Und sie schweigen noch immer. Auch vier Punkte aus den letzten beiden Partien konnten den Presseboykott der Dortmunder Borussen nicht beenden. Noch immer wird das nachgemacht, was der große Rivale aus Schalke vor Monaten peinlich vorlebte. Und immer klarer wird der Unterschied zwischen Männern und Weicheiern. Denn die Positiv-Beispiele sind auch vorhanden, angefangen beim MSV Duisburg.

Revier-Sport Kommentar: Vom "Ritter" Ron Dennis und den BVB-Weicheiern

Schweigen als Biss ins eigene Fleisch

Christian Brausch
25. Oktober 2007, 15:24 Uhr

Und sie schweigen noch immer. Auch vier Punkte aus den letzten beiden Partien konnten den Presseboykott der Dortmunder Borussen nicht beenden. Noch immer wird das nachgemacht, was der große Rivale aus Schalke vor Monaten peinlich vorlebte. Und immer klarer wird der Unterschied zwischen Männern und Weicheiern. Denn die Positiv-Beispiele sind auch vorhanden, angefangen beim MSV Duisburg.

Dort hagelte es fünf Pleiten in Folge, aber die Medienmitarbeiter standen nicht vor geschlossenen Mäulern, ganz im Gegenteil, der Notizblock wurde selbstkritisch weiter gefüllt, die Schuld wurde im eigenen Hause gesucht. Und welche Überraschung: Trotz der Interviews konnte man sich wie in Cottbus gesehen, auf den Sport konzentrieren.

Das jüngste Beispiel für absolute Professionalität ist Mercedes-Teamchef Ron Dennis, der nicht umsonst Träger des Ritterordens "The Most Excellent Order of the British Empire" ist. Dessen Schützling Lewis Hamilton musste im dramatischen Finale der Saison "nur" noch Platz fünf erreichen, um als erster Fahrer in der Formel 1-Geschichte den Titel im Premieren-Jahr einzuheimsen. Im Rennen der verschiedensten Dramaturgien langte es am Ende nur zum sechsten Platz, der Titel war futsch, ein Zähler fehlte. Und was macht Dennis? Richtig, der stellte sich keine fünf Minuten nach dem Rennen allen Interview-Wünschen, gab keine patzigen Antworten und zeigte, wie man seinen Job auf allen Ebenen erstklassig ausführt.

Womit man wieder beim BVB wäre, dort ist derzeit im Spielerbereich alles anders. Der Maulkorb gilt weiter, hat jetzt bei gewissen Nachfragen sogar den Regionalliga-Bereich erreicht. Ein Lars Ricken verweigerte nach dem 0:1 gegen Düsseldorf mit einem Schmunzeln den Kommentar. Zitat: "Wir haben doch diesen...".

Es stellt sich nur noch die Frage: Sind die Akteure dumm oder einfach der ganzen Anforderung Bundesliga in all ihren Facetten nicht gewachsen? Denn was alle offenbar nicht verstehen: Sie schneiden sich langfristig ins eigene Fleisch, sollten diese Weicheier-Eigenschaften Schule machen. Denn scheinbar hat den Herren Profis niemand erzählt, wer die ganze Show bezahlt. Zum Großteil sind das die Fernsehsender, die Unsummen blechen für die 90 Minuten und das ganze Drumherum. Und dazu zählt doch unverschämterweise auch das Statement bei Niederlagen, die Erklärung für eventuelle unterirdische Darbietungen.

Denn warum sollten die TV-Preise aufrecht bleiben, wenn die "Eurogönner" nur in Teilen das bekommen, wofür sie bezahlen? Sinken irgendwann die Angebote, sind die Stummschalter von heute die ersten, die ganz schnell wieder verbal auf die Pauke hauen. Und zwar wenn die zwanghaft reduzierten Angebote ganz und gar nicht den eigenen, oftmals viel zu hohen Millionen-Ansprüchen, genügen. Man kann den Schaden noch korrigieren, im Gegensatz zur Schule ist Abgucken im Bereich der Professionalität auch erlaubt. Vielleicht lohnt ein Blick nach Duisburg oder zum Ritter des McLaren-Teams.

Autor: Christian Brausch

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