Nach holprigem Start scheinen die Moskitos langsam auf Kurs zu steuern. Pünktlich zur Länderspiel-Pause erklommen die Essener den dritten Tabellenplatz. Da offiziell nur die Play-off-Qualifikation mit dem verstohlenen Blick auf Rang vier anvisiert wurde, ist man also voll im Soll. Dabei gab es für Coach Jari Pasanen viele Baustellen zu schließen, ehe zuletzt scheinbar alle Leistungsträger ihre „Normalform“ erreichten.

Moskitos Essen: Top-Spieler verbessert

Endlich im Aufwind

Aaron Knopp
17. November 2007, 13:42 Uhr

Nach holprigem Start scheinen die Moskitos langsam auf Kurs zu steuern. Pünktlich zur Länderspiel-Pause erklommen die Essener den dritten Tabellenplatz. Da offiziell nur die Play-off-Qualifikation mit dem verstohlenen Blick auf Rang vier anvisiert wurde, ist man also voll im Soll. Dabei gab es für Coach Jari Pasanen viele Baustellen zu schließen, ehe zuletzt scheinbar alle Leistungsträger ihre „Normalform“ erreichten.

Stärken: Die Führungsspieler. Vor der Saison machten die Moskitos mit zahlreichen hochkarätigen Verpflichtungen auf sich aufmerksam, wurden sogar als Geheimfavorit gehandelt. Erfahrene Cracks wie Martin Bartek, Martin Sekera, Elvis Beslagic, „Calle“ Johansson wurden an den Westbahnhof gelockt. Davon profitierte die bereits in der Vor-Saison überragende Offensive, fiel selbst der Weggang eines Ausnahmespielers wie Tyson Mulock kaum ins Gewicht. Seine Lücke schloss vor allem Bartek. Mit 28 Punkten aus 15 Spielen ist der Slowake zweitbester Scorer der Liga und dazu ein Mann, der sich stets in den Dienst der Mannschaft stellt. Neben ihm machte in den letzten Spielen besonders Sekera auf sich aufmerksam. Die Reihe Bartek/Sekera/Beuker markierte insgesamt 65 Scorer-Punkte. Zudem spielen die Moskitos nach den Kassel Huskies das zweitbeste Powerplay der Liga. Neben den Offensiv-Kräften konnte sich hauptsächlich ein Mann die Gunst der Essener Fans erspielen: Jochen Reimer. Der Förderlizenz-Goalie von den DEG Metro Stars brachte für die „Stechmücken“ mehrfach Glanzleistungen aufs Eis.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/004/441-4487_preview.jpeg Topscorer bei den "Mücken": Martin Bartek. (RS-Foto: Neumann)[/imgbox]
Schwächen: Die Führungsspieler. Auch wenn sich zuletzt bei allen Routiniers eine erfreulich positive Entwicklung abzeichnete, über weite Strecken des Saisonbeginns kosteten sie Trainer und Fans das ein oder andere graue Haar. Nur Weißwasser, Regensburg und Riessersee kassierten mehr Gegentreffer. Cracks wie Beslagic und Johansson mussten sich wiederholt der Trainer-Kritik unterziehen. Auch Lars Müller oder Matt Hubbauer hinkten den Erwartungen lange hinterher.

Ein weiterer Problemfall zeichnete sich auf der Torhüterposition ab. Nachdem Reimer als Förderlizenler quasi die „Nummer eins“ innehatte und ihn selbst noch immer eine Verletzung aus der Vor-Saison plagte, konnte Markus Hätinen nur wenig Spielpraxis sammeln. Auch er schien bei seinen Einsätzen zuletzt in Tritt gekommen zu sein. Trotz der jüngsten Erfolge bereitet der Zuschauerzuspruch Sorge. Dort belegen die Moskitos im Liga-Vergleich gerade einmal den drittletzten Platz. Nur gut 1.500 Leute finden sich durchschnittlich am Westbahnhof ein. Deutlich zu wenig für eine Stadt wie Essen. Immerhin, der Verein scheint die Problematik erkannt zu haben und widmet sich nun offensiv dem Thema.

Ausblick: Der Trend macht Mut. Bleibt zu hoffen, dass sich vermeintlich geschlossene Baustellen nicht plötzlich wieder auftun. Sollten die Routiniers ihre zuletzt starke Form beibehalten, könnte vielleicht auch am Ende der dritte Platz zu Buche stehen. Doch der bisherige Saisonverlauf zeigte bereits, dass die Liga sehr ausgeglichen ist. Gegen jeden Gegner gilt es, 100 Prozent abzurufen, um das Punktemaximum einzufahren.

Autor: Aaron Knopp

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