam er sowohl Zuspruch als auch Aufmunterung. "Ich habe Stefan Lorenz von RW Essen getroffen, er hat ebenfalls eine Kreuzband-Verletzung hinter sich. Die MSV-Profis Alex Meyer, Nils-Ole Book sowie Andy Voss haben mit ebenfalls Mut gemacht, man konnte sich mit ihnen gut austauschen. Auch meine Familie war sehr für mich da, das gibt zusätzlich Halt."

Was den momentanen Stand angeht, zeigt sich Celik ganz zufrieden. "Ich bin im Lauftraining, die Muskulatur ist gut aufgebaut. Nach 40 Minuten Belastung merke ich keine Beschwerden. In der nächsten Woche beginn ich mit Physio Dieter Münch mit Ball-Übungen." So ganz ohne Kugel geht es dann doch nicht. "Hier und da hält man den Ball schon Mal hoch, aber ich weiß auch, dass man nicht überdrehen darf." Beispiele kennt Celik genug: "Ich habe über den Ex-Leverkusener Jens Nowotny gehört, dass er zu früh angefangen hat und sich das Kreuzband direkt noch Mal gerissen hat. So etwas darf natürlich nicht passieren."

Von Rückschlägen hat Celik die Nase voll. "2006 hatte ich einen Außenmeniskus-Riss, 2007 kam die Kreuzband-Geschichte. Ich hoffe, dass 2008 ein Glücks-Jahr für mich wird." Ohne einen konkreten Comeback-Zeitpunkt zu nennen, hat "DC" das Frühjahr im Visier: "Ich denke schon, dass ich nach ein paar

Rückrunden-Spielen wieder eingreifen kann." Dann heißt es: Gas geben! "Mein Vertrag läuft im Sommer aus", blickt der Pechvogel voraus, "aber schlimmer wäre es, wenn man sich gar nicht mehr auf dem Feld anbieten könnte. Ich mache mir über die Situation keinen Kopf und weiß, dass ich gut genug bin, um der Mannschaft helfen zu können."

Auch für ihn persönlich ist es wichtig, wieder konstant zu spielen. "Ich brauche einfach eine komplette Saison, um wieder richtig in den Rhythmus zu kommen. Wenn wir mit dem MSV den Sprung in die NRW-Liga packen, dann wäre das für uns alle eine riesige Herausforderung und sicherlich auch gut zum Präsentieren."

Autor: Thomas Tartemann (tt)

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