Jens Lehmann muss um seinen Stammplatz bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz bangen. Nachdem der deutsche Torhüter beim englischen Spitzenklub FC Arsenal seinen angestammten Platz zwischen den Pfosten an den Spanier Manuel Almunia verloren hat, setzen Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff den 37-Jährigen, der am Samstag im EM-Qualifikationsspiel in Dublin gegen Irland (20.45 Uhr) sein 49. Länderspiel bestreiten wird, unter Druck.

Löw setzt Lehmann unter Druck

"Wir brauchen zur EM natürlich einen Torwart mit Spielpraxis"

sid
11. Oktober 2007, 12:28 Uhr

Jens Lehmann muss um seinen Stammplatz bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz bangen. Nachdem der deutsche Torhüter beim englischen Spitzenklub FC Arsenal seinen angestammten Platz zwischen den Pfosten an den Spanier Manuel Almunia verloren hat, setzen Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff den 37-Jährigen, der am Samstag im EM-Qualifikationsspiel in Dublin gegen Irland (20.45 Uhr) sein 49. Länderspiel bestreiten wird, unter Druck.

"Wir brauchen zur EM natürlich einen Torwart mit Spielpraxis", sagte Löw der Bild-Zeitung und meinte weiter: "Jens selbst geht davon aus, dass er bei Arsenal-Trainer Arsene Wenger wieder spielen wird. Und er besitzt eine sehr gute Selbsteinschätzung. Sollte sich Jens Situation jedoch zu gegebener Zeit nicht ändern, müssen wir uns unterhalten." Der Bundestrainer will aber zunächst bis Dezember abwarten, wie sich die Lage für Lehmann in London entwickelt.

Bierhoff erklärte gleichlautend: "Bis zum Winter kann man gewisse Dinge klären. Im Hinblick auf die EM ist es für uns natürlich wichtig, dass wir einen Torhüter haben, der kontinuierlich spielt. Sollte das nicht der Fall sein, würde ich ihm dann raten, sich einen neuen Verein zu suchen, damit er dort im neuen Jahr kontinuierlich spielen kann."

Der Teammanager betonte aber auch, dass die unbefriedigende Situation von Lehmann bei Arsenal derzeit noch kein großes Thema bei der Nationalelf sei. "Kurzfristig ist das für uns aber kein Problem, zumal Jens das Gefühl hat, dass er sich bald die Position als Nummer eins zurückerobert."

Lehmanns Stellvertreter Timo Hildebrand, der sich nach Startschwierigkeiten bei seinem neuen Klub FC Valencia mittlerweile gegen Santiago Canizares durchgesetzt hat, meldete unterdessen in der Bild seine Ansprüche an. "Ich habe in Valencia einen wichtigen Schritt gemacht, stehe im Tor, und diesen Schritt will ich irgendwann auch bei der Nationalelf folgen lassen."

Der frühere Stuttgarter stellte aber klar, dass es zwischen den beiden Konkurrenten vor der EM-Endrunde im kommenden Sommer in Österreich und der Schweiz keinen Torwart-Zoff wie zwischen Lehmann und Oliver Kahn vor der WM 2006 geben werde: "Von mir wird es keine großen Attacken gegen Jens Lehmann geben. Das ist nicht mein Ding. Ich konzentriere mich lieber auf mich selbst, will die Leistung sprechen lassen und so die Nummer eins werden. Es siegt am Ende nicht der Laute, sondern der Bessere."

Derweil lassen Kahn und Lehmann die alte Rivalität wieder aufblitzen. Der Münchner reagierte auf Lehmanns jüngste Kritik an seiner Person: "Anstatt stillos auf frühere Kollegen loszugehen, sollte er eher dankbar sein, dass er überhaupt die Möglichkeit bekommt, in der Nationalmannschaft spielen zu dürfen, während er im Verein nicht spielt. Denn das gab es in dieser Art in der Geschichte des deutschen Fußballs noch nicht." Lehmann hatte Kahn zuvor in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel vorgeworfen, dass dieser sich "halt manchmal gern wichtig" nehme: "Ich mag es nicht, wenn sich einer glorifiziert."

Löw hatte nach der WM im vergangenen Jahr, bei der Lehmann seinen ewigen Kontrahenten Kahn als Nummer eins abgelöst hatte, betont, dass der England-Legionär bis zur EURO 2008 als Nummer eins gesetzt sei. Nachdem Lehmann nach zwei Patzern in der Premier League zu Saisonbeginn bei Wenger nicht mehr unumstritten und zuletzt auch noch durch einen Ellenbogenverletzung gehandicapt war, hatte der Bundestrainer aber klargestellt, dass auch die Torhüter bei ihren Klubs spielen müssten, wenn sie ein EM-Ticket haben wollen.

Neben Lehmann und Hildebrand waren deshalb zuletzt auch Robert Enke von Hannover 96, aussichtsreichster Kandidat für die Nummer drei bei der der EM, und auch der Schalker Shootingstar und U21-Schlussmann Manuel Neuer ins Gespräch gebracht worden.

Autor: sid

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