Aktion "Schalker gegen Nazigesänge"

Westermann: "Nicht verharmlosen"

sb
30. Oktober 2007, 08:24 Uhr

"Unsere U-Bahn fährt zum Stadion – Schalker gegen Nazigesänge“ – mit Deckenflyern und Postern hat die Schalker Faninitiative vor dem Heimspiel am Samstag gegen Werder Bremen auf diese Aktion hinweisen. Besonders unterstützt wurden sie dabei von den Profis Heiko Westermann und Jermaine Jones.

In besagtem Gesang, der in der Bundesliga nicht oft, aber immer noch viel zu oft zu hören ist, werden gegnerische Fans in NS-Todeslager geschickt: "Solche Gesänge haben im Fußball nichts verloren", unterstreicht Westermann. Zumal der Text den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt. "Zwar habe ich solche Situationen noch nicht persönlich erlebt, aber so etwas geht gar nicht und man sollte dies auch nicht verharmlosen." Jones denkt ähnlich: "Mir gefällt die Idee dieser Kampagne. Man muss die Leute ansprechen, damit sie merken, dass so etwas nicht in Ordnung ist. Und wenn das nicht zum Erfolg führt, muss man sich Hilfe holen."

In der Straßenbahnlinie 302 der Bogestra waren erstmals Deckenflyer zu sehen sein, die zu Zivilcourage aufrufen. "Aber wir haben auch oft den Fall gehört, dass Leute gern eingegriffen hätten, aber allein waren und sich einer Gruppe gegenüber gesehen hätten", betont Susanne Franke, Vorsitzende der Fan-Initiative. Doch auch dann kann man noch etwas tun: sich beim Fahrer melden oder per Handy die 110 rufen und sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen, denn die Polizei wäre in einem solchen Fall befugt einzugreifen. Und dies würde seine Wirkung bei den Verursachern sicher nicht verfehlen.

Diese Aktion unterstützen die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnbetriebe (Bogestra), der Schalker Fan-Club Verband, der Supporters Club, das antirassistische Bildungsprojekt "dem ball is' egal, wer ihn tritt" und das Schalker Fanprojekt.

Autor: sb

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