Am Dienstag, wenn der FC Schalke 04 gegen Chelsea FC seine vielleicht schon letzte Chance auf das Weiterkommen in der Champions League erhalten will, begrüßt Peter Peters in der Arena die Gazprom-Spitze aus Russland. Am Donnerstag stellt sich der Geschäftsführer der Königsblauen im Rahmen einer

Warum Peter Peters nicht mit Chelsea, Manu oder Liverpool tauschen möchte

"Übernahmeschlachten, Eigentümerwechsel, das sind für mich Horrorvorstellungen"

06. November 2007, 14:37 Uhr

Am Dienstag, wenn der FC Schalke 04 gegen Chelsea FC seine vielleicht schon letzte Chance auf das Weiterkommen in der Champions League erhalten will, begrüßt Peter Peters in der Arena die Gazprom-Spitze aus Russland. Am Donnerstag stellt sich der Geschäftsführer der Königsblauen im Rahmen einer "Meckerstunde" den Fragen der Anhänger.

Drei Tage später, auf der außerordentlichen Jahreshauptversammlung des Schalker Fan-Club Verbandes, will der frühere RevierSport-Mitarbeiter zusammen mit Rolf Rojek die Weichen für eine gesicherte Zukunft der größten deutschen Fanorganisation stellen. Bewegte Tage für Peters, der in der vergangenen Woche zusätzlich zu seinem Amt als Vizepräsident der DFL auch noch in den Vorstand des DFB berufen wurde.

Peter Peters, Vizepräsident des Ligaverbandes, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der DFL und Vizepräsident im DFB-Präsidium sind Sie neben ihrer Aufgabe als Geschäftsführer bei Schalke 04 schon. Darf man Ihnen in der kommenden Woche auch noch zu einem neuen Posten im Aufsichtsrat des Schalker Fan-Club Verbandes gratulieren?

Das ist noch nicht entschieden. Wichtig ist, dass sich der Dachverband für die Zukunft neu aufstellt. Es geht darum die Fanorganisation, die mittlerweile Millionenbeträge umsetzt und mehr als 72.000 Mitglieder betreut, zu professionalisieren. Wer von uns aus dem Vorstand des Vereins Schalke 04 den Sitz im Aufsichtsrat des SFCV übernehmen würde, ist noch gar nicht entschieden. Das muss ich mit Andreas Müller und Josef Schnusenberg noch bereden.
Ein Vorstandsmitglied eines Fußballvereins in einem Kontrollgremium des eigenen Fan-Club Verbandes. Wollen Sie die eigenen Anhänger zukünftig ans Gängelband nehmen?

Das ist der völlig falsche Ansatz. Die geistige Unabhängigkeit des Dachverbandes ist ein ganz hohes Gut. Die Fans sollen und werden auch weiterhin ihre eigenen Entscheidungen treffen. Aber wo wir mithelfen können, werden wir das zukünftig gerne tun.
Ist dafür eine offizielle Beauftragung erforderlich?
Ziel war es, dass die neue Satzung des SFCV nahezu deckungsgleich mit unserer Vereinssatzung, die ja auch dem SFCV einen Sitz im Aufsichtsrat einräumt, ist. Der SFCV trägt eine große Verantwortung und benötigt dazu professionelle Strukturen. Auch haben sie wie wir eine Menge an Spannungen auszutragen. Das ist ein hochkomplexes Thema. Die haben eine Menge an Spannungen auszutragen. Wenn ich zum Beispiel an das Thema Kartenverteilung bei Auswärtsspielen denke. Das Problem, den Mangel zu verwalten, haben wir vor geraumer Zeit vom Verein an die Fans abgegeben. Diese Aufgabe wollte der SFCV auch übernehmen, ihm geht es um eine faire Verteilung - und der Dachverband kennt die Fans am besten. Uns im Verein erspart dies ehrlicherweise zudem eine Menge Ärger. Wenn wir zum Ausgleich in der einen oder anderen Frage mit unserem Sachverstand helfen können, werden wir das gerne tun. Wir verstehen uns als professionelle Begleitung, werden aber niemals direkten Einfluss auf Entscheidungen nehmen.

Hätten Sie denn überhaupt noch Zeit, ein zusätzliches Amt zu übernehmen?

Da mein Tätigkeitsmittelpunkt der FC Schalke 04 ist und bleibt, wäre das durchaus möglich. Das habe ich in der Vergangenheit bereits des öfteren betont. Durch die Berufungen bei der DFL und jetzt auch beim DFB habe ich daneben die Möglichkeit, mich für das, was uns wichtig ist, einzusetzen. Bei allen aus meiner Sicht notwendigen strukturellen Veränderungen werde ich mich weiter für den Erhalt unser Fankultur stark machen. Ich erwähne an dieser Stelle nur die Themen Stehplätze und Alkoholverbote in den Stadien. Es ist wichtig, dass wir auch zukünftig unsere traditionellen Werte bewahren.

Das ist beim kommenden Gegner in der Champions League, Chelsea FC, nicht der Fall. Ganz Fußball-Deutschland beklagt zur Zeit das schlechte Abschneiden der deutschen Clubs in der Königsklasse. Höheres Risiko zu gehen, um international auf höchstem Niveau mithalten zu können, ist das auch für Schalke 04 zukünftig vorstellbar?

Sportlichen Erfolg auf Kosten gewachsener Strukturen zu erkaufen, das ist mit uns weiterhin nicht zu machen. Wir werden versuchen, mit unseren Mitteln europaweit konkurrenzfähig zu sein. Da sehe ich auch noch eine ganze Menge weitere Möglichkeiten. Aber wenn das nicht reicht, dann geht es eben nicht. Dann verliere ich lieber und bin finanziell noch eigenbestimmt. Übernahmeschlachten, Eigentümerwechsel, das sind für mich Horrorvorstellungen. Verhältnisse wie in Manchester oder Liverpool möchte ich bei Schalke 04 niemals erleben. Aber dann müssen wir auch lernen sportliche Niederlagen anzuerkennen. Wenn uns jemand, ermöglicht durch finanzielle Selbstaufgabe, sportlich überlegen ist, dann müssen wir die Hand schütteln und fair gratulieren. Das ist die Konsequenz. Aber das ist mir immer noch lieber, als die eigene Identität aufzugeben.

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