In den letzten Wochen kam es in den unteren Ligen der Fußballkreise Westfalens immer wieder zu Schiedsrichterbeleidigungen, Spielabbrüchen und Schlägereien. Ein Phänomen, welches sich zugegebenermaßen nicht nur im Fußball wieder finden lässt, sondern auch in anderen Bereichen. Aufgrund dieser Entwicklung haben sich die Bezirke vor einiger Zeit dazu entschlossen, einen neuen Job auszuschreiben, mit der Bezeichnung „Problemlotse.“

Kreis Bochum: Problemlotse soll Gewalt in den Ligen eindämmen

„Präventive Maßnahmen bei Problemvereinen“

Fabian Weitkämper
01. Dezember 2007, 13:31 Uhr

In den letzten Wochen kam es in den unteren Ligen der Fußballkreise Westfalens immer wieder zu Schiedsrichterbeleidigungen, Spielabbrüchen und Schlägereien. Ein Phänomen, welches sich zugegebenermaßen nicht nur im Fußball wieder finden lässt, sondern auch in anderen Bereichen. Aufgrund dieser Entwicklung haben sich die Bezirke vor einiger Zeit dazu entschlossen, einen neuen Job auszuschreiben, mit der Bezeichnung „Problemlotse.“

Ulrich Jeromin, Vorsitzender des Kreises Bochum, verspricht sich von der neuen Besetzung, „besser mit den Vereinen zusammen zu arbeiten und auf sie zuzugehen, durch gezielte Schulungen für Trainer, Spielführer oder die ganze Mannschaft. Aufgaben, die unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht mehr imstande sind, alleine zu leisten.“ Speziell in Bochum scheint man dabei auf einem guten Weg zu sein, hat sich doch inzwischen ein qualifizierter Mann gefunden, der nach Auskunft von Jeromin das „Amt ab Anfang Januar bekleiden möchte.“

In der letzten Zeit war im Bochumer Raum der Vorsitzende Jeromin selbst als Problemlotse verantwortlich, was jedoch seiner Meinung nach „nicht funktionieren kann, da die Problemvereine nicht mit der Offenheit mit einem Kreisvorsitzenden wie mit einem Außenstehenden sprechen können.“ Daher sei es besser, wie in anderen Städten auch, die Stelle extern zu besetzen und im eigenen Fall sogar mit einem professionell ausgebildeten Mann.

Neben der eingangs schon erwähnten Analyse von Spielabbrüchen zählen vor allem auch die Vereine zum Aufgabenbereich, die in der Fair-Play-Tabelle weit unten rangieren und immer wieder durch Undiszipliniertheiten oder Gewalt auffällig werden, denn hier, berichtet Jeromin, „müsse der Hebel angesetzt und die aufkommende Gewalt präventiv behandelt werden.“

Im Landesverband Westfalen wurden aus diesem Grund in einer Schulung bereits zwanzig Personen ausgebildet, die die Aufgaben gegen ein kleines Entgelt übernehmen und vermehrt in den verschiedenen Kreisen eingesetzt werden sollen.

Ein erster Schritt ist getan. Als schwierig könnte sich jedoch auf Dauer die Finanzierung dieser neu errichteten Stelle erweisen. Zum einen wünscht man sich geschultes Personal, zum anderen hat man nur die Möglichkeit, eine kleine Vergütung zu zahlen, da der größte Teil der Strukturen des Amateurfußballs immer noch ehrenamtlich geführt wird und somit kaum Gelder für durchaus sinnvolle Vorhaben wie dieses vorhanden sind.

Autor: Fabian Weitkämper

Kommentieren