Marcel Maltritz (16 Einsätze; davon 16 benotet; Durchschnitts-Note: 2,84): Absolvierte seine Partien nahezu durchgängig auf hohem Niveau. In der Innenverteidigung ein umsichtiger Organisator. In der Mannschafts-Hierarchie unverzichtbar, weil er auf und außerhalb des Platzes den Mund aufmacht. In der Spieleröffnung bevorzugt er weiterhin eher die langen Bälle über das Mittelfeld hinweg. Ein Filigrantechniker wird er nicht mehr, aber ein ganz wichtiger Spieler für den VfL ist er längst.

Die Spieler des VfL Bochum in der Einzelkritik zur Hinrunde der Saison 2007/08

Maltritz konstant und unverzichtbar

uh
02. Januar 2008, 09:03 Uhr

Marcel Maltritz (16 Einsätze; davon 16 benotet; Durchschnitts-Note: 2,84): Absolvierte seine Partien nahezu durchgängig auf hohem Niveau. In der Innenverteidigung ein umsichtiger Organisator. In der Mannschafts-Hierarchie unverzichtbar, weil er auf und außerhalb des Platzes den Mund aufmacht. In der Spieleröffnung bevorzugt er weiterhin eher die langen Bälle über das Mittelfeld hinweg. Ein Filigrantechniker wird er nicht mehr, aber ein ganz wichtiger Spieler für den VfL ist er längst.

Stanislav Sestak (17; 16; 3,33): Wieder so ein No-Name-Zugang des VfL, der in der Bundesliga für Furore sorgt. Acht Tore "knipste" der Slowake, dem kaum einer zugetraut hatte, Gekas zu ersetzen. Dabei ist Sestak schon jetzt wertvoller als der Grieche, weil er viel variantenreicher spielt, oft über die Flügel kommt und auch noch kopfballstark ist. Bringt alle Voraussetzungen für einen richtig großen Stürmer mit. Muss nun nur noch stabiler in seinen Leistungen werden und auch mal auswärts zuschlagen.
Matias Concha (15; 15; 3,60): Von seiner Reputation als aktueller schwedischer Nationalspieler her sicher der namhafteste Neuzugang. In manchen Spielen auch der erhoffte Aktivposten. Oft aber auch zu zurückhaltend und auch in der Defensive mit Schwächen. Wenn er in die Fußstapfen von Sören Colding treten will, muss da einfach in der Rückrunde mehr kommen. Brave Mitläufer hat der VfL genug. Allerdings hat er auch ein Jahr (fast) ohne Pause durchgespielt.
Anthar Yahia (16; 15; 3,20): Längst zu einer festen Größe gereift. In der Innenverteidigung der ideale Nebenmann von Marcel Maltritz. Besticht durch eine reife Spielanlage und ein gutes Auge für die Situation. Gleichermaßen stark am Boden wie in der Luft. In der Spieleröffnung nicht ganz so präsent. Beschränkt seine Ausflüge in die gegnerische Hälfte auf die Standardsituationen.
Christoph Dabrowski (15; 15; 3,16): Der beständigste VfLer im Mittelfeld, lauf- und kopfballstark ist er der Stratege im Spiel, nicht nur wegen seiner Statur in manchen Partien einfach überragend. Zuletzt verließen ihn aber auch die Kräfte. Im System des VfL, in dem der eigentliche Ballverteiler fehlt, heißt es zu oft: Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben.
Joel Epalle (15; 15; 3,50): Hat solche Spiele, in denen er der große Star im Team ist, und dann wieder andere, in denen er komplett untergeht. Dabei genießt er alle Freiheiten, kann sich in der Offensive austoben. Auch wenn er seine Aktionen von der rechten Seite startet, ein Flügelspieler ist er nicht. Zieht oft zu früh nach innen. Bildet mit Sestak ein pfeilschnelles Gespann. Ihnen fehlt einer hinter ihnen, der sie füttert. Und einer vor ihnen, der die Löcher, die sie reißen, zu Toren nutzt.
Jan Lastuvka (11; 11; 3,60): Der Drobny-Ersatz stand früh in der Kritik. Dafür sorgten einige unglückliche Aktionen, die teilweise auch zu Gegentoren führten. In der Strafraumbeherrschung mit Problemen. Insgesamt aber nicht der Unsicherheitsfaktor in der Deckung, zu dem er von vielen gemacht wurde. Leider gelang es ihm aber auch nicht, mal ein Match für den VfL zu gewinnen. Nach einer Rückenverletzung in den letzten Spielen nur noch zweite Wahl.
Marc Pfertzel (12; 11; 3,91): Der Franzose mit Serie-A-Erfahrung offenbarte Anlaufschwierigkeiten. Seine Vielseitigkeit macht ihn aber zu einem wichtigen Trumpf in der VfL-Abwehr. Wirkte auf der linken Seite in der Viererkette mit routiniertem Zweikampfverhalten und guter Technik vielleicht sogar als die beste Lösung.
Thomas Zdebel (12; 11; 3,33): Der Kapitän begann gewohnt stark. Als Dauerläufer und Antreiber der klare Chef im Team. Doch nach seinem Muskelfaserriss kam er nicht so selbstverständlich ins Team zurück. Daniel Imhof hatte ihn durchaus stark vertreten. Seine Ersetzbarkeit muss Zdebel einen Knacks versetzt haben. Er muss wieder aufgebaut werden.
Tommy Bechmann (17; 10; 3,92): Als er nach drei Spieltagen mit vier Treffern mit an der Spitze der Torschützenliste stand, da schien der Bann endgültig gebrochen und der Däne, einst der teuerste Einkauf in der Geschichte des VfL Bochum, nach langer Leidensgeschichte endlich da angekommen, wo man ihn sehen wollte. Doch schnell ging es auch wieder bergab. So blieb zum Schluss die Rolle des Edel-Jokers im offensiven Bereich. Die füllt er gut aus, oft sorgt er für neuen Schwung in der Schlussphase. In Duisburg sogar für die Entscheidung. Aber einer mit dieser Veranlagung müsste beim VfL eigentlich ein Top-Leistungsträger sein. Über 90 Minuten.
Marcin Mieciel (16; 10; 3,80): Der Pole verletzte sich früh an der Schulter, kam danach nur noch zu einigen eher unglücklichen Einsätzen und war frühzeitig schon als "Fehleinkauf" abgeschrieben. Gegen Wolfsburg gelang ihm aber doch noch der Durchbruch. Sicher kein bulliger Reißer, eher ein spielender Mittelstürmer, der den Ball halten kann und seine Nebenleute klug einsetzt, sich gerne auch mal weit zurück fallen lässt. Verteidigte seinen Stammplatz, aber unumstritten ist er sicher nicht.
Philipp Bönig (9; 9; 3,82): Fand verletzungsbedingt nie seinen Rhythmus. Schade, denn in der Hinrunde der letzten Saison spielte er teilweise überragend. Zuletzt wieder regelmäßig in der Startformation, überzeugen konnte er selten. Meichelbeck und vor allem auch Pfertzel werden ihm in der Rückrunde im Nacken sitzen.

Auf weniger als die Hälfte aller möglichen benoteten Einsätze kamen:

Danny Fuchs (13; 8; 3,84): Nicht alle VfL-Fans wussten mit seiner Verpflichtung etwas anzufangen. Und als er in der Vorbereitung weitgehend passen musste, schien seine Zeit beim VfL früh unter keinem guten Stern zu stehen. Doch Fuchs nahm den Kampf um den Platz auf der linken Seite auf und gewann ihn - Stand heute - gegen Youngster Dennis Grote. Seine Routine und Ballsicherheit gaben den Ausschlag. In Schalke hätte er für länger zum VfL-Held werden können. Der Innenpfosten verhinderte es.
Daniel Imhof (11; 8; 3,45): Nicht alle Fans konnten nachvollziehen, warum der Kanadier als "Last-minute-Verpflichtung" zurückgeholt wurde. Doch als ihm dann gegen den HSV mit seiner ersten Ballberührung das spektakuläre Siegtor gelang, hatte er in der Bundesliga mit einem Jahr Verspätung Fuß gefasst. Spielte danach so konzentriert, laufstark und mannschaftsdienlich, dass er sogar Kapitän Zdebel den Platz im Team streitig machte.
Dennis Grote (14; 7; 3,95): Das Eigengewächs schaffte es schon einige Male in die Stammformation, derzeit aber hat auf seiner linken Seite Danny Fuchs wohl noch die Nase vorne. Der U-21-Nationalspieler ist im Spiel einfach noch nicht so präsent, weil im körperlichen Bereich wohl noch Defizite aufzuarbeiten sind. In der Nationalmannschaft seines Jahrgangs schon mit prächtigen Auftritten, die sein Talent unterstreichen halfen. Aus der ersten Serie der Bundesliga dürfte sein Führungstor gegen die Bayern haften bleiben.
René Renno (6; 6; 3,50): Eigentlich die Nummer drei, die schon selbst nicht mehr an die Chance glaubte, schlug seine Stunde dann vor der Partie gegen Wolfsburg, als kurzfristig Lastuvka und Heerwagen ausfielen. Zwar nicht fehlerfrei, aber immerhin mit der Mannschaft erfolgreich, konnte er sich unerwartet bis zum Ende der Rückrunde als Nummer eins behaupten. Dabei allerdings in Schalke und gegen den KSC mit schwerwiegenden Patzern. Das Rennen um den Posten im Kasten wird im Trainingslager neu beginnen.
Ivo Ilicevic (6; 3; 4,66): In der Vorbereitung stark und mit guten Ansätzen, konnte er sich in der Hinrunde nie durchsetzen und muss weiter auf seinen Durchbruch warten.
Martin Meichelbeck (2; 2; 3,50): Wie so oft machte es ihm eine schon gruselige Kette von Verletzungen unmöglich, seine Stärken zu präsentieren.
Pavel Drsek (8; 1; 5,00): Der Tscheche mit einem schweren Stand beim eigenen Publikum. Kollege Maltritz intervenierte deswegen bereits energisch. Die fehlende Schnelligkeit ist natürlich unübersehbar, dadurch nach seinen Einwechslungen ein Unsicherheitsfaktor. Koller muss aber immer dann auf ihn setzen, wenn ihm in der Innenverteidigung oder sogar im defensiven Mittelfeld die Spieler ausgehen. Was leider in der Hinrunde mehrmals der Fall war.
Oliver Schröder (4; 1; 4,00): Durch Verletzungen zurückgeworfen, konnte er seinen Konkurrenten auf der Außenbahn keinen Dampf machen.

Autor: uh

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