Ein guter Torhüter, glauben Fußballer, rettet der eigenen Mannschaft durch seine Paraden über die gesamte Saison gesehen fünf bis sechs Punkte. Was aber, wenn der Torwart von seinen Vorderleuten dermaßen im Stich gelassen wird, dass man fast schon Mitleid mit dem Schlussmann bekommt und der Abpfiff keine Punkte, sondern den Torhüter selbst rettet - vor noch mehr Gegentoren. Auch in dieser Woche präsentieren wir wieder die „bemitleidenswertesten Keeper des Wochenendes“. Alle vorgestellten „Linientiger“ verkamen zu sanften Schmusekätzchen, nachdem sie den Ball allesamt mehr als elf Mal aus dem eigenen Netz holen mussten.

Die Top 5 der bemitleidenswertesten Torhüter des Wochenendes (Folge 7)

Wenn der Schlusspfiff den Torwart rettet

Thomas Ziehn
03. Oktober 2006, 17:04 Uhr

Ein guter Torhüter, glauben Fußballer, rettet der eigenen Mannschaft durch seine Paraden über die gesamte Saison gesehen fünf bis sechs Punkte. Was aber, wenn der Torwart von seinen Vorderleuten dermaßen im Stich gelassen wird, dass man fast schon Mitleid mit dem Schlussmann bekommt und der Abpfiff keine Punkte, sondern den Torhüter selbst rettet - vor noch mehr Gegentoren. Auch in dieser Woche präsentieren wir wieder die „bemitleidenswertesten Keeper des Wochenendes“. Alle vorgestellten „Linientiger“ verkamen zu sanften Schmusekätzchen, nachdem sie den Ball allesamt mehr als elf Mal aus dem eigenen Netz holen mussten.

1. SG Eintracht Gelsenkirchen II (Kreisliga A 2 Gelsenkirchen)
- SG Eintracht Gelsenkirchen II – Westfalia 04 Gelsenkirchen 0:15 -

Was hätte man an diesem Sonntag nicht alles machen können. Lange schlafen, Spaziergänge mit der Freundin oder mal wieder das Auto waschen. Der Torwart von Eintracht Gelsenkirchen II wird sich nach dem 0:15 gegen Westfalia Gelsenkirchen wohl genau das gedacht haben - er entschied sich leider fürs Fußballspielen. In der ansonsten recht ausgeglichenen Liga war es das erste „Handballergebnis“ der laufenden Saison. Die Stürmer der Westfalia rieben sich die Hände. Danny Göring und Ümit Yüksel stockten ihr Trefferkonto gleich um jeweils vier Tore auf.
2. SV Waldesrand Linden III (Kreisliga C 5 Bochum)

- Amacspor Dahlhausen II - SV Waldesrand Linden III 12:1 -

Die Spieler von Amacspor Dalhausen mussten sich beim 12:1-Erfolg gegen den SV Waldesrand Linden III wie im Schlaraffenland gefühlt haben. Bis zu dieser Partie brachten die Dahlhausener in fünf Spielen lediglich elf Tore zu Stande. Dass sie diese Zahl mehr als verdoppeln würden, hätten sie vor dem Anpfiff sicherlich selber nicht geglaubt. Leidtragender war der Schlussmann der Lindener, der den Ball zwölf Mal aus dem Netz holen musste. Bereits am letzten Wochenende verpasste er ganz knapp den Einzug in die „Top Fünf“. Da verlor der SV 1:9 beim SC Oberstüter.

3. Borussia Pantringshof II (Kreisliga C 2 Herne)

- Senlik-Spor Castrop - Borussia Pantringshof II 13:1 -

Zweimal konnte die Abwehr der Borussia eine zweistellige Niederlage knapp vermeiden. Zweimal hieß es in dieser Saison 0:8 aus der Sicht der Borussia. Bei Selik-Spor Castrop ließ die Hintermannschaft der Borussia ihren Torwart allerdings vollends im Regen stehen. Das 1:13 war gleichzeitig die höchste Saisonniederlage für Pantringshof, dass in acht Spielen bereits 48 Gegentore hinnehmen musste.

4. DJK Wanne 88 (Kreisliga B 2 Herne)

- DJK Wanne 88 - ETuS Wanne 3:15 –

Fast möchte man meinen, dass im Wanner Derby nicht Fußball, sondern Handball gespielt wurde. Achtzehn Tore sieht man nicht alle Tage in einen Fußballspiel. Zu bedauern war der Torhüter der DJK, dem die Bälle sicherlich noch in einigen unruhigen Nächten um die Ohren fliegen werden. Nach dem 0:8 am zweiten Spieltag gegen ASC Leone und dem 0:12 am vierten Spieltag beim SC Röhlinghausen war er die höchste Niederlage für Wanne 88. Ganze 55 Mal trafen die gegnerischen Angreifer ins Netz der 88er, die punktlos auf dem letzten Tabellenplatz stehen.
5. TuS Borth III (Kreisliga C 2 Moers)

- TuS Rheinberg - TuS Borth III 15:0 -

Vielleicht sollten die Torhüter des TuS Borth III, der DJK Wanne 88 und der SG Eintracht Gelsenkirchen II einen Arbeitskreis ins Leben rufen. 15 Gegentore bekommt man nicht oft und so ein Erlebnis muss man als „Torverhinderer“ erst einmal verarbeiten. Die TuS Borth III jedenfalls hatte bei der 0:15-Klatsche gegen den Namensvetter TuS Rheinberg keine Chance.

Diese Folge der bemitleidenswertesten Keeper des Wochenendes ist die bisher torreichste. In den fünf vorgstellten Partien fielen nicht weniger als 75 (!) Tore.

Für alle Torhüter gilt natürlich: Kopf hoch, es kommen auch wieder bessere Zeiten.

Autor: Thomas Ziehn

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