Die Mitgliederversammlung des KFC Uerdingen wurde mit Spannung erwartet, doch letztlich verlief sie, gemessen an der finanziellen Lage, recht harmonisch. Fast schon überraschend harmonisch, wie der Vorsitzende Ralf Houben im RS-Interview erklärt.

KFC: Houben über die finanzielle Schieflage

"Es ist existenzgefährdend"

gri
29. November 2007, 21:23 Uhr

Die Mitgliederversammlung des KFC Uerdingen wurde mit Spannung erwartet, doch letztlich verlief sie, gemessen an der finanziellen Lage, recht harmonisch. Fast schon überraschend harmonisch, wie der Vorsitzende Ralf Houben im RS-Interview erklärt.

Ralf Houben, wie fällt Ihre Bilanz der Mitgliederversammlung aus?

Dass die Leute angespannt waren, ist durchaus verständlich. Aber man hat gemerkt, die 93 Anwesenden wollten sich vor allem informieren, wie der aktuelle Stand ist. Die Veranstaltung lief sehr konstruktiv ab, ich hätte es mir ehrlich gesagt schwieriger vorgestellt.

Am Ende wurde der Vorstand ebenso wie der Verwaltungsrat mit deutlicher Mehrheit entlastet...
Wir haben uns nichts zu Schulden kommen lassen, daher haben wir auf eine Entlastung gehofft. Dass am Ende fast 60 Leute für uns stimmten, ist ein deutliches Votum. Das gibt uns Rückenwind für unsere weiteren Aufgaben.

Was angesichts der finanziellen Schieflage auch dringend nötig sein wird...

Unsere aktuelle Deckungslücke im Etat beträgt 100.000 Euro. Wenn sich an den Einnahmen- und Ausgaben-Parametern bis Saisonende nichts ändert, haben wir ein massives Problem. Denn dann würde der Betrag auf 250.000 Euro ansteigen. Das ist existenzgefährdend für den KFC.
Können die Gehälter bezahlt werden?
Zum 1. Dezember stehen die nächsten Überweisungen an, da werden wir schon große Schwierigkeiten haben. Es fehlt eine Menge Geld.
Was für Maßnahmen ergreifen Sie?
Wir müssen die Einnahmen erhöhen, da wären wir auch auf Hilfe aus der Stadt angewiesen. Von der Politik kommen nur verbale Zugeständnisse, aber letztlich unternimmt doch niemand etwas. Wir erhalten keine Unterstützung. Es gibt auch keine Bereitschaft, zu helfen. Das ist schon grob fahrlässig.
Und wenn keine weiteren Gelder generiert werden können?
Dann müssen wir die Ausgaben reduzieren. Die sind in ihrer Höhe nicht auf allen Ebenen angemessen, zum Beispiel im Übungsleiter-Bereich.
Droht im Winter der Ausverkauf?
Wir wollen die Leistungsträger halten, damit die sportliche Perspektive in Richtung Platz vier bestehen bleibt. Aber dem einen oder anderen Spieler können wir nach der Hinrunde womöglich keine Hoffnungen auf einen Verbleib bei uns machen.

Autor: gri

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