Der Frauenfußball ist in Deutschland in aller Munde. Nach der WM-Titelverteidigung der Nationalmannschaft und der Vergabe der nächsten Weltmeisterschaft 2011 nach Deutschland positioniert sich auch der Behindertensport in diesem Segment. Am gestrigen Samstag fand das erste Turnier für Frauen mit geistiger Behinderung veranstaltet durch den Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen (BSNW) in Bottrop-Kirchhellen statt.

Gelungene Turnier-Premiere des BSNW in Bottrop

Startschuss für Frauen-Fußball im Behindertensport ist gefallen

06. November 2007, 14:27 Uhr

Der Frauenfußball ist in Deutschland in aller Munde. Nach der WM-Titelverteidigung der Nationalmannschaft und der Vergabe der nächsten Weltmeisterschaft 2011 nach Deutschland positioniert sich auch der Behindertensport in diesem Segment. Am gestrigen Samstag fand das erste Turnier für Frauen mit geistiger Behinderung veranstaltet durch den Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen (BSNW) in Bottrop-Kirchhellen statt.

In Anwesenheit der Behindertenbeauftragten des Landes NRW, Angelika Gemkow, und des Präsidenten des deutschen Behindertensportverbandes DBS, Karl-Hermann Haack, feierten vier Teams eine durchweg gelungene Premiere. „Da der Frauenfußball im Behindertensport noch gänzlich in den Kinderschuhen steckt, ist das Turnier eine erste Standortbestimmung“, stellte Organisator und Fußball-Abteilungsleiter im BSNW, Dieter Spier, fest und erläuterte: „Zunächst gilt es, den Bedarf und die Möglichkeiten eines geregelten Spielbetriebes zu prüfen. Sicherlich schlummert hier jedoch ein großes Potenzial für Vereine und Verbände im organisierten Behindertensport.“

Fünf Feldspielerinnen und eine Torfrau standen sich pro Team am
Samstag gegenüber. Die Damen der Spielgemeinschaft Bocholt/Rees spielten in ihren drei Turnier-Matches am erfolgreichsten und verwiesen mit 3:0 Toren und neun Punkten die Teams von Wittekindshof-Bad Oeynhausen, BSG Viktoria Bottrop und Lemgo Eben-Ezer auf die Plätze. Nach der mit großer Motivation aller Beteiligter in der Sporthalle der Kirchhellener Bezirkssportanlage Löwenfeldstraße gestemmten Auftaktveranstaltung scheint der Start einer eigenen Liga 2008 so gut wie sicher. Wenngleich einige logistische und damit verbundene organisatorische Hürden genommen werden müssen, ist auch der Deutsche Behindertensportverband sehr optmistisch, was die Zukunft des Fußballs von Frauen mit Behinderung angeht.

„Es herrscht zurzeit eine große Aufbruchstimmung in den Verbänden. Wir als Dachverband begrüßen das Engagement des BSNW und unterstützen das Projekt, wo wir nur können“, versicherte DBS-Vizepräsident Ludger Elling, der sich als Leiter der neuen Projektgruppe „Fußball im DBS“ ebenfalls vor Ort ein Bild von den Leistungen der Frauen machte. Strukturen müssen nun gebildet und Werbung in den Vereinen betrieben werden.

Eine Notwendigkeit, der sich auch RS-Kooperationspartner FUBA-NET als Unterstützer der neuen Idee verpflichtet fühlt. International dreht sich das Rad langsamer. Dass 2011 im Anschluss an die WM der Profi-Damen auch eine WM der Fußballerinnen mit geistiger Behinderung in Deutschland stattfinden kann, bleibt daher auch ein Wunschtraum. „So etwas wie 2006, als zwei Fußball-Weltmeisterschaften nacheinander
stattfanden, ist vielleicht erstrebenswert, aber im Moment nur eine Vision. Der BSNW hat heute einen Erstaufschlag für eine neue Entwicklung im Behindertensport gemacht. Das ist ein tolle Sache“, resümierte Elling im Anschluss an das Turnier.

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