Die Heiko Bonan-Filmproduktion sagte den Horrorstreifen ab, der die 90 Minuten gegen Cottbus noch einmal darstellen sollte.

RWE: Bonan: "Diese Truppe fällt nicht zusammen"

Von der Herdplatte zur Küste

og
27. Oktober 2007, 09:16 Uhr

Die Heiko Bonan-Filmproduktion sagte den Horrorstreifen ab, der die 90 Minuten gegen Cottbus noch einmal darstellen sollte. "Wir benötigten die bewegten Bilder nicht mehr", erklärt der Fußball-Lehrer vor der Auswärtsfahrt zur Zweitvertretung des Hamburger SV (Samstag, 27. Oktober, 14 Uhr, Nordbank-Arena). Am Sonntag nach der Schlappe versammelte Bonan den gesamten Kader, man sprach miteinander.

"Jeder wusste doch, wir hätten den Oktober vergolden können, ein weiteres Ausrufezeichen wäre möglich gewesen. Man kann verlieren, aber uns hat die Art und Weise erschüttert."

Auch die Kulisse war bedient! Bonan: "Es hat sich herauskristallisiert, das hatte aber nichts mit Leichtfertigkeit zu tun." Große Psychologie an der Hafenstraße. Der Familienvater weiter: "Die Truppe war in diesem Match im Bewusstsein schon weiter, als wir dachten." Alles drehte sich um ein zu Unrecht aberkanntes frühes Energie-Tor, "das plötzlich Versagensängste" provozierte. Die dann lähmten. "Und das, nachdem wir im Test gegen Gladbach richtig gut aussahen", erläutert der ehemalige Bochumer. Sein Fazit: "Das war erschreckend."

Allerdings soll es alles kein Grund sein, "die Sache wieder komplett in Frage zu stellen", fordert der gebürtige Haldenslebener. Cottbus "war ein Ausrutscher. Das kann passieren. Aber nur dann, wenn man genau analysiert, woran es gelegen hat." Die Erkenntnis will man haben.

So dass die Fahrt in Richtung Küste auch problemlos angegangen wird. "Ich betone es immer wieder: Die Ordnung ist wichtig, jeder muss sich an die gestellten Aufgaben halten, auch wenn es nicht läuft. Dann darf man nicht versuchen, alles alleine umzubiegen." Der Lernprozess soll jetzt abgeschlossen sein. "Das ist wie bei einem Kleinkind und der Herdplatte." Einmal verbrennt man sich Finger oder sonstiges, dann wird man vorsichtig.

Der ehemalige UEFA-Cup-Halfinalist verdeutlicht: "Es ist wichtig, dass derartige Mannschaftssitzungen auch transparent sind. Daran können auch Masseur, Zeugwart oder Obmann Jürgen Grundheber teilnehmen, damit man sieht, diesem Team ist nicht wirklich etwas schnurz." Andererseits: Je mehr Teilnehmer, desto mehr Chancen, dass Infos an Stellen landen, wo sie nicht hingehören, oft die "Wurzel" allen Übels.

Bonan legt sich nachdrücklich fest: "Diese Truppe fällt nicht in sich zusammen, so was wie Cottbus passiert uns schließlich nicht exklusiv. Das hat auch jeder im Kader jetzt verstanden, wenn wir die Grundprinzipien einhalten, können wir gegen jede Konkurrenz in der Liga mithalten." Der Beweis ist gegen Hamburg zu erbringen.

Autor: og

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren