Kritik kann Ansporn sein, sie kann aber auch zu Trotzreaktionen führen, die wiederum nicht hilfreich sind. Die DEG Metro Stars haben zwei Akteure in ihren Reihen, die für beide Fälle ein Beispiel liefern. Zum einen ist das Torhüter Jamie Storr. Der Kanadier patzte zunächst in einigen Spielen, strahlte längst nicht mehr die Sicherheit der Vorsaison aus, als er zum besten Goalie der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gewählt wurde und machte bei einigen Abwehrversuchen eine unglückliche Figur.

DEG Metro Stars: Kantor verärgert

Storr als großer Gewinner

Georg Amend
19. Oktober 2007, 16:37 Uhr

Kritik kann Ansporn sein, sie kann aber auch zu Trotzreaktionen führen, die wiederum nicht hilfreich sind. Die DEG Metro Stars haben zwei Akteure in ihren Reihen, die für beide Fälle ein Beispiel liefern. Zum einen ist das Torhüter Jamie Storr. Der Kanadier patzte zunächst in einigen Spielen, strahlte längst nicht mehr die Sicherheit der Vorsaison aus, als er zum besten Goalie der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gewählt wurde und machte bei einigen Abwehrversuchen eine unglückliche Figur.

So sorgte es für anhaltendes Kopfschütteln bei den Zuschauern, dass Storrs Ersatzmann, Jochen Reimer, immer wieder bei DEL-Spielen fehlte, da er mit einer Förderlizenz auch den Kasten des Zweitligisten Moskitos Essen sauber hält. Dort – und im Pokal, der seine einzige Pflichtaufgabe für die DEG ist – empfahl sich Reimer immer wieder für höhere Aufgaben, doch in den Punktspielen schenkte Düsseldorfs Coach Slavomir Lener stets Storr das Vertrauen. Bisher – demnächst soll Reimer auch in der DEL eine Bewährungschance erhalten.

Jedoch nutzte Storr die Kritik, die von außen auf ihn einprasselte, um sich zu steigern. Sowohl in Mannheim als auch zuhause gegen Nürnberg, war der Torwart eine Bank, kassierte in der regulären Spielzeit in beiden Partien insgesamt gerade einmal zwei Treffer und vereitelte etliche Großchancen. „Ich habe längst noch nicht optimal gehalten“, meinte der Kanadier nach dem 3:1-Sieg über Nürnberg, bei dem Rob Collins sich zum mannschaftsinternen Top-Scorer aufschwang, selbstkritisch. So nimmt man Nörglern den Wind aus den Segeln und spornt sich selbst an.

Anders Verteidiger Robert Kantor, der sich fast schon in den Schmollwinkel zurückzog. Der Tscheche konnte bislang seine massiven Schwächen in der Behandlung des Pucks nicht verbergen, leitete mit Scheibenverlusten immer wieder Konter der Gegner ein und hat bislang die meisten Strafzeiten (43) kassiert – darunter eine Spieldauer. Daraufhin wurde der 30-Jährige öffentlich von der sportlichen Leitung kritisiert, sein Trainer fand sogar: „Vielleicht tut es ihm mal gut, einmal draußen zu sitzen, um wieder in die Spur zu kommen.“ Auf diese Kritik antwortete Kantor bislang nicht sportlich, sondern lediglich verbal: „Es ist mir egal, was der Manager sagt. Ich weiß was ich kann, und das werde ich noch beweisen.“

Ein guter Anfang dazu wäre das heutige Spiel in Hamburg, zumal Verteidiger Darren van Impe gegen seinen Ex-Club voraussichtlich noch mit einer Bänderdehnung fehlen wird. Es bleibt abzuwarten, ob Kantor die Kritik an seiner Person weiter nur zu Trotzreaktionen verleiten, oder ob er sich dadurch auf dem Eis steigert. So wie Jamie Storr, der der große Gewinner des vergangenen Wochenendes ist.

Autor: Georg Amend

Kommentieren