Die Geschehnisse ähneln sich, die Statements der Beteiligten klingen wie mit einem Lückentext erstellt. Eine Beleidigung hier, ein Platzverweis dort. Am Ende weiß oft keiner mehr so richtig, was überhaupt geschehen ist und schon ist es wieder so weit - Spielabbruch. In (un)schöner Regelmäßigkeit spielen sich auf den Revier-Sportplätzen Szenen ab, die besser in einem Action-Film aufgehoben wären. Diesmal beim Kreisliga-B-Match zwischen Eintracht Vogelheim und dem SC Phönix Essen II.

Essen: Spielabbruch nach Hetzjagd über den Platz

"Die haben so gezittert..."

Aaron Knopp
03. Dezember 2007, 16:29 Uhr

Die Geschehnisse ähneln sich, die Statements der Beteiligten klingen wie mit einem Lückentext erstellt. Eine Beleidigung hier, ein Platzverweis dort. Am Ende weiß oft keiner mehr so richtig, was überhaupt geschehen ist und schon ist es wieder so weit - Spielabbruch. In (un)schöner Regelmäßigkeit spielen sich auf den Revier-Sportplätzen Szenen ab, die besser in einem Action-Film aufgehoben wären. Diesmal beim Kreisliga-B-Match zwischen Eintracht Vogelheim und dem SC Phönix Essen II.

Nach einer strittigen Schiedsrichter-Entscheidung veranstalteten die Gäste eine regelrechte Hetzjagd auf einen der Eintracht-Kicker. Dass dieser körperlich unversehrt aus der Szene hervorging, hat er wohl nur seiner Ortskundigkeit zu verdanken. RevierSport fragte die Klubs und den Schiedsrichter: Was war da los?

Kenan Salvis (Spielertrainer SC Phönix Essen):
"Zwei Spieler haben sich gegenseitig beleidigt und dann hat unser Mann den anderen an den Hals gefasst. Daraufhin gab der Schiedsrichter dem einen Gelb und unserem Spieler Rot. Dann hat der natürlich gefragt, was das soll, weil der andere ihn beleidigt hat und nur Gelb bekommt. Der Schiedsrichter meinte aber: 'Das interessiert mich nicht.' Wir haben unseren Kicker gemeinsam in die Kabine gebracht und Vogelheim hat den, der Gelb gesehen hatte, ausgewechselt. Plötzlich ist der aber wieder aufs Feld gekommen und hat uns beleidigt. Ein paar von unseren Jungs sind deshalb hinterhergerannt, der Vogelheimer konnte aber abhauen, es gab also keine Schlägerei oder so. Daraufhin hat der Schiedsrichter die Partie jedoch abgebrochen. Vielleicht eine etwas harte Entscheidung: Der Spieler war ja ohnehin ausgewechselt worden und man hätte theoretisch auch weiterpfeifen können. Jetzt rechnen wir natürlich damit, dass das Spiel gegen uns gewertet wird."

Frank Brettschneider (Geschäftsführer Eintracht Vogelheim):

"Einer von Phönix hat einen Eintracht-Spieler an den Hals gegriffen und wurde vom Platz gestellt. Danach mussten die den mit vier Mann festhalten, damit der unseren Kicker nicht verprügelt. Wenn die den losgelassen hätten, hätte der auch den Schiedsrichter windelweich geprügelt; ich habe mich schützend dazwischen gestellt und einen mitgekriegt. Wir haben dann unseren Spieler ausgewechselt, aber die sind mit fünf, sechs Mann hinter ihm her. Der ist natürlich schnell weggerannt und über den Zaun gesprungen. Zum Glück kommt er aus Vogelheim und wusste, wo er hin muss. Der Unparteiische musste dann einfach abbrechen. Wir haben ja auch viele junge Spieler in der Mannschaft - 18-, 19-Jährige - die haben so gezittert, die wussten gar nicht, was sie tun sollten. Dabei gab es eigentlich überhaupt keinen Grund für die Eskalation."

Hasan Bozkurt (Referee):

"Ich habe einem Spieler Rot gezeigt, weil der seinem Gegenspieler an den Hals gegangen ist und ihn würgen wollte. Mich hat er nach dem Platzverweis auch noch bedroht. Der Trainer hat den beteiligten Vogelheimer Spieler rausgenommen, damit sich die Partie ein wenig beruhigt. Aber plötzlich haben den vier, fünf Phönix-Spieler gejagt und der ist natürlich abgehauen. Für mich hat es dann überhaupt keinen Sinn mehr gemacht, weiterzuspielen. Nach dem Abpfiff kam der Akteur, den ich runtergeschickt hatte angerannt und hat mich auch noch bedroht, dumme Sprüche abgelassen - alles auf türkisch, ich verstehe das ja. Hinterher kam er zwar zu mir in die Kabine und hat sich entschuldigt, aber das bringt mir ja auch nichts mehr."

Autor: Aaron Knopp

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