Auf der Jahreshaupt-Versammlung von Borussia Dortmund prasselte die Anerkennung für die gezeigten Leistungen der Regionalliga-Truppe in Form von donnerndem Applaus durch den Saal.

Dortmund II: Trainer Theo Schneider im Interview

"Da raucht es auf dem Rasen"

Thomas Tartemann
29. November 2007, 18:28 Uhr

Auf der Jahreshaupt-Versammlung von Borussia Dortmund prasselte die Anerkennung für die gezeigten Leistungen der Regionalliga-Truppe in Form von donnerndem Applaus durch den Saal. "Eine schöne Bestätigung", nahm Trainer Theo Schneider die Sympathie-Bekundungen erfreut zur Kenntnis, sagt aber trotz der 60 geholten Punkte im gesamten Jahr 2007: "Wir dürfen nicht im Geringsten nachlassen!"

RevierSport unterhielt sich mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi über Perspektiven, Sturm-Konkurrenz und Entwicklung seiner jungen Truppe.

Theo Schneider, die Zweitvertretung des BVB wird überall gelobt. Ein gutes Gefühl, oder?
Die interne West-Meisterschaft 2007 haben wir fast, wenn wir noch einmal gegen Babelsberg oder danach in Erfurt nachlegen, kann uns Wuppertal nicht mehr einholen. Dass diese Entwicklung überall publik gemacht wird, zeigt, dass man unsere Leistungen anerkennt. Selbst Borussia-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat uns auf der JHV als positives Beispiel für Einsatz genannt. Trotzdem müssen wir weiter hellwach sein, dürfen nicht im Geringsten nachlassen. In dieser Liga herrscht eine große Leistungsdichte, da entscheiden wirklich Kleinigkeiten.
Gegen Braunschweig reichte es zuletzt zu einem 1:0, obwohl Ihr kräftig umgestelltes Team wahrlich keinen Sahnetag hatte. Da müssten Sie sich doch eigentlich beruhigt zurücklehnen können...

Vielleicht ist das eine Bestätigung dafür, dass sich alles irgendwie ausgleicht. Unsere beste Leistung wurde beim 1:2 in Berlin nicht belohnt. Jetzt waren wir nicht so gut, konnten trotzdem drei Punkte einsacken. Die Eintracht war in der ersten Halbzeit klar besser. Es lag auch daran, weil einige bei uns nicht so gut ins Spiel kamen, nicht so die Bereitschaft zeigten, die eigentlich erforderlich ist. Wir haben den ersten Abschnitt leichtfertig hergeschenkt, bei einem Gegentreffer wären wir wohl nicht zurückgekommen. Nachher wurde es besser, wir konnten den Dreier durch Sahr Senesie einfahren. Aber sauer bin ich trotzdem gewesen.
Warum gefiel Ihnen die Offensive nicht?

Vorne war es von allen vier Akteuren zu wenig. Ich hätte im Prinzip alle auswechseln können, habe Senesie aber dringelassen, weil ich an ihn gewisse Ansprüche stelle, die er ja letztlich auch gerechtfertigt hat.

Und Christopher Nöthe, den einige schon als Shooting-Star einstufen?

Ihn habe ich zur Pause rausgenommen. Christopher muss sich alles hart erarbeiten. Durch gewisse Umstände ist er bei den Profis reingerutscht, doch sein tägliches Brot wird bei uns in der Regionalliga aufgetischt. Da muss er sich entsprechend einbringen.
Wie kommt Denis Omerbegovic mit seiner Mittelfeld-Rolle klar?
Denis hat rechts gespielt, Sebastian Hille, der ja auch Stürmer ist, auf der linken Seite. Omerbegovic ist im Grunde der Leidtragende. Im Vorjahr, als Senesie verletzt ausfiel, agierte er hinter den Spitzen, das war für ihn maßgeschneidert. Jetzt macht Sahr Tore, er kämpft, spielt mannschaftsdienlich. Deswegen ist es schwer für Denis, aber solche Situationen gibt es eben in einer Mannschaft.
Eigentlich sind Trainer immer glücklich über Konkurrenz-Feuer. Sie auch?
Natürlich. Das Training ist intensiv, das kann man ständig beobachten. Da raucht es auf dem Rasen. So Leute, wie der gerade erwähnte Denis Omerbegovic, wollen in die Truppe, bieten sich an. Genau so muss es sein. Dazu vereinbaren wir Tests unter der Woche, um zusätzlich Wettkampf-Praxis anzubieten.

Autor: Thomas Tartemann

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