Aufsteiger: Mit ganzen zwei Bundesliga-Spielen kam Tom Starke aus Paderborn nach Duisburg, wurde zunächst skeptisch beäugt. In der Sommer-Vorbereitung setzte sich der Familienvater gegen Sven Beuckert und Marcel Herzog durch, trat in die großen Fußstapfen von Georg Koch. Zwar lief die Hinserie nicht perfekt, es gab den einen oder anderen Wackler, wie zum Beispiel gegen Schalke 04 (Miss-Verständnis mit Björn Schlicke), aber dann auch die Glanz-Leistung in der Höhle des Löwen beim FC Bayern München.

Auf- und Absteiger MSV

Ailton als Rohrkrepierer

tt
25. Dezember 2007, 08:50 Uhr

Aufsteiger: Mit ganzen zwei Bundesliga-Spielen kam Tom Starke aus Paderborn nach Duisburg, wurde zunächst skeptisch beäugt. In der Sommer-Vorbereitung setzte sich der Familienvater gegen Sven Beuckert und Marcel Herzog durch, trat in die großen Fußstapfen von Georg Koch. Zwar lief die Hinserie nicht perfekt, es gab den einen oder anderen Wackler, wie zum Beispiel gegen Schalke 04 (Miss-Verständnis mit Björn Schlicke), aber dann auch die Glanz-Leistung in der Höhle des Löwen beim FC Bayern München.

Dort hielt Starke mehrere Geschosse des Favoriten. Auch Pablo Caceres kann ohne weiteres in die Gewinner-Gruppe eingeordnet werden. Im Vorjahr tauchte der Uruguayer nur als Ergänzungs-Mann auf, schlüpfte nach dem Aufstieg aber plötzlich in die ungewohnte Stammspieler-Rolle, weil Alex Meyer erneut verletzt ausfiel. Nach durchaus ordentlichen Partien zeigte der Trend bei Caceres ab Herbst nach unten, der Linksfuß musste ausgepowert auf die Bank, hat sich aber insgesamt deutlich weiterentwickelt.

Ivica Grlic zählte schon im Juli zu den Siegern - er bekam von Rudi Bommer die Kapitäns-Binde, untermauerte damit nach einer starken Zweitliga-Rückrunde seinen Stellenwert. Als kluger Stratege führte "Grille" die Zebras zu den wichtigen Siegen über Nürnberg und Cottbus.
Absteiger
Acht Spiele, ein Tor gegen Ex-Club Werder, keine Vorlage, dazu peinliche Aufritte wie in Cottbus oder zuhause gegen Frankfurt, als er unbeteiligt und achselzuckend nach verlorenen Bällen stehenblieb: Toni Ailton passt nicht zum MSV - und umgekehrt geht es auch nicht. Der königliche Empfang im Sommer, als die einstige "Rakete" mit Schal geschmückt auf einem Holz-Zebra Platz nahm, um für die Fotografen-Meute zu posieren, deckte sich in keinster Weise mit den ärmlichen Darbietungen auf dem Rasen. In der Mannschaft büßte der "Kugelblitz" an Reputation ein, weil es sogenannte Extrawürste gab und er mehrmals Sonderurlaub bekam.

Sein mitunter unglückliches Auftreten in der Öffentlichkeit machte es den Verantwortlichen zusätzlich schwer. In Bremen ließ er sich vor und nach dem 0:4 im Pokal von der Werder-Kurve feiern, erzählte anschließend gegenüber den Medien, nicht weg zu wollen. Kurze Zeit später gab es ganz andere Aussagen, da wollte der frischgebackene Zwillings-Papa doch weg, mokierte sich über das System, in das er sich selbst in keinster Weise einbringt. Kurzum: Der vermeintliche Knaller entpuppte sich als Rohrkrepierer. Das Missverständnis dürfte in Kürze (auf)gelöst werden.

Problem
Der MSV präsentierte sich sportlich äußerst schwankend, machte zum Teil anfängerhafte Fehler, wie zum Beispiel in Leverkusen, wo man durch schnell ausgeführte Standards immer wieder in Schwierigkeiten kam und dem Gegner dann auch noch generös Tür und Tor öffnete. Gute Leistungen blieben oft ungekrönt, der 0:4-Abschuss in Bremen war angesichts einer einstündigen starken Leistung ein Witz. Andererseits dient das Beispiel auch als Beleg dafür, wie schnell der Aufsteiger vom Konzept abgebracht werden kann. Zuhause leistete man sich eine Flut von Niederlagen, eine vermeintliche Trumpfkarte, nämlich mit Unterstützung des hervorragenden Publikums die Ernte einzufahren, kann somit bisher nicht gezogen werden.

Zukunft
Sollte der MSV nach einjährigem Gastspiel wieder absteigen, wäre der Schaden immens. Sponsoren- und Zuschauer-Einnahmen würden automatisch schrumpfen, ein Kader dieser Art ließe sich nicht mehr stemmen. Ishiaku, Georgiev oder Roque Junior wären in dem Fall keinesfalls zu halten, zumal die Kontrakte bei den beiden Letztgenannten ohnehin nur bis zum Sommer 2008 gelten. Die Frage ist auch, ob "Macher" Walter Hellmich, der oft genug flammende Appelle an die Unternehmen in der Region gerichtet hat, in dieser Form weitermacht. Was seine Belastung zwischen Firmen- und Vereins-Führung angeht, muss schneller denn je eine Relais-Stelle eingerichtet werden.

Die Verhandlungen in diesem Punkt laufen, offenbar sind sie mit Oliver Kreuzer (ehemals Red Bull Salzburg) schon weit vorangeschritten. Damit hätten die Zebras die vakante Manager-Position endlich besetzt, Hellmich könnte sich etwas aus der Gefechtslinie zurückziehen und würde sicherlich bei vermeintlichen Coups vom Schlage eines Ailton auch auf die Kompetenz aus den eigenen Reihen hören. Wenn den Zebras trotz der mauen Halbzeit-Bilanz der Klassenerhalt gelingt, wäre der erste Schritt getan, um bald wieder zur festen Bundesliga-Größe zu reifen.

Autor: tt

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