So langsam aber sicher müssen sich die Anhänger der Spitzenteams der Regionalliga NRW auf eine Entscheidung des Titelkampfes am 23.Dezember einstellen. Nach dem verdienten 4:1-Sieg des Neusser EV gegen den EHC Dortmund kämpfen nun fünf Teams um den Titel.

Eishockey-Regionalliga: Krisensitzung bei der DEG

Kobras weiter Spitzenreiter

Markus Terbach
10. Dezember 2007, 21:26 Uhr

So langsam aber sicher müssen sich die Anhänger der Spitzenteams der Regionalliga NRW auf eine Entscheidung des Titelkampfes am 23.Dezember einstellen. Nach dem verdienten 4:1-Sieg des Neusser EV gegen den EHC Dortmund kämpfen nun fünf Teams um den Titel.

50 Minuten lang sahen die nur etwa 250 Zuschauer ein packendes Spiel, bei dem NEV-Torhüter Dennis Kohl zum Matchwinner avancierte. Dortmund Top-Spieler Antti-Jussi Miettinen sah sich einer Sonderbewachung ausgesetzt, bei der Schiedsrichter Schummers die von den Neussern angewendeten Mittel sehr großzügig bewertete.

Ergebnis: Miettinen ist nach zwei „Zehnern“ heute ebenso gesperrt, wie Jan-Anton Baron und der Neusser Steve Blumentritt, die Spieldauerstrafen kassierten. „Jetzt ist es unser ganz klares Ziel, am Ende der Hauptrunde auf Platz zwei zu stehen“, gab Trainer Andrej Fuchs nach der Begegnung die Marschroute für die letzten Spiele aus. Um die Vorgabe erfolgreich umsetzen zu können, muss im schweren Auswärtsspiel bei den Dinslaken Kobras ein Sieg her. Der würde den am Freitag besiegten Dortmundern doch noch die Tabellenführung bringen, wenn sie heute den Königsborner JEC besiegen. „Das ist Pflicht“, stellte Elche-Coach Czeslaw Panek klar.

Durch dieses Ergebnis bleibt auch die DEG-1b weiter im Titelrennen. Aber das war in der letzten Woche angesichts des Unmuts einiger Spieler über Trainer und Training zweitrangig. Das Fass brachte ausgerechnet Co-Trainer Boguslav Maj zum Überlaufen, als er bei einem 2:5-Rückstand im Spiel gegen Troisdorf auf zwei Reihen umstellte, dabei einigen von Thomas Werner – war an diesem Abend beruflich verhindert und nicht anwesend – nur selten berücksichtigten Spielern, massig Eiszeit lieferte und die maßgeblich die Wende und den 6:5-Sieg zu verantworten hatten.

Einige Cracks agierten danach so unprofessionell, dass eine Krisensitzung her musste. Ergebnis: Trainer, Co-Trainer und Spieler bleiben beisammen und das bestmögliche Abschneiden in Hauptrunde und Aufstiegsrunde zur Oberliga das Ziel. Ob die DEG-Sponsoren angesichts des sportlichen und finanziellen Desasters in der DEL für Werners „Einzelkünstler-Combo“ noch Geld ausgeben wollen, erscheint momentan zweifelhaft.

Durch einen nach starkem Schlussdrittel verdienten 7:3-Erfolg in Solingen festigten die Iserlohner Wild Roosters den sechsten Tabellenplatz. Unterliegt der EHC Troisdorf heute in Herne, können die Waldstädter, die gegen Moers spielen, schon ein wenig feiern.

Der NEV muss an diesem Wochenende übrigens auf Schahab Aminikia verzichten. Der Stürmer hatte beim Heimspiel gegen Herne auf rassistische Beschimpfungen mit einem Flaschenwurf in den Gästeblock reagiert, woraufhin er nun vom Landesverband für vier Spiele gesperrt wurde. Ob die Bestrafung in einer Zeit der Zunahme von Rassismus im Sport und im öffentlichen Leben vom Verband das richtige Signal war und ist, darf zumindest angezweifelt werden.

Autor: Markus Terbach

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