Bezirksliga 8: 8. Spieltag, Vorschau & Expertentipp

Geht der ASC-Rausch bei den Joboxers weiter?

Felix Guth
28. September 2006, 14:24 Uhr

Wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren die Teams der Bezirksliga 8 derzeit in Ehrfurcht vor Spitzenreiter ASC Aplerbeck 09. Nächster Gegner des Landesliga-Absteigers sind die Joboxers Holzwickede. Der Neuling hofft, eine ähnliche Klatsche verhindern zu können, wie sie die Aplerbecker Gegner zuletzt reihenweise kassieren.

Die Zahlen sind beeindruckend: In den letzten vier Spielen gelangen dem ASC 27 Treffer, in der gesamten Saison bereits 36. Allein 28 davon gingen auf das Konto des Trios Michael Cuper (11), Miguel Moreira (9) und Daniel Weies (8), der als Verteidiger Torjägerqualitäten beweist. Vor allem der BSV Heeren und der VfB Lünen 08 dürften noch immer im Schlaf aufschrecken, wenn sie an ihr Treffen mit dem ASC denken: Heeren verlor 0:9, Lünen 1:8.

Der schnelle Erfolg des drittgrößten Dortmunder Sportvereins ist ein Verdienst des neuen Coaches Hannes Wolff (Foto). Der Spielertrainer verfolgt eine eigene Linie. Gegen viele Widerstände ließ er so sein Team bislang mit einer Viererkette in der Abwehr und mit Raumdeckung operieren. Zudem scheint er die richtige Ansprache an das Team zu finden. "Es ist unheimlich wichtig, dass man die jungen Spieler auch Fehler machen lässt", kommentiert er den Aufschwung von Talenten wie Michael Cuper, Lasse Menning und Han-Chung. Doch auch etablierte Kräfte wie Weies, Moreira oder Boris Mihajlovic zeigen sich im Vergleich zum Vorjahr wie verwandelt. "Die Einstellung der Mannschaft ist sensationell", sagt Wolff. Doch trotz der immensen Aufbruchstimmung, die rund um das Waldstadion entfacht wurde, findet er warnende Worte. "Wir müssen die Leichtigkeit auch über die schwierigen Wintermonate retten. Denn es wird bis zum Saisonende ein Dreikampf an der Spitze bleiben."

Teil dieses Dreikampfes ist der SV Herbern, der am Sonntag bei der ÖSG Viktoria gastiert. Herberns Trainer Ralf Dreier kann sich dabei bislang vor allem auf seine Defensive verlassen: Torwart Benedikt Reckmann musste erst vier Mal hinter sich greifen.

Einen Lauf hat der SV Südkirchen. Zwei Ausrutscher leistete sich der SVS gegen Aplerbeck (1:5) und Lünen (2:3) - ansonsten bot die Truppe um Trainer Marco Habicht durchweg überzeugende Leistungen. "Wir liegen im Bereich dessen, was wir uns vorgenommen hatten", meint der Trainer. Das Kernstück der Mannschaft bilden Spieler wie Michael Kinne, André Mäteling oder Sebastian Sanecki, die mit ihren 30 Jahren schon zu den Routiniers zählen. "Um ganz oben anzugreifen, reicht es in diesem Jahr aber noch nicht. Aplerbeck ist eine Übermannschaft", sagt Habicht. Vielmehr wolle man den meist aus unteren Ligen geholten Talente Zeit geben, sich zu entwickeln. "Wenn wir alle halten können, hat diese Mannschaft eine gute Perspektive", sagt er. Doch gerade der langfristige Aufbau eines Teams ist für Südkirchen schwierig. Die lokale Konkurrenz mit Herbern und Union Lüdinghausen ist groß. "Und wir sind da der finanziell schwächste Klub".

Am Sonntag kann Südkirchen allerdings die nächsten drei Punkte wohl schon einplanen, wenn es zu Schlusslicht VfL Kemminghausen geht. "Ich hoffe, die fangen erst nächste Woche an, ihre Punkte zu holen", meint Habicht.

Den 8. Spieltag tippt: Marco Habicht (Trainer SV Südkirchen)

Autor: Felix Guth

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