Das Rennen um die begehrten Plätze, die den Aufstieg in die höchste Kreisliga versprechen, ist in vollem Gange. Nach sieben Spielen in den vier B-Ligen des Kreises Dortmund lohnt sich eine Zwischenanalyse: Welchen Teams ist zuzutrauen, an der Spitze zu bleiben? Wem könnte die Luft ausgehen? Für welche Vereine wird es schwer, den Gang in die unterste Amateurklasse zu verhindern?

Kreisliga B Dortmund: Die Analyse nach dem 7. Spieltag

Phönix-Reserve auf Rekordjagd

Felix Guth
28. September 2006, 18:13 Uhr

Das Rennen um die begehrten Plätze, die den Aufstieg in die höchste Kreisliga versprechen, ist in vollem Gange. Nach sieben Spielen in den vier B-Ligen des Kreises Dortmund lohnt sich eine Zwischenanalyse: Welchen Teams ist zuzutrauen, an der Spitze zu bleiben? Wem könnte die Luft ausgehen? Für welche Vereine wird es schwer, den Gang in die unterste Amateurklasse zu verhindern?

Sinnbildlich für die Ausgeglichenheit zwischen den B-Liga-Teams steht die Staffel 1. Dort thront der FC Nette 46/98 derzeit an der Spitze. Noch war bisher kein Team in der Lage, den Fusionsklub zu besiegen. Am vergangenen Wochenende war zwar statt fußballerischem Glanz harter Kampf angesagt. Dennoch reichte es gegen Lüdo ASV zu einem 1:0-Sieg. "Wenn unsere Leistungsträger von Verletzungen verschont bleiben, kann es in diesem Jahr gut laufen", glaubt der erste Vorsitzende Dieter Backes. Nettes Trainer Dieter Anders kann sich der Wertschätzung des Vereinschefs sicher sein. "Er leistet hervorragende Arbeit", sagt Backes.

Es gelingt dem Coach derzeit perfekt, die "alten Strategen" wie Mike Backes, Achim Stöber, Manuel Grabowski oder Andreas Böhmecke und die nachrückenden Talente zu einer Mannschaft zu formen. Anders profitiert dabei auch von der funktionierenden Zusammenarbeit mit Reserve-Trainer Jürgen Jachmann.

Doch der FC Nette ist alles andere als konkurrenzlos: Nur einen Punkt dahinter lauert Hellweg Lütgendortmund. Die Mannen von der Limbecker Straße lieferten bislang unterhaltsamen Fußball ab, distanzierten zuletzt durch den 2:1-Heimerfolg über den SV Westrich einen direkten Verfolger. Am kommenden Sonntag müssen die Hellweg-Kicker ihre neue Stärke erneut unter Beweis stellen: Es geht im Derby gegen Lüdo ASV.

Überraschend taucht im Spitzenfeld auch der Spielverein 26 auf. Duch das 2:1 in Oespel kletterte das Team aus dem Dortmunder Nordwesten auf Platz drei, noch vor dem hoch gehandelten TuS Bövinghausen. Die Bövinghauser setzten am vergangenen Sonntag ein unerfreuliches Schlaglicht, als die Partie gegen den SC Dorstfeld 09 II nach nicht einmal einer Stunde abgebrochen wurde (siehe "Was war das los?").

An der Vereinsspitze bemüht man sich trotz der jüngsten Aufregungen um Ruhe. "Wir haben unser Aufstiegsziel noch nicht aus den Augen verloren. Dafür wäre es noch viel zu früh", sagt Geschäftsführer Oliver Ehlscheid. Nach den Negativ-Schlagzeilen fordert der Vorstand nun "eine Trotzreaktion". Denn mit dem sportlichen Abschneiden kann der TuS eigentlich zufrieden sein. Vor dem Dorstfeld-Eklat verlor man nur das Spitzenspiel gegen den FC Nette mit 0:3. "Und diese Niederlage musste nicht sein", sagt Ehlscheid. Der TuS Bövinghausen weiß eine große Fanschar hinter sich, die nach der Rückkehr in die A-Kreisliga giert.

Im Tabellenkeller tummeln sich bislang durchweg Zweitvertretungen höherklassiger Vereine. Noch ohne Sieg sind der SC Dortmund II und die SF Nette II, nur wenig besser sieht bei den Reserveteams von Arminia Marten, SC Dorstfeld, BW Huckarde und Germania Westerfilde aus.

Die Staffel 2 sieht bislang ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Süd-Teams. Angeführt wird dieses im Moment von der zweiten Mannschaft des Hörder SC. Während die "Erste" des HSC in der A-Kreisliga nicht so recht auf die Beine kommt, sorgen die Reserve-Kicker für Furore. Unter der Leitung des Trainerduos Christian Jeuken und Jürgen Ritters läuft es bislang rund bei den "HSC-Amateuren", wie sie sich selbst nennen. Doch schon am kommenden Sonntag wird es richtig ernst: Der SSV Hacheney kommt an die Benninghofer Straße. Der Aufsteiger wirbelte bislang durch die staubigen Sommer-Spieltage, erzielte bereits 29 Tore.

Doch auch der TuS Eichlinghofen II, SV Berghofen II und TuS Kruckel konnten bislang mit dem hohen Tempo an der Spitze mithalten und sind auf Tuchfühlung.

In der Staffel 3 sorgt die Reserve der SG Phönix Eving derzeit im Schatten der guten Ergebnisse der Landesliga-Elf für einen kleinen Rekord. Denn die Evinger sind die einzige Dortmunder Amateurmannschaft, die bislang alle sieben Saisonspiele gewann. Satte 21 Punkte liegen schon auf dem Konto der Grävingholzer, lediglich vier Gegentore ließ die Abwehr vor Torwart Pascal Stobba erst zu. Und das, wo vor der Saison eigentlich niemand die Kicker um Trainer Jürgen Schäfer (Foto) auf der Rechnung hatte. Der große Evinger Showdown folgt am Sonntag, wenn der Tabellenzweite Selimiye Spor bei Phönix seine Visitenkarte abgibt. Denn auch Selmiye spielt bislang eine fast makellose Saison und leistete sich erst einen Ausrutscher am vierten Spieltag gegen das mittlerweile punktgleiche Team von Ay Yildiz Derne.

Am unteren Ende der Tabelle wartet RW Obereving noch immer auf die ersten Punkte, hat zudem großen Ärger mit der Platzanlage, die derzeit renoviert wird.

Bleibt die vierte B-Liga-Staffel, in der Kocatepe Camii seinen Aufschwung der letzten Jahre fortsetzt. Jüngstes "Opfer" der aufstrebenden Oststädter, die nach einer großen Moschee benannt sind, war der FCK Sölde, der an der Halleschen Straße "sieben auf einen Streich" kassierte. Allerdings absolvierte Kocatepe bislang ein Spiel mehr als die Verfolger ÖSG Viktoria II , DJK Saxonia und TuS Körne II.

Autor: Felix Guth

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