Wer an einem der letzten Sonntage die Rheinpreußen-Straße im Duisburger Stadtteil Homberg/Hocheide entlang gefahren ist, dem dürften die Jubelschreie von der dortigen Platzanlage des SV Haesen Hocheide nicht entgangen sein. Ausrufe des Glücks gab es an selbiger Stelle auch früher schon zu verzeichnen, doch jubelten dann zu meist die Gastmannschaften über Erfolge vor dem Tor. Seit sieben Spielen ist dies anders. Denn so lange hat der SVH die Plätze der Moerser Kreisliga B, Staffel 2, nicht mehr als Verlierer verlassen.

Kreis Moers: SV Haesen Hochheide Mannschaft der Stunde

Auf schwarzer Asche zum Erfolg

Moritz Rieckhoff
29. Oktober 2007, 16:07 Uhr

Wer an einem der letzten Sonntage die Rheinpreußen-Straße im Duisburger Stadtteil Homberg/Hocheide entlang gefahren ist, dem dürften die Jubelschreie von der dortigen Platzanlage des SV Haesen Hocheide nicht entgangen sein. Ausrufe des Glücks gab es an selbiger Stelle auch früher schon zu verzeichnen, doch jubelten dann zu meist die Gastmannschaften über Erfolge vor dem Tor. Seit sieben Spielen ist dies anders. Denn so lange hat der SVH die Plätze der Moerser Kreisliga B, Staffel 2, nicht mehr als Verlierer verlassen.

Besser noch, sieben Siege in Folge feierte die von Frank Schubert trainierte Elf zuletzt. Platz vier in der Tabelle und lediglich ein Punkt Rückstand auf Klassenprimus Rheinkamp lassen auch Hans Majdic, seit 1994 Vorsitzender der Blau-Schwarzen, in Jubel ausbrechen: "Der ganze Vorstand, sowie das gesamte Vereinsumfeld schweben momentan auf Wolke Sieben", beschreibt der 68-jährige Funktionär die Stimmung rund um den 1953 gegründeten Club. "Vor der Saison", fährt der in Homberg geborene Majdic fort, "hat mit einem solchen Erfolg niemand gerechnet. Umso schöner ist natürlich jetzt diese herrliche Siegesserie." Die Gründe für die ebenso überraschende wie freudige Lage erläutert Coach Schubert:

"Der Verein hat die letzten fünf Jahre in der B-Liga immer im unteren Drittel gespielt, wäre letzte Saison sogar beinahe abgestiegen. Vor der Spielzeit haben wir uns nicht verstärkt, sondern lediglich zwei Akteure aus unserer Reserve zur ersten Elf hinzugezogen. Dazu kamen drei Kicker aus der eigenen Jugend." Doch gerade die beiden Akteure aus der zweiten Garde der Linksrheinischen haben es in sich. Mark Giespert, 22-jähriger Stürmer, hat bereits elf Treffer auf seinem Konto und auch Sven Kuhn, zweite Offensivkraft neben Giespert, gehört mittlerweile zum absoluten Stamm der Equipe.[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/005/145-5227_preview.jpeg Feiert mit seinem Team eine tolle Serie: SVH-Trainer Frank Schubert[/imgbox]

Doch trotz aller Euphorie weiß der 40 Jahre alte Übungsleiter, der erst kurz vor der laufenden Saison das Traineramt im Duisburger Westen übernommen hat, um die Gefahren des allseits einsetzenden Jubels: "Bis dato hat meine sehr junge Truppe einen tollen Job gemacht und meine Anweisungen wunderbar umgesetzt. Doch ich muss angesichts der Tatsache, dass wir gerade einmal ein Drittel der Runde gespielt haben, davor warnen, jetzt in einen großen Rausch zu verfallen. Es kommen noch viele schwere Spiele auf uns zu." Und so tritt der verheiratete Familien-Vater weiter auf die viel zitierte Euphoriebremse: "Wir haben einen enorm dünn besetzten Kader. Ich kann nur hoffen, dass wir von Sperren und Verletzungen verschont bleiben, denn sonst bekommen wir arge Probleme."

Entsprechend bescheiden ist dann auch die Zielsetzung für die Meisterschaft: "Wir haben uns vorgenommen nicht abzusteigen. Sollten wir die nächsten beiden Matches gegen unsere direkten Konkurrenten SuS Rayen und den SV Lintfort positiv gestalten, könnten wir am Ende auch auf einem einstelligen Tabellenplatz landen." Der Aufstieg ist indes kein Thema: "Da gibt es andere Mannschaften, die dafür in Frage kommen", erstickt Schubert die Anfrage im Keim und ergänzt: "Zuerst zählen andere Dinge. Es wäre zum Beispiel schön, wenn wir auf unserer Platzanlage den Belag wechseln könnten. Wir spielen dort auf schwarzer Asche und das sieht nicht nur schlecht aus, sondern das macht das Kicken auch nicht leichter."

Momentan stört der Belag jedoch niemanden, denn auf der schwarzen Asche geht es dieser Tage steil bergauf.

Autor: Moritz Rieckhoff

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