Als Marcel Koller am Dienstag Morgen seine Schützlinge zum ersten Wochentraining versammelte, waren die Reihen mal wieder arg gelichtet. Doch der Coach ließ sich davon nicht irritieren:

Bochum: Ganz entspannt im "Feinkostladen"

"Bin richtiger Derby-Fan"

gp
01. Dezember 2007, 09:04 Uhr

Als Marcel Koller am Dienstag Morgen seine Schützlinge zum ersten Wochentraining versammelte, waren die Reihen mal wieder arg gelichtet. Doch der Coach ließ sich davon nicht irritieren: "Je näher es Richtung Derby geht, um so größer wird die Beteiligung." In der Tat. Denn nach der Rückkehr von Anthar Yahia, der am Mittwoch wegen leichter Oberschenkelbeschwerden geschont wurde, fehlen verletzungsbedingt nur noch drei Spieler.

Und Marcel Koller weiß auch schon, wie sein Team gegen den Nachbarn aussehen soll: "Bis auf Daniel Imhof für den gesperrten Thomas Zdebel wollen wir genauso beginnen wie zuletzt gegen Bielefeld."

Die Situation beim VfL ist entspannt. Noch vor einem Jahr - übrigens nach einer 1:2-Niederlage gegen Schalke - lag der VfL mit nur 12 Punkten und einem negativen Torverhältnis von 18:28 auf einem Abstiegsplatz (16.). Nun geht man als Tabellen-Zehnter mit sechs Punkten mehr und einem um elf Treffer besseren Torverhältnis in die letzten drei Runden des Jahres. Für Marcel Koller allerdings kein Grund, hinsichtlich der Konzentration die Zügel schleifen zu lassen: "Wir haben noch gar nichts erreicht." Und so macht er seine Mannschaft vor dem Derby richtig heiß. Saß noch in der Nacht auf heute vor dem DVD-Player, um die wichtigsten Sequenzen aus der Partie Valencia gegen Schalke auszuwerten.

Marcel Koller: "Schalke ist mit einem Personaletat von 44 Millionen gegenüber uns (15 Millionen) auf den ersten Blick in einer anderen Welt." Doch Sekunden später fügt er an: "Aber die Wahrheit ist auf dem Platz. Wir waren schon im letzten Jahr, trotz Rot für Heiko Butscher, drauf und dran, einen Zähler mitzunehmen." Noch nachhaltiger sitzt bei den Blau-Weißen die Erinnerung an das letzte Spiel gegen Königsblau.

Koller: "Schalke war auf dem Weg zum Titel, hat alles versucht, und wir haben trotzdem gewonnen." Die DVD dieses Spiels ist mittlerweile so etwas wie ein Lehrfilm. Koller: "Vor der Saison hat jeder Spieler von mir diese Aufzeichnung bekommen, um zu sehen, was in der Bundesliga abgeht." Der Schweizer ist mittlerweile ein richtiger Derby-Fan geworden, hat im ersten Jahr seiner Tätigkeit in Bochum daheim Siege seiner Mannschaft gegen Dortmund und Schalke erleben dürfen. Nach dem Sieg in Duisburg und im letzten Jahr den Punkt in Dortmund fehlt ihm nur noch ein "Dreier" auf Schalke. Der Schweizer: "Derbys sind einfach schön. Das macht unheimlich Spaß. Ich freue mich drauf."

Bei aller Wertschätzung für den Gegner - "Schalke ist eine Spitzenmannschaft" - wollen die Bochumer ihre Serie nicht abreißen lassen. Koller kann sich auch deshalb einen Seitenhieb auf den nachbarschaftlichen Feinkostladen nicht verkneifen: "Die haben die Punkte bis Weihnachten alle schon eingeplant. Eigentlich müssen wir ja gar nicht mehr antreten."

Autor: gp

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