Es haben sich dunkle Wolken über den ruhigen und beschaulichen Teil im Süden von Duisburg aufgetan, wo das alljährlich im September steigende Schlagbaumfest die bekannteste Attraktion in Großenbaum ist. Die Rede ist vom A-Ligisten GSG Duisburg, wo der Saison-Start katastrophal war - was aber keine Überraschung ist. Alles fing damit an, dass Michael Bonetzki, damaliger Coach der Mannschaft, im letzten Februar erklärte, zum Saison-Ende aufzuhören und eine neue Herausforderung beim Liga-Konkurrenten VfL Wedau zu suchen.

Kreis DU/MH/DIN: Das Abstiegsgespenst geht um bei der GSG

"Wenn nicht gegen die, gegen wen dann?"

Heiko Gaeb
12. Oktober 2007, 23:16 Uhr

Es haben sich dunkle Wolken über den ruhigen und beschaulichen Teil im Süden von Duisburg aufgetan, wo das alljährlich im September steigende Schlagbaumfest die bekannteste Attraktion in Großenbaum ist. Die Rede ist vom A-Ligisten GSG Duisburg, wo der Saison-Start katastrophal war - was aber keine Überraschung ist. Alles fing damit an, dass Michael Bonetzki, damaliger Coach der Mannschaft, im letzten Februar erklärte, zum Saison-Ende aufzuhören und eine neue Herausforderung beim Liga-Konkurrenten VfL Wedau zu suchen.

Eine an sich legitime Sache, doch Volker Krischok, Abteilungs-Leiter der Senioren-Fußball-Abteilung des Vereins, betont: "Er stand bei uns im Wort und wollte bleiben. Dass er dennoch gegangen ist, war nicht die feine Art, aber das weiß er auch." Mit ihm zog es insgesamt 20 Akteure vom 1919 gegründeten Verein weg. "Dann organisieren Sie mal auf die Schnelle neues und gutes Personal", zuckt der 32-Jährige mit den Schultern, "wir haben ja alles versucht, aber das ist in der Kürze der Zeit kaum möglich."

Die vorzeitige Trennung von Bonetzki im April zeigt zum Beispiel deutlich, dass man sich langfristige Gedanken gemacht hat, um zur neuen Saison ein eingespieltes Team zu haben. Der Nachfolger hieß Lutz Jecksties. Mit ihm landete die GSG am Saison-Ende auf dem neunten Rang.

"Bei uns lief aber auch alles schief", schüttelt Krischok mit dem Kopf. Denn private Probleme ließen dem Bonetzki-Nachfolger kaum noch Zeit, sich um die Mannschaft zu kümmern. So kam es, dass die Vorbereitung sehr holprig verlief, teilweise sogar ganz ohne Übungsleiter.[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/004/893-4975_preview.jpeg Kämpft gegen den Niedergang der Fußballabteilung der GSG: Volker Krischok[/imgbox] Die Folge war eine mangelnde Trainingsbeteiligung. Nach dem dritten Spieltag legte Jecksties sein Amt schließlich komplett nieder.

Seitdem ist Dimitrios Kiriakidis der Mann an der Linie. "Es ist sehr traurig, aber wir stehen jetzt trotz vieler Mühen mit unseren beiden Senioren-Teams ganz unten", resümmiert Krischok den Start in die aktuelle Saison. Während viele Kicker aus der zweiten Mannschaft jetzt ihre Schuhe in der Ersten schnüren, springen in der Kreisliga B wiederum Akteure aus der Altherren-Abteilung ein. Im ohnehin aktuell nicht mit gutem Fußball verwöhnten Duisburger Süden droht einem weiteren gestandenen Club der Abgang in die Kreisliga B mit der ersten Truppe. "Damit beschäftigen wir uns sehr. Aber es ist schwierig, im Winter gutes Personal zu finden. Zum einen hat es finanzielle Gründe und zum anderen gucken die Leute auf die Tabelle und tun sich das nicht an", beschreibt Krischok das Dilemma. Aber ein Fünkchen Hoffnung besteht noch.

Zum einen wurde am vergangenen Wochenende der erste Dreier in der Liga errungen. Und zwar durch einen deutlichen Sieg über das Tabellen-Schlusslicht DJK Wanheimerort, ebenfalls ein Club aus dem Duisburger Süden. "Wenn nicht gegen die, gegen wen denn dann?", fragt Krischok, denn die DJK-Kicker konnten bisher keinen einzigen Punkt erringen.

"Wir haben ja unsere Partien immer knapp verloren und im Pokal sogar gegen den Landesligisten Glückauf Möllen gut mitgehalten. Der Glaube ist auf jeden Fall da, denn einen kleinen Aufwärtstrend kann ich erkennen", zeigt sich Krischok auch aufgrund der einholbaren Konkurrenz kämpferisch.

Autor: Heiko Gaeb

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