An Weihnachten 2007 wird sich Schermbecks Christopher Nachtwey wohl nicht mehr gerne erinnern. Eigentlich wollte der Mittelfeld-Stratege ein schönes Fest bei seiner Mutter in Augsburg verbringen, doch es kam anders. Beim Snowboarden verunglückte Nachtwey, riss sich beim Sturz alle Bänder in der rechten Schulter und musste sofort operiert werden.

Schermbeck: Nachtweys Unfall schockt Benninghoff

Drei-Jahres-Offerte für Stroetzel

02. Januar 2008, 09:07 Uhr

An Weihnachten 2007 wird sich Schermbecks Christopher Nachtwey wohl nicht mehr gerne erinnern. Eigentlich wollte der Mittelfeld-Stratege ein schönes Fest bei seiner Mutter in Augsburg verbringen, doch es kam anders. Beim Snowboarden verunglückte Nachtwey, riss sich beim Sturz alle Bänder in der rechten Schulter und musste sofort operiert werden. "Heilig Abend habe ich durch die Narkose total verschlafen", wurde bei dem Ex-Kicker von Arminia Hannover noch am vergangenen Sonntagabend der Eingriff vorgenommen.

Am Nachmittag stand er zum ersten Mal auf dem Brett. "Ich bin vorher noch nie gefahren. Nach zwei Stunden lief es ganz gut und dann habe ich mich wohl zu sicher gefühlt", denkt der 21-Jährige, der am Dienstag auf eigenen Wunsch das Hospital verließ, mit Schrecken an den Unfall zurück. Nun muss er erst einmal 14 Tage eine Stütze tragen und darf keinerlei Sport betreiben. "Ich hoffe, dass ich danach wenigstens mit dem Lauftraining beginnen kann", muss sich Nachtwey dennoch auf eine vier- bis sechswöchige Auszeit gefasst machen. "Ich werde sofort mit der Reha starten, aber bis ich wieder richtig drin bin, dauert es mit Sicherheit bis Februar."

Für Nachtwey ist die Geschichte besonders tragisch. Denn nach einem starken Hinrundenbeginn fand er sich plötzlich nur noch auf der Bank wieder. Doch beim letzten Auftritt in diesem Jahr gegen Hamm (2:0) meldete sich der ehemalige Regisseur des SV Bockenem eindrucksvoll im Team von Coach Martin Stroetzel zurück. "Ich weiß nicht, warum ich draußen saß, aber ich habe meine Antwort gegen Hamm gegeben. Deshalb bin ich eigentlich auch ganz locker in die Pause gegangen. Und nun das", runzelt Nachtwey die Stirn.

Auch die Verantwortlichen des SVS sind nicht in Jubelstürme ausgebrochen als sie die Nachricht hörten. "Wir sind geschockt, das ist unglaublich bitter", schüttelt Michael Benninghoff den Kopf. Der Manager hält aber nichts davon, den Youngster nun zu bestrafen: "Wenn man so einen jungen Mann nun auch noch an den Pranger stellen würde, bringt es uns auch nicht weiter. Wir werden uns natürlich mit ihm darüber unterhalten, aber es ist für Christopher schon Strafe genug. Denn er wird in einigen Partien fehlen und dann ja auch kein Geld bekommen." Der Funktionär macht deutlich, dass "wir ihm nicht den Kopf abreißen werden. Aber diese Geschichte wirft ihn mächtig weit zurück". Das weiß auch Nachtwey, der sich allerdings nicht unterkriegen lässt: "Ich kämpfe mich ganz schnell wieder ran. Ich will mich beweisen und mithelfen, dass wir die Qualifikation für die NRW-Liga schaffen werden."

Mit welchem Personal das Vorhaben konkret angegriffen wird, kann Benninghoff allerdings noch nicht absehen. Zwar sind die Gespräche mit einem neuen Stürmer und einem Ersatz-Keeper weit voran geschritten, doch "wir warten noch auf die Freigabe der Vereine", hat Benninghoff die unterschriftsreifen Kontrakt noch nicht gegengezeichnet. "Ich rechne damit, dass wir es in der ersten Januarwoche über die Bühne bringen werden."

Bis dahin soll auch Stroetzels Zukunft geklärt sein. "Wir hoffen, dass wir uns mit Martin in den nächsten Tagen einig werden", hat Benninghoff seinen Coach über Weihnachten zwar einige Mal privat gesehen, aber nicht den passenden Rahmen für die Verlängerungsgespräche gefunden. "Aber die Tendenzen sind sehr positiv", geht er davon aus, dass Stroetzel seinen Wilhelm unter ein neues Arbeitspapier setzen wird. "Ich denke, dass es gleich ein Drei-Jahresvertrag werden wird. Denn im Gegensatz zu unserer Konkurrenz aus Gladbeck, Lippstadt oder Rheine gehen wir lieber andere Wege und planen langfristig."

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