Die Geschichte wiederholt sich, aber darauf hätte Michael Zorc gerne verzichtet. Dem Dortmunder Sport-Direktor war nach dem 0:4-Debakel in der Volkswagen-Arena deutlich anzumerken, dass er seine Zunge zügeln musste - oder wollte. Dennoch folgte aus dem Mund des Dortmunder Rekordprofis ein wahres Kritik-Feuerwerk. Zunächst versuchte er es mit leichter Ironie.

Art und Weise des BVB-Auftritts schlichtweg unwürdig

Zorc geladen: "Das hat mit Profi-Fußball nichts zu tun"

Randolf Kaminski
17. Dezember 2007, 14:54 Uhr

Die Geschichte wiederholt sich, aber darauf hätte Michael Zorc gerne verzichtet. Dem Dortmunder Sport-Direktor war nach dem 0:4-Debakel in der Volkswagen-Arena deutlich anzumerken, dass er seine Zunge zügeln musste - oder wollte. Dennoch folgte aus dem Mund des Dortmunder Rekordprofis ein wahres Kritik-Feuerwerk. Zunächst versuchte er es mit leichter Ironie.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/146-2174_preview.jpeg Verärgert: Michael Zorc. (Foto: firo)[/imgbox]"Wir könnten es uns einfach machen und darauf hinweisen, dass bei uns drei Leute gefehlt haben, die zuletzt den Laden zusammengehalten und ihre Sache gut gemacht haben. Auf der anderen Seite könnten wir auch anführen, dass die Art und Weise, wie wir uns hier präsentiert haben, Borussia Dortmund nicht würdig war."

Auch er verstand es nicht, warum nach den guten Auftritten in Stuttgart und gegen Bielefeld so ein Einbruch folgen konnte. "Wir sind offenbar Experten darin, wie man Gegner aufbaut. Wie schon gegen Nürnberg gehen wir gegen Mannschaften, die zuvor fünf, sechs Begegnungen nicht gewinnen konnten, unter. Dabei mussten die anderen Teams noch nicht Mal was Besonderes reißen. Es reicht schon, wenn sie kompakt stehen. Das ist schon frustrierend."

Insbesondere die Einstellung dieser Truppe geht Michael Zorc langsam, aber sicher auf die Nerven. "Nach zwei Siegen sind alle wohl wieder zufrieden gewesen. Das hat nicht allzu viel mit Profi-Fußball zu tun." Der Sportdirektor widerspricht dem Einwand, dass es vielleicht auch eine Frage der spielerischen Qualität ist. "Das ist eine Kopfsache." Schließlich wechseln sich das gute und das hässliche BVB-Gesicht in dieser Saison permanent ab. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der körperliche Zustand des Teams innerhalb von sieben Tag schlechter geworden ist. Das liegt an der Psyche."

Inzwischen ist sich Michael Zorc bewusst, dass er mit dieser Achterbahnfahrt wohl bis zum Saisonende leben muss: "Das wird ein verdammt langer Weg. Anscheinend braucht die Truppe immer ein Feuer von außen, das neu entzündet werden muss. Das ist nicht der Fußball, den wir uns vorstellen." Doch bevor er weiter ausholte, bremste der Funktionär sich selbst und zog geladen bis zur Halskrause davon. Die große Explosion wird wohl spätestens heute Nachmittag, wenn die Borussen nach Indonesien jetten, stattfinden.

Autor: Randolf Kaminski

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