Bezirksligist BV Herne Süd steht vor einer ungewissen Zukunft. Nachdem die Spieler nun seit zwei Monaten kein Geld mehr erhalten haben, droht der Zerfall des Teams. Die Gerüchteküche brodelte - besonders im RevierSport-Forum - schon länger, doch beim Klub gab man sich ahnungslos. Angebliche Krisensitzungen? Alles erstunken und erlogen, beteuerte der Klub gegen RevierSport online noch in der vergangenen Woche.

BV Herne Süd: Nach Finanzproblemen droht der Knall

Team will bis zur Winterpause weiter machen

Florian Ziegler
21. November 2007, 13:39 Uhr

Bezirksligist BV Herne Süd steht vor einer ungewissen Zukunft. Nachdem die Spieler nun seit zwei Monaten kein Geld mehr erhalten haben, droht der Zerfall des Teams. Die Gerüchteküche brodelte - besonders im RevierSport-Forum - schon länger, doch beim Klub gab man sich ahnungslos. Angebliche Krisensitzungen? Alles erstunken und erlogen, beteuerte der Klub gegen RevierSport online noch in der vergangenen Woche.

"Ich wollte keine Schwarzmalerei betreiben" - mit diesen Worten begründete Ralf Schulz, Trainer des BV Herne Süd, die Vorgehensweise. Der Übungsleiter beharrt darauf, dass es ein derartiges Gespräch nie gegeben habe und zeigt sich selber "schockiert", dass sich seine hochbezahlte Elf nun in alle Winde zerstreuen könnte. "Die Ziele müssen neu gesteckt werden", weiß der Fußball-Lehrer, gibt sich aber kämpferisch: "Ich hake so schnell nichts ab und sehe das Ganze auch nicht so schwarz."

Doch erst einmal heißt es abwarten. Die Gespräche laufen. Wie viele Spieler letztlich über die Winterpause hinaus im Klub bleiben, weiß bisher noch niemand. "Der ein oder andere wird sich sicher abmelden", ahnt Schulz, der hofft, dass die Spieler mit ihren Forderungen reduzieren werden. Der erste prominente Weggang heißt Christian Pflüger. Der Mann für den linken Flügel, der vom damaligen Verbandsligisten Sodingen zum BV Herne Süd gewechselt war, ist der erste, der sich angesichts der finanziellen Probleme verabschiedet. Doch weil der Klub dem ein oder anderem Kicker eine Lehrstelle besorgt hat, gibt sich Schulz optimistisch, die anstehenden Abgänge in Grenzen halten zu können.

Wichtigstes Standbein für einen Neuaufbau sind die A-Jugend-Spieler. Doch hier liegt das Hauptproblem: Erst wenn Jugendspieler mindestens ein Jahr im Verein sind, können sie vorzeitig zu Seniorenspieler erklärt werden. Dies ist in Süd - auch wegen der Partnerschaft mit Oberligist Westfalia Herne - nur bei vier bis fünf Akteuren der Fall. Schulz will seine Kontakte spielen lassen und einige gestandene Seniorenspieler zum Klub locken um den Kader aufzustocken.

"Drei, vier gestandene Spieler plus die jungen Leute": So soll das neue Konzept beim Traditionsverein aussehen. Mit Schulz als Trainer - auch wenn der nach eigener Aussage "auch eine Schmerzgrenze" hat. Soll heißen: Droht dem Klub der Absturz, ist wohl auch Schulz weg.

Doch noch gibt sich der Coach optimistisch mit dem neuen Vorstand um Burkhard Graf etwas völlig Neues aufbauen zu können. Die Zeiten, in denen in Herne-Süd Aufstiege planbar waren, sind aber wohl passé. "Dass es eine gestandene Fußballmannschaft, wie sie derzeit existiert, weiter gibt, kann ich mir langfristig nicht vorstellen", sagt Schulz.

Autor: Florian Ziegler

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