Es ist zwar schon einige Jahre her, dass Stephane Chapuisat für Borussia Dortmund auf Torejagd gegangen ist, doch das BVB-Engagement des Schweizer Stürmers hat selbst acht Jahre nach dessen Weggang noch Nachwehen. „Chapis“ Landsmann Thomas Minder, geboren in Bülach, etwa 20 Kilometer nördlich von Zürich, hat im November seinen Wohnsitz aus der Schweiz nach Dortmund verlegt.

BVB-Fan Thomas Minder macht seinen Traum wahr

Von Bülach nach Dortmund

kub
21. Dezember 2007, 08:17 Uhr

Es ist zwar schon einige Jahre her, dass Stephane Chapuisat für Borussia Dortmund auf Torejagd gegangen ist, doch das BVB-Engagement des Schweizer Stürmers hat selbst acht Jahre nach dessen Weggang noch Nachwehen. „Chapis“ Landsmann Thomas Minder, geboren in Bülach, etwa 20 Kilometer nördlich von Zürich, hat im November seinen Wohnsitz aus der Schweiz nach Dortmund verlegt.

„Der BVB war bei meiner Entscheidung, nach Dortmund zu ziehen, der entscheidende Punkt“, erklärt der 22-Jährige seine Beweggründe für den Umzug. Schließlich sei er seit nunmehr 13 Jahren Borussia-Fan und seit mehr als drei Jahren ohnehin zu jedem Heimspiel angereist.

Vor eben diesen 13 Jahren begann der junge Thomas etwas vom Fußball zu begreifen und verfolgte zusammen mit seinem Vater die WM 1994 in den USA. Qualifiziert war damals auch die Schweizer „Nati“ mit Chapuisat als deren Superstar. „Mein Vater erzählte mir dann, dass der ‚Chapi’ in Deutschland spielt, bei Borussia Dortmund, und ich habe daraufhin auch ein Spiel des BVB gesehen, das war ebenfalls 1994“, erinnert sich Minder. „Das weiß ich noch ganz genau, da hat Chapuisat auch ein Tor erzielt. Das war ein Elfmeter, den hat er hoch oben links geschossen, der Torwart war noch dran, aber der Ball war drin“, beginnen die Augen des jungen Fußballfans bei diesen Gedanken immer noch zu leuchten. Und wechselt wie selbstverständlich in Bezug auf die Dortmunder Borussia in die „Wir“-Form. „Ich habe von da an vermehrt Spiele von Dortmund gesehen, da wir ja auch erfolgreich waren – 1995 und 1996 Deutscher Meister.“

Sein erstes Live-Spiel im Dortmunder Stadion war das Champions League-Duell gegen Rosenborg Trondheim. Das Resultat von 0:3 war für den Schweizer eher zweitrangig. „Das Stadion ist natürlich nicht vergleichbar mit denen in der Schweiz, vor allem von den Zuschauerzahlen. Damals gingen noch 69.000 hinein, bei den Grashoppers Zürich kamen vielleicht 6.000“, hatte die Begeisterung für den BVB einen weiteren Schub erhalten. Vollends geschehen um Minder war es nach seinem zweiten Trip zum BVB. Im letzten Spiel der Saison 2001/2002 bedeutete das 2:1 gegen Werder Bremen den Meistertitel für die Borussia: „Das war das absolut Größte.“

Seit September 2004 verpasste der Immobilienmakler kein Heimspiel mehr und war bisher an jedem zweiten Wochenende fünf bis sechs Stunden pro Strecke unterwegs. Meist machte sich eine Gruppe von BVB-Anhängern auf die Tour ins Ruhrgebiet. Um noch mehr Schweizer für Dortmund zu begeistern, gründeten Minder und seine Fußballkollegen den Fan-Club „Swiss Crew“, mit dem gelegentlich auch Busfahrten zu besonderen Spielen organisiert werden.

Die fortlaufende Beschäftigung von Landsleuten beim BVB sieht Minder ebenfalls positiv. Sein Lieblingsspieler in Schwarz-Gelb war, ist und bleibt "Chapuisat natürlich. Von den momentanen Spielern ist es aber Lars Ricken. Der spielt schon ewig in Dortmund und ist zu der Zeit, als ich BVB-Fan wurde, zusammen mit Ibrahim Tanko bekannt geworden.“

Von den „zweieinhalb“ aktuellen Schweizern, zu denen er neben Philip Degen und Alexander Frei auch Mladen Petric zählt, ist er Degen schon am nächsten gekommen. „Degen haben wir nach einem Spiel auf Schweizerdeutsch angesprochen und sind ins Gespräch gekommen“, erzählt er. Aus dieser Begegnung entwickelten sich weitere Treffen außerhalb des Platzes. Ganz vergessen hat der Schweizer seine Heimat fußballerisch natürlich noch nicht. Auch „seinen“ Grashoppers Zürich hält er weiter fest die Daumen.

Autor: kub

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