Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Nun hat es auch die bisher beste Auswärtsmannschaft der Regionalliga Nord erwischt. RW Essen verlor sein erstes Match in der Fremde, mit 0:1 (0:0) gingen die 90 Minuten beim SC Verl im Stadion an der Poststraße vor knapp 1600 Zuschauern verloren, Gästetrainer Heiko Bonan musste den Premieren-Heimsieg der Ostwestfalen kommentieren.

SC Verl - RWE 1:0 (0:0) / Die erste Auswärtsschlappe ist perfekt

Bonan muss beim Anspruchsdenken wieder die "Gänge" raus nehmen

Uwe Loch
11. November 2007, 20:21 Uhr

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Nun hat es auch die bisher beste Auswärtsmannschaft der Regionalliga Nord erwischt. RW Essen verlor sein erstes Match in der Fremde, mit 0:1 (0:0) gingen die 90 Minuten beim SC Verl im Stadion an der Poststraße vor knapp 1600 Zuschauern verloren, Gästetrainer Heiko Bonan musste den Premieren-Heimsieg der Ostwestfalen kommentieren.

Seine Miene sprach Bände - Zornesröte war zu sehen: "Der SC hat den Sieg verdient geholt. Das Team war leidenschaftlicher als wir." Ein elementarer Aspekt im Sport. "Ich bin halbwegs zufrieden, dass wir gewonnen haben", fand Trainer-Kollege Mario Ermisch schon verwunderliche Einstandsworte, "es ist schön, auch einmal 1:0 zuhause zu gewinnen, als immer mit diesem Resultat zu verlieren."

Anstatt weiter den Weg nach oben zu beschreiten, bremste sich RWE durch die Schlappe und auch durch das vorherige Remis zuhause gegen Dynamo Dresden (1:1) selbst aus, der Abstand zu einem Aufstiegsrang beträgt üppige neun Zähler. Silvio Pagano schloss für den dreifachen Westfalenpokalsieger SCV flach ab (77.), RWE hatte in einem mächtig schlechten Fußballshow nichts mehr entgegen zu setzen. "Ich habe keine Ahnung, warum in diesem Moment alle nach vorne rannten. Wenn man so sinnlos nach vorne prescht, dann läuft man sich den Kopf blutig."

Und kassiert Frust, was nicht für den hauptberuflichen Rechtsanwalt Ermisch galt: "Ich will nicht meckern, dazu habe ich keinen Grund." Nicht wirklich nach drei Punkten. Ermisch weiter: "Aber in der Konsequenz nach vorne müssen wir noch arbeiten. Es ist nicht leicht, gegen uns ein Tor zu erzielen. Unter dem Strich haben wir verdient gewonnen."

Was zur Konsequenz hat, dass Bonan mit seinem Anspruchsdenken gegenüber seiner Truppe wieder Gänge zurückschalten muss, obwohl er vor kurzer Zeit davon sprach, dass "es jetzt alle verstanden haben."

Und einfacher wird es am kommenden Samstag ab 14 Uhr im Georg Melches-Stadion gegen den 1.FC Mageburg auch nicht - die nächsten Schulstunden durch den Fußball-Lehrer stehen an.

Autor: Uwe Loch

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren