Es kommt selten vor, aber es passiert, dass eine Partie der Bezirksliga 8 vor Beendigung der 90 Minuten abgepfiffen wird. So geschehen am Sonntag als die Partie zwischen Preußen Duisburg und dem TSV Bruckhausen fünf Minuten vor dem Ende ein ebensolches abruptes fand.

Bezirksliga 8 NR: Spielabbruch auf der Futterstraße

"Ich habe noch nie einen Schiedsrichter so schnell rennen sehen"

hg
19. November 2007, 16:57 Uhr

Es kommt selten vor, aber es passiert, dass eine Partie der Bezirksliga 8 vor Beendigung der 90 Minuten abgepfiffen wird. So geschehen am Sonntag als die Partie zwischen Preußen Duisburg und dem TSV Bruckhausen fünf Minuten vor dem Ende ein ebensolches abruptes fand.

Auslöser war die Rote Karte für Burhan Seslikaya. Immerhin darüber sind sich alle Beteiligten einig. Fakt ist, dass Schiedsrichter Frank Heinen nach dieser Entscheidung in die Kabine flüchtete, da ihm die Unruhe zu groß wurde. Ein Beteiligter alarmierte die Polizei. Vorher waren bereits Tanju Cakmak (Gelb-Rot) und Mehmet Uzun (Rot) des Feldes verwiesen worden. All diese Geschehnisse waren für Sakis Papachristos genug, um nach nur fünf Spieltagen das Handtuch bei dem Klub aus dem Norden der Hafenstadt zu schmeißen. Auch die Polizei hatte ihren Einsatz - und eine Meinung. Wir haben nachgefragt: Was war da los?

Sakis Papachristos (Ex-Trainer TSV Bruckhausen): "Nach der Roten Karte sind zwei meiner Spieler sehr emotional auf den Schiedsrichter zugegangen. Danach wurde die Situation unübersichtlich. Ich habe mit Preußen-Trainer Stefan Klaß am Spielfeldrand gestanden und konnte nur noch eine unübersichtliche Situation sehen, wo aber auch sehr viele Leute deeskalierend gewirkt haben. Denn Fakt ist, dass der Referee nicht geschlagen wurde. Eine Sache, die aber möglich gewesen wäre, wenn es die Leute wirklich gewollt hätten. Ich gebe zu, dass es sehr undiszipliniert von meinen Spielern war und dass es
nach dem Spiel bei TB Oberhausen das zweite Match war, in dem es diesbezüglich Probleme gab. Selbst wenn der Schiedsrichter schlecht pfeift, was meines Erachtens der Fall war, müssen sich einige Leute besser im Griff haben. Das hat mich dann auch dazu bewogen, dem Geschäftsführer Mustafa Boztoprak meinen Rücktritt und den meines Assistenenten mitzuteilen. Dennoch stelle ich klar, dass es nicht so war, dass alle meine Akteure und unsere Zuschauer auf den Referee losgestürmt sind."

Stefan Klaß (Trainer Preußen Duisburg): "Die Stimmung war leider während des gesamten Spielverlaufs schon sehr aggressiv. Nach dem dritten Platzverweis für den Gegner ist die Situation dann eskaliert. Ich habe jedenfalls noch nie einen Schiedsrichter so schnell rennen sehen wie bei dem Spiel. Er ist dann schnellstmöglich in seine Kabine geflüchtet. [imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/920-1944_preview.jpeg Erlebte mit seinem Team einen ereignisreichen Spieltag: Stefan Klaß, Trainer Preußen Duisburg[/imgbox]Einige Akteure und Zuschauer sind dann hinterher, wobei ich klar sagen muss, dass es nicht alle waren. Sie konnten dann aber von Vorstandsmitgliedern des TSV Bruckhausen daran gehindert werden zu dem Referee vorzudringen. Die drei Feldverweise waren jedenfalls völlig gerechtfertigt und die Wörter, die immer wieder in Richtung des Schiedsrichters gegangen sind, waren schon unter aller Sau."

Achim Blättermann (Presse Polizei Duisburg): "Wir wurden
von einem Beteiligten alarmiert. Nach dem Eintreffen der Beamten beruhigte sich die Lage. Als vorsorgliche Maßnahme wurden dann von den Spielern des Gastvereins und anderen Beteiligten die Personalien aufgenommen. Dabei hat sich ein Mann geweigert diesbezüglich Angaben zu machen. Ihn erwartet nun eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. Es war insgesamt ein nötiger Einsatz von nicht all zu großer Brisanz, da der Schiedsrichter nicht geschlagen wurde."

Autor: hg

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