Zlatan Bajramovic als Nachtschwärmer? Ein Schelm, wer dem Bosnier zutraut, mit seinen Balkan-Brüdern feste einen drauf zu machen.

Schalke: Bajramovic' alternative Samstagnacht: Boxen statt Disco

Mayweather vs. Kitic

hb
14. Dezember 2007, 09:06 Uhr

Zlatan Bajramovic als Nachtschwärmer? Ein Schelm, wer dem Bosnier zutraut, mit seinen Balkan-Brüdern feste einen drauf zu machen. "Ich habe mir den Wecker auf 4.50 Uhr gestellt und den Boxkampf von Floyd Mayweather angeschaut. Auch nicht gerade die optimale Vorbereitung, oder?", fragte der wirklich nicht auf den Mund gefallene Familienvater, nachdem er mal auf doof in den Kreis der Verdächtigen geraten, als die Bilder seiner Teamkollegen Mladen Krstajic und Ivan Rakitic im "Club Intact" erstmals in der Öffentlichkeit auftauchten.

Bajramovic indes war brav zuhause, wenngleich er die Nacht nicht mit gesundem Schlaf verbracht, aber eben auch nicht im Duett mit dem serbischen Volkssänger Mile Kitic hatte.

Statt am Mikro überzeugte "Zlati" gegen Trondheim mit einer mal wieder tadellosen Leistung - und eine Solidaraktion, über die mal wieder mehr Leute sprachen als über die tolle sportliche Leistung. Unmittelbar nach dem Abpfiff flitzte er zur Schalker Reservebank und erschien mit zwei unbenutzten Trikots vor der Nordkurve, wo der Rest der Truppe schon mit den Fans feierte. In dem Moment war eigentlich schon klar, dass es die Shirts mit den Rückennummern 10 und 20 waren, doch als Bajramovic die Teile in Richtung Fans hob, pfiff ihm ein Orkan der Entrüstung in den Ohren.

"Ivan und Mladen haben einen Fehler gemacht, das sollte man nicht beschönigen. Aber ich wollte mit dieser Aktion zeigen, dass sie zur Mannschaft gehören. Teamkameradschaft ist das Wichtigste", betonte der impulsive Profi, der vor zehn Tagen noch selbst die Schlagzeilen bestimmt hatte, als ihm aufgrund seiner angeblichen Unzufriedenheit als Nicht-Stammspieler auf Schalke Wechselabsichten unterstellt wurden. "Es muss so sein, dass man mal seine Meinung sagen darf, aber ich wollte nie provozieren. Schalke bleibt mein erster Ansprechpartner für Vertragsverhandlungen. Ich würde mich freuen, wenn ich hier bleiben würde", stellte Bajramovic nun fest.

Vorher war ihm in der Kabine ein warmer Empfang bereitet worden. Die beiden Party-Profis freuten sich, dass ihre Posse einen glücklichen Ausgang gefunden hatte und beglückwünschten Bajramovic zu dessen prima Geste. "Ivan ist mein Zimmergenosse, wenn wir uns im Mannschaftshotel auf ein Spiel vorbereiten. Diesmal war er ja nicht dabei, und weil ich so alleine war, hatte ich viel Zeit mir etwas zu überlegen", erzählte der Trikotträger, wie es überhaupt zu der Idee kam. "Er und Mladen sind ja quasi meine Landsleute, deswegen hat mich diese Geschichte noch einmal fünf Prozent mehr gepusht. Und nach dem Spiel haben sie auch schon in der Kabine gewartet und mir gesagt, sie wüssten ja, dass ich verrückt sei, aber so verrückt?"

Vollends rehabilitiert sind die beiden mit einer Geldstrafe von geschätzten 10.000 Euro zur Kasse gebetenen Discofreunde noch nicht. Am Samstag werden sie zwar wieder zum S04-Kader gehören, aber womöglich nur auf der Bank sitzen. "Die Mannschaft wollte für die beiden spielen, das war eine tolle Geste und zeigt, dass das Team zusammengehört. Fehler können immer wieder vorkommen, aber das war ein großer Fehler. Sie haben eine saftige Geldstrafe erhalten, damit sollte die Angelegenheit auch ruhen", zog Manager Andreas Müller vorerst einen Schlussstrich unter die Geschichte, die aber sicher ihren Eintrag ins Buch der schönsten Schalker Skandale finden wird.

Autor: hb

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