Über den Namen kann man beim ersten Lesen schon einmal stolpern: BSG JVA Taxi Hagen nennt sich der Fußballverein, der seit Beginn dieser Saison die Kreisliga C in der Volmestadt bereichert. Nachdem die Mannschaft schon als Betriebssportgemeinschaft der Justizvollzugsanstalt mit Stadt-, Kreis- und Westfalenmeisterschaften für Furore sorgte, nimmt sie nun den DFB-Spielbetrieb ins Visier. Nach neun Spielen in der C-Klasse ist sie noch unbesiegt und führt mit sieben Punkten Vorsprung die Tabelle an.

Hagen: Ehemalige Betriebssportler der JVA sind auf dem Weg nach oben

Sperriger Name, aber großer Erfolg

Felix Guth
16. Oktober 2007, 15:53 Uhr

Über den Namen kann man beim ersten Lesen schon einmal stolpern: BSG JVA Taxi Hagen nennt sich der Fußballverein, der seit Beginn dieser Saison die Kreisliga C in der Volmestadt bereichert. Nachdem die Mannschaft schon als Betriebssportgemeinschaft der Justizvollzugsanstalt mit Stadt-, Kreis- und Westfalenmeisterschaften für Furore sorgte, nimmt sie nun den DFB-Spielbetrieb ins Visier. Nach neun Spielen in der C-Klasse ist sie noch unbesiegt und führt mit sieben Punkten Vorsprung die Tabelle an.

"Wir wollten es einfach mal versuchen", erinnert sich der Sportliche Leiter Reinhard Eickelmann. In den erfolgreichen Betriebssport-Jahren der "Gefängniswärter" habe es bereits zahlreiche Abwerbungsversuche von "DFB-Vereinen" gegeben. So entschloss man sich, im Kreis Hagen zu melden und eine "exotische" C-Liga mit Vereinen wie Al Seddig, Calabria oder Polizei SV Hagen um einen weiteren Namen zu ergänzen.

Das Team setzt sich aus einigen Spielern mit Vereinserfahrung und Freizeitkickern zusammen. Die Homepage des Vereins führt eine "ewige" Einsatz- und Tore-Statistik, die beeindruckendes zu Tage fördert. Denn wo findet man schon eine Bilanz wie die von Stürmer Rado Ciarkowski, der in 155 Betriebsfußball-Partien satte 183 Buden erzielte. Ebenfalls imposant: Die 563 Einsätze von Karsten Eickelmann seit 1988.

Die einzige Umstellung auf den Liga-Fußball ist eine eher positive. "Dadurch, dass wir jetzt sonntags spielen, haben wir fast immer die beste Mannschaft zusammen", sagt Eickelmann, der zugleich als eine Art Betreuer fungiert. Das erste Saisondrittel macht Hoffnung auf mehr: Mit 45:4 Toren und 25 Punkten liegt die BSG JVA Taxi auf B-Liga-Kurs. Nur beim 1:1 gegen den TSV 1860 Hagen gelang kein Sieg. Am Sonntag steht das Duell mit der Zweitplatzierten DJK Schwarz-Gelb Hagen an. Bei einem Sieg läge der neue Club schon mit zehn Punkten in Front. "Die A-Kreisliga wäre schon ein Ziel", sagt der Sportliche Leiter.

Reinhard Eickelmann begleitet den Verein schon seit seinen Anfängen 1974. Der Begriff "Taxi" taucht seit 1989 im Namen auf, als sich die Betriebskicker der JVA mit dem von Taxifahrern gegründeten Club zusammenschlossen. Dies beschert der BSG einen äußerst sperrigen Namen, dessen Genehmigung beim DFB allerdings kein Problem darstellte.

"Ich denke, dass einige Betriebsmannschaften in der Kreisliga mithalten könnten", sagt Reinhard Eickelmann. Der Hagener Versucht könnte so auch anderen Firmenfußballern Mut machen.

Autor: Felix Guth

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