Im Mittelfeld der Liga findet sich mit dem VfB Günnigfeld eigentlich nur ein Verein, der im Vorfeld auch genau dort erwartet wurde. Mit höheren Ambitionen sind die Mengeder und die Sodinger in die Saison gestartet, überraschend weit weg vom Abstiegskampf haben sich Phönix Eving und Eintracht Gelsenkirchen etabliert. In diesem finden sich dagegen mit dem WSV Bochum und dem SSV Südfeldmark zwei Vereine wieder, die mit derart wenig Punkten zu Saisonbeginn nicht gerechnet hatten.

Rückblick Landesliga 3: Mittelfeld und Gefahrenzone

Von bösen und freudigen Überraschungen

kub
03. Januar 2008, 09:23 Uhr

Im Mittelfeld der Liga findet sich mit dem VfB Günnigfeld eigentlich nur ein Verein, der im Vorfeld auch genau dort erwartet wurde. Mit höheren Ambitionen sind die Mengeder und die Sodinger in die Saison gestartet, überraschend weit weg vom Abstiegskampf haben sich Phönix Eving und Eintracht Gelsenkirchen etabliert. In diesem finden sich dagegen mit dem WSV Bochum und dem SSV Südfeldmark zwei Vereine wieder, die mit derart wenig Punkten zu Saisonbeginn nicht gerechnet hatten.

Mengede 08/20: Einem eigentlich rauschenden Saisonstart folgte in Mengede schnell der Kater. Der 4:1-Auftakterfolg gegen Hombruch wurde am grünen Tisch in ein 0:2 umgewandelt, weil Stürmer Samir Zulfic noch nicht spielberechtigt war. Und just am dritten Spieltag, als im Volksgarten diese Nachricht verbreitet wurde, verlor das Team von Mario Plechaty und Markus Kuhlmann zum ersten Mal seit gut anderthalb Jahren ein Heimspiel.

Dieses 0:2 gegen Sodingen hat der Mannschaft offenbar einen kleinen Knacks gegeben, so dass vor allem Partien gegen vermeintlich schlagbare Gegner verloren gingen. Zwar unterlagen die Mengeder auch gegen das Spitzenduo jeweils 0:1, hielten aber hervorragend mit und deuteten ihre Leistungsfähigkeit an. Ob zahlreicher Abgänge darf man gespannt auf die kommende Halbserie schauen,
VfB Günnigfeld: Lange Zeit zierte das Bochumer Quartett in der Liga einträchtig das Tabellenende. Das lag auch daran, dass die Auftaktgegner allesamt die Favoriten der Liga waren. Doch gelang es nur dem VfB Günnigfeld, sich wieder zu stabilisieren und ins obere Mittelfeld zu kämpfen. Zwischen dem 11. und dem 16. Spieltag blieben die Wattenscheider ohne Niederlage und schoben sich Stück für Stück nach oben. Mit einem 1:0 gegen den TuS Eving gelang dem VfB zum Ende der Hinrunde ein Ausrufezeichen, das darauf hindeutet, dass sich die Elf von Sascha Etterich in dieser Region wird halten können, zumal noch ein Nachholspiel gegen Heven auf dem Plan steht.

SV Sodingen: In Herne hatte man deutlich andere Vorstellungen von der Spielzeit. Doch das Ziel, direkt wieder aufzusteigen, ist aktuell 25 Punkte entfernt. Stattdessen findet sich der SVS im Niemandsland der Liga wieder. Als Konsequenz daraus musste Trainer Michael Pannenbecker nach einem 2:3 in Heven am 26. November vorzeitig gehen. Das junge Team schaffte es nicht, die fußballerischen Ideen des Ex-Trainers umzusetzen und verlor daher auch gegen schwächer besetzte Mannschaften. Deutlich wurde aber auch, dass die Qualität in Sodingen nicht ausreicht, um mit den drei Top-Teams der Liga mithalten zu können.

Phönix Eving: 22 Punkte und Platz neun ist die zufriedenstellende Bilanz am Evinger Grävingholz. Insgeheim hatten die Verantwortlichen auf ein derart positives Abschneiden zwar gehofft, aber erwartet wurde es nicht. Trainer Andreas Müller gelang es, aus einer jungen und auf vielen Positionen neu besetzten Mannschaft ein echtes Team zu formen. Gegen die direkte Konkurrenz aus der unteren Tabellenhälfte behielten die Evinger meist die Oberhand und konnten auch gegen Mengede oder Sodingen überraschen. Wären die – für junge Spieler normalen - schwankenden Leistungen und eine kleine Schwächephase zum Ende der Hinrunde nicht gewesen, hätte es sogar noch besser ausgesehen.
Eintracht Gelsenkirchen: Es hat in Gelsenkirchen eine Weile gedauert, bis sich die Spieler an die Qualität in der neuen Liga gewöhnt hatten. Zu Beginn setzte es teilweise deutliche Niederlagen. Doch nach und nach gelang es Frank Conradi, Stabilität ins Mannschaftsgefüge zu bekommen. Basierend auf einer stabilen und kompakten Defensive arbeitete sich die SGE immer weiter von der Abstiegszone weg und kann – nachdem auch das Stadtderby gegen Erle gewonnen wurde - nun auf einem beruhigenden Sechs-Punkte-Polster aufbauen.

TuS Wengern: Einem glanzvollen Saisonstart folgte in Wengern eine elf Spiele anhaltende Talfahrt, die in der Amtsniederlegung von Trainer Dean Caschili mündete. Leider - aus TuS-Sicht - bewahrheiteten sich dabei dessen sportliche Prophezeiungen. Trotz des fünften Platzes nach sechs Spieltagen hatte Caschili damals schon den seiner Meinung nach verlorenen Punkten in Gelsenkirchen und Leithe nachgetrauert. Folgende Rückschläge wie langwierige Verletzungen und

Undiszipliniertheiten wichtiger Kräfte führten auch prompt dazu, dass Wengern in der Tabelle immer weiter absackte. Immerhin konnte die Elf mit einem 4:1 im letzten Spiel bei Phönix Eving die Talfahrt stoppen und mit einem positiven Erlebnis in die Pause gehen.
VfB Habinghorst: Ähnlich wie bei der SGE benötigten die Castroper Aufsteiger eine Eingewöhnungszeit in der neuen Spielklasse. 40 Pflichtspiele ohne Niederlage sowie eine spielerische Überlegenheit in der Bezirksliga wollten nicht aus den Köpfen der Spieler raus. Da in der Landesliga aber ein anderer Wind weht, verloren die Habinghorster in der ersten Saisonhälfte zumeist gegen die direkte Konkurrenz um den Klassenerhalt.

Ordentliche Leistungen gegen die Topteams und zwei Überraschungssiege in Heven und Waltrop hielten den VfB aber immer von den letzten drei Plätzen fern. Da zudem noch zwei Nachholspiele auf dem Kalender stehen, ist der Drei-Punkte-Vorsprung auf Platz 14 noch ausbaubar.

SSV Südfeldmark: Quasi auf den letzten Drücker verließen die Südfeldmarker die Abstiegsränge. Punkte gegen Leithe, Erle und Günnigfeld sorgten dafür, dass der SSV hoffnungsfroh in die zweite Serie gehen kann. Nach der Super-Rückrunde der letzten Saison waren sich die Verantwortlichen eigentlich sicher, nicht wieder in die gefährdete Zone zu rutschen. Doch gelang es der Truppe von Kai Dworecki nicht, an die erste Jahreshälfte anzuknüpfen. Vor allem die fehlende Torgefahr ließ das Trainerduo Dworecki und Rolf Lambertz verzweifeln. Abhilfe soll nun Ex-Profi Souleyman Sané schaffen.

Erler SV: Der Umbruch in Erle mit neuem Trainer und 16 Zugängen bei den Kickern dauert noch an. Zwar hatte Coach Eduard Demps allein den Klassenerhalt als Ziel angeben, doch hatten die Gelsenkirchener die leise Hoffnung, drei Teams sicher hinter sich zu lassen. Dafür fehlte es dem Team aber bisweilen an Engagement und Einsatzwille. Als Konsequenz daraus hatte Demps schon seinen Rücktritt ins Visier genommen, wurde aber vom Umfeld zum Weitermachen überredet. Dass die Erler auch guten Fußball spielen können, bewiesen sie nur punktuell, etwa bei einem 4:1 in Günnigfeld oder dem 2:1-Erfolg im Mengeder Volksgarten.

WSV Bochum: Nach der überzeugenden ersten Landesligasaison der vergangenen Spielzeit wollte sich der WSV Bochum in dieser Spielklasse etablieren. Doch Verletzungspech zu Beginn der Serie sowie die fehlende Einstellung gegen Gegner auf Augenhöhe sorgten dafür, dass nach sechs Spieltagen noch immer die null auf der Punkte-Habenseite der Werner stand. Zwar gelang es zwischendurch, das rettende Ufer zu erreichen, doch fünf Niederlagen in Serie zum Abschluss des Jahres 2007 sorgten für eine unruhige Pause der Bochumer.

RW Leithe: In Leithe laufen aktuell schon die Planungen für die kommende Bezirksliga-Saison. Ganze acht Tore und vier Punkte haben die Wattenscheider erzielen können und benötigen fast ein Wunder zum Nichtabstieg. Wichtiger als mögliche Erfolge sind für die sportliche Leitung daher der Teamgeist und die Atmosphäre innerhalb des Vereins, so dass Trainer Jörg Fey einige Spieler, die sportlich sicher Landesligaansprüchen genügen, in der Vorrunde aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen hat.

Autor: kub

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