Rudi Bommer über, Transfers, Klemen Lavric und "Mokhi"

"Frankfurt-Wechsel ist alte Kamelle"

Thomas Tartemann
14. Dezember 2007, 22:25 Uhr

"Die Stimmung ist wieder gut", sagt Duisburgs Trainer Rudi Bommer. Verständlich: Zwei zu-Null-Begegnungen gab es im Saison-Verlauf noch nicht, dazu beflügelt der jüngste Überraschungs-Streich beim FC Bayern München (0:0). "Die Mannschaft hat einen ganz tollen Eindruck hinterlassen, es war klasse, wie sie gekämpft hat. Das ist genau die Tugend, die wir benötigen", blickt der Coach auf die bevorstehenden 90 Minuten gegen Eintracht Frankfurt. RevierSport unterhielt sich mit dem 50-Jährigen.

Rudi Bommer, haben Sie mit Rotsünder Mo Idrissou den Ausraster gegen Oliver Kahn besprochen?

Nein, das ging leider noch nicht. Mo liegt mit Grippe im Bett. Allerdings hat er seine Geldstrafe bekommen. Ganz gleich, wie der Platzverweis letztlich zustande kam. Mo wollte Kahn kurz ans Bein titschen, sicherlich keine böse Aktion, aber letztlich unnötig. Da muss man einfach den Kopf einschalten. Wir mussten in der Endphase völlig umplanen, in Unterzahl den Punkt verteidigen, anstatt vielleicht selbst noch ein Ding zu setzen.
Ein Sieg in München...
...wäre mit etwas mehr Konseqzenz im Abschluss durchaus möglich gewesen. Das war nach dieser Partie auch mein Kritikpunkt, noch energischer auf das Tor zu spielen. Mit uns hatte ohnehin keiner gerechnet, die meisten hatten uns abgeschrieben.

Haben Sie wirklich an einen Coup geglaubt?
Natürlich. Ich bin kein Schaumschläger. Wenn ich vorher sage, da geht was für uns, dann meine ich das auch so. Ich habe versucht, den Jungs zu vermitteln, dass sie selbst gegen Top-Teams wie Bayern etwas erreichen kann. Gegen Schalke und Werder waren wir auch nicht so weit weg, aber da gab es keine Punkte.

Momentan bahnt sich eine kleine Serie an.
Wir haben jetzt vier Zähler in Folge geholt. Das ist genau das, was die Mannschaft gebraucht hat. Oft sind wir für die Bemühungen nicht belohnt worden, jetzt kommt der Erfolg. Wenn gar nichts geht, muss man auch Mal mit einem 0:0 zufrieden sein. Der Unterschied zwischen uns und Sonntags-Gegner Eintracht Frankfurt ist der, dass die Funkel-Truppe sieben Unentschieden mehr auf dem Konto hat. Wenn wir mit 14 Zählern in die Pause gehen sollten, wäre das akzeptabel. Wichtig ist, dass uns die anderen nicht weglaufen.
Wie sieht es personell aus? Björn Schlicke musste in München verletzt raus, Klemen Lavric fehlte beim Training.

Björns Brummschädel ist wieder okay, er hat ganz normal trainiert. Klemen Lavric hat einen Trauerfall in der Familie, sein Vater wird Samstag beerdigt. Er hilft seiner Mutter in Slowenien, wird bis zum Wochenende dort bleiben. Für ihn war das ein absoluter Schock, er hatte eine enge Bindung zu seinem Vater. Vom Kopf her ist das für Klemen nicht einfach. Es würde nichts bringen, ihn jetzt in den Kader zu nehmen.

Um Youssef Mokhtari ranken sich ausgerechnet vor dem Frankfurt-Spiel Wechsel-Gerüchte Richtung Eintracht. Wie bewerten Sie das?

Völlig gelassen. Da ist nichts dran, das ist eine alte Kamelle aus dem letzten Sommer. Es passt natürlich, weil er aus der Frankfurter Ecke kommt.

Sie wurden in einer Sport-Zeitung zitiert, noch Mal nachlegen zu wollen.

Ich sage nicht in der einen Zeitung, wir machen nichts mehr, um dann in der nächsten Gazette zu erklären, dass wir doch neue Leute holen. Der Stand ist unverändert: Wir können im Winter keine Transfers durchführen. Außerdem kommen bei uns einige angeschlagene Spieler zurück, so dass mehr Alternativen vorhanden sind.

Autor: Thomas Tartemann

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