Als sich Marko Marin das Mikro schnappte und zur Melodie von Pipi Langstrumpf

Gladbach - Offenbach 3:0 (1:0) / Luhukay: "Leichter Sieg"

Marin macht Pipi Langstrumpf

Thorsten Richter/Kai Griepenkerl
25. November 2007, 13:53 Uhr

Als sich Marko Marin das Mikro schnappte und zur Melodie von Pipi Langstrumpf "Hey Mönchengladbach" anstimmte, tobte die Nordkurve im Borussia-Park. 35.000 Fans waren nach dem 3:0 (1:0)-Sieg über Offenbach begeistert und feierten den Ausbau der Serie. Denn die "Fohlen" sind nun seit elf Spielen in Folge ungeschlagen und haben ihre Spitzenposition weiter ausgebaut: "Es war ein leichter und verdienter Sieg für uns", triumphierte VfL-Coach Jos Luhukay.

[box_rsprint]Und der vierte Sieg an einem Freitag Abend war auch nie in Gefahr. Souverän beherrschten die Hausherren das Geschehen und gingen bereits in der 16. Minute in Führung. "Marko und ich haben uns den Ball drei Ball hin und her geschoben und plötzlich stand ich alleine vor dem Torwart", schilderte Marcel Ndjeng die Szene zum 1:0, als er Kickers-Keeper Cesar Thier in Goalgetter-Manier ausstiegen ließ und lässig einnetzte. Zwar schalteten die Gladbacher danach einen Gang zurück, aber "man hatte nie das Gefühl, dass etwas passieren könnte", war Luhukay mit dem Auftritt seiner Elf mehr als einverstanden.

Das musste auch Offenbachs Trainer Jörn Andersen neidlos zugeben: "Mein Rückkehr nach Mönchengladbach hatte ich mir anders vorgestellt. Wir haben uns aber selber geschlagen, weil alle drei Tore vermeidbar waren. Doch ein Remis wäre für uns auch nicht verdient gewesen. Das ist enttäuschend."

Nach dem Wechsel drehten die Gastgeber noch einmal richtig auf. Doch Ndjeng (48.), Roel Brouwers (51.) und Tobias Levels (58.) scheiterten. Die einzige Chance der Gäste datierte aus der 60. Minute, doch Stephan Sieger zielte daneben. Dann schnappte sich plötzlich Sami Coulibaly die Kugel, zog aus 25 Metern ab, Thier ließ das Geschoss nur abprallen und der mit nach vorne geeilte Brouwers staubte ab – 2:0 (63.). "Er hat einen Sprint von 50 oder 60 Metern hingelegt und dann eiskalt abgeschlossen", freute sich Luhukay für seinen Defensiven. "Ich dachte, lauf' mal durch, denn Sami hat ja einen ordentlich Bums", erzählte Brouwers, warum er auf einmal die Position von Oliver Neuville bekleidete.

Der echte Sturmlauf blieb allerdings aus, die Borussia spielte locker ihren Stiefel herunter. "Das ist der einzige Vorwurf, den ich den Jungs machen kann, denn wir hätte noch ordentlich etwas für unser Torverhältnis machen können", wollte sich Luhukay aber nicht zu lange ärgern. Schließlich schraubte Patrick Paauwe mit dem 3:0 (83.) das Ergebnis noch in die Höhe. Luhukay bemerkte sichtlich gelöst: "Das war eine super Leistung. Wichtig ist auch, dass wir einen sehr ausgeglichenen Kader haben und jeden Ausfall adäquat ersetzen können. Sami hat Sascha Rösler toll vertreten." Luhukay weiter: "Dieses Team macht einfach Spaß. Das geht wohl auch unseren Anhängern so, denn die haben uns wieder einmal sensationell unterstützt." Und sie wurden mit Marins Pipi Langstrumpf-Einlage belohnt...

Autor: Thorsten Richter/Kai Griepenkerl

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