Hans Meyer und Thomas Doll können sich heute am Spielfeldrand in Nürnberg die Hand reichen, ist doch die Ausgangssituation vor dem Sonntagspiel des 14. Bundesliga-Spieltags zwischen dem 1. FC Nürnberg und Borussia Dortmund zumindest ähnlich. Nur ein Sieg im heutigen Heimspiel gegen den BVB kann die Lage beim

"Club" und BVB unter Druck - HSV setzt auf Sieg

Doll fordert "Killermentalität"

sid
25. November 2007, 09:56 Uhr

Hans Meyer und Thomas Doll können sich heute am Spielfeldrand in Nürnberg die Hand reichen, ist doch die Ausgangssituation vor dem Sonntagspiel des 14. Bundesliga-Spieltags zwischen dem 1. FC Nürnberg und Borussia Dortmund zumindest ähnlich. Nur ein Sieg im heutigen Heimspiel gegen den BVB kann die Lage beim "Club" einigermaßen entspannen.

Doch auch bei den Dortmundern stehen die Zeichen derzeit auf Sturm, weshalb auch die Borussia dem Duell gegen den 1. FCN eine besondere Bedeutung beimisst.

Im zweiten Sonntagspiel (beide 17 Uhr/live bei Premiere) will sich indes der Hamburger SV in der Partie gegen Aufsteiger Hansa Rostock als Jäger von Rekordmeister Bayern München etablieren. Die Hanseaten wollen zudem zeigen, dass der Abschied von Trainer Huub Stevens am Saisonende keinen Einfluss auf den weiteren Saisonverlauf hat. Ein besonderes Spiel ist es auch für Rostocks Coach Frank Pagelsdorf, der vier Jahre erfolgreich in Hamburg gearbeitet hat.

Angesichts von bereits fünf Punkten Rückstand auf die Nicht-Abstiegsränge wollte "Club"-Coach Meyer in den vergangenen Tagen erst gar nicht um den heißen Brei herumreden. "Ich erwarte einen Sieg", lautete seine klare Forderung an die Mannschaft. In den letzten 15 Pflichtspielen gelang dem neunmaligen deutschen Meister jedoch nur ein Erfolgserlebnis (5:1 gegen Frankfurt).

Noch gibt es trotz der Krise keine Diskussionen um Meyer, auch wenn Sportdirektor Martin Bader zuletzt schon einmal äußerte, dass irgendwann auch in Nürnberg die Gesetzmäßigkeiten des Geschäfts greifen würden. Doch Bader und auch Präsident Michael A. Roth sind sich sicher, dass der 65 Jahre alte Meyer die Wende schaffen kann. "Jetzt, wo ich seine Arbeitsweise kenne, weiß ich, dass er das schafft. Der Trainer ist gut, der Kader auch", erklärte Roth erst am Donnerstag.

Für Meyer und den "Club" ist das Duell gegen den BVB fast ein Deja-vu. Vor zwei Jahren hieß der Gegner am 14. Spieltag auch Borussia Dortmund, der "Club" stand auf einem Abstiegsplatz und hatte nur neun Punkte auf dem Konto. Einziger Unterschied: Der Abstand zum rettenden Ufer betrug damals nur zwei Punkte, heute sind es fünf, weshalb ein 1:2 aus Nürnberger Sicht wie an jenem 26. November 2005 diesmal weitaus fatalere Folgen haben könnte.

Mit hohen Erwartungen war auch Dortmund in die Saison gestartet. Aber nach nur einem Sieg aus den vergangenen acht Spielen ist beim BVB ebenfalls längst Ernüchterung eingekehrt. "Wenn wir verlieren, wird es eng", sagte Torwart Roman Weidenfeller entsprechend.

Trainer Doll fordert aufgrund der zuletzt schwachen Chancenverwertung eine "Killermentalität" seiner Profis in Nürnberg, das für den BVB ein gutes Pflaster ist. Die letzte Niederlage beim "Club" datiert aus dem Jahr 1992. Positiv soll sich bei der Borussia auch die Rückkehr von Nationalspieler Sebastian Kehl auswirken, der nach zwei missglückten Comeback-Versuchen wohl erstmals wieder in der Anfangsformation stehen wird.

Beim Hamburger SV drehte sich in dieser Woche alles um den Abschied von Stevens. Doch ab sofort will sich der seit zwölf Pflichtspielen unbesiegte HSV wieder voll auf das sportliche Geschehen konzentrieren. "Wir haben am Montag gesagt, dass es für uns in der Zukunft kein Thema mehr sein wird. Wir wollen noch einige Ziele erreichen, das haben wir auch der Mannschaft deutlich gesagt", betonte Stevens, angesprochen auf mögliche Auswirkungen seines Wechsels nach Eindhoven.

Pagelsdorf führte den HSV in seiner vierjährigen Amtszeit an der Elbe (1997 bis 2001) im Jahr 2000 mit einem dritten Platz bis in die Champions League. "Das sind Dinge, die vergisst man nie. Ich freue mich auf das Spiel und denke gerne an die Zeit zurück", sagte Pagelsdorf, der noch nie auf der Gäste-Trainerbank in der HSV-Arena saß: "Es wird sicher ungewohnt, aber ich finde bestimmt die richtige Kabine."

Autor: sid

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