Die folgende Geschichte handelt von einem Duell der ganz besonderen Art und von der Frage, ob es wahre Freundschaft zwischen Schiedsrichtern und Spielern überhaupt geben kann. David Pantförder wird diese Frage spätestens nach dem vergangenen Sonntag wohl relativ schnell mit

Datteln: Ein Unglück kommt selten allein

Am Ende steht immer der Platzverweis

Daniel Maiß
04. Oktober 2006, 14:20 Uhr

Die folgende Geschichte handelt von einem Duell der ganz besonderen Art und von der Frage, ob es wahre Freundschaft zwischen Schiedsrichtern und Spielern überhaupt geben kann. David Pantförder wird diese Frage spätestens nach dem vergangenen Sonntag wohl relativ schnell mit "Nein" beantworten können. Vier Mal wurde die Partie seiner Elf von einem gewissen Schiedsrichter geleitet, vier Mal schickte dieser Pantförder vorzeitig zum Duschen. Bleibt die Frage: Wer von den beiden glaubt an Zufall?

In Datteln ticken die Uhren ein wenig anders - "High Noon" war in der Kanalstadt am Sonntag erst um 16.45 Uhr. Ganz im Stile eines Italo-Westerns standen sich David Pantförder und Dieter Kroll gegenüber. Es war allerdings ein ziemlich ungleiches Duell, denn Panförder ist Spielführer des Bezirksligisen Eintracht Datteln, Kroll dagegen Schiedsrichter - und die sitzen ja bekanntlich meist am längeren Hebel. So auch dieses Mal.

Der Dattelner Kapitän war in der Schlussminute des Heimspiels gegen die Preußen Hochlarmark mit einer Entscheidung des Mannes in schwarz überhaupt nicht einverstanden und machte seinem Ärger Luft. Kroll zückte daraufhin in John Wayne-Manier gleich einmal eine Gelbe Karte und entschied auf Freistoß im Mittelfeld für die Gäste aus Recklinghausen. Die droschen dann das Leder aus Zeitmangel, es lief die Schlussminute der Partie, einfach mal in Richtung Dattelner Strafraum - doch dort hatte sich Pantförder inzwischen schon wieder postiert und bugsierte das Leder zur Ecke.

Aber auch das ließ der Eintracht-Spielführer nicht unkommentiert und so ging das ungleiche Duell in seinen zweiten Teil. Kroll fackelte nicht lange machte aus "Gelb" schnell "Gelb-Rot" und Pantförder durfte - wieder einmal unter Kroll - frühzeitig unter die Dusche. Und wenn dieses Kapitel der ganz besonderen Freundschaft nicht schon eine neue obskure Note bekommen hätte, kam es für Pantförder und seine Dattelner noch dicker.

Denn zu allem Übel gab wegen des Protestes des Mannschaftsführers auch noch indirekten Freistoß aus knapp zehn Metern für die Hochlarmarker, die sich diese Chance nicht nehmen ließen: Marco Westphal drosch die Kugel zum entscheidenden 1:0 in die Datttelner Maschen.

Freunde werden diese beiden wohl nicht mehr.

Autor: Daniel Maiß

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