Wer mit Spielern und Verantwortlichen des B-Liga-Aufsteigers HSV Hilal derzeit spricht, dem bleibt die allgemeine Ausgeglichenheit der Duisburger nicht verborgen.

Kreis DU/MH/DIN: HSV Hilal etabliert sich

Erfolgreich ohne Spitzen

Moritz Rieckhoff
10. Oktober 2007, 10:56 Uhr

Wer mit Spielern und Verantwortlichen des B-Liga-Aufsteigers HSV Hilal derzeit spricht, dem bleibt die allgemeine Ausgeglichenheit der Duisburger nicht verborgen.

Ebenso Ausgeglichen wie die handelnden Akteure präsentiert sich die derzeitige Bilanz des Klubs. Vier Siege, ebenso viele Niederlagen und zwei Remis lassen die Hochfelder momentan von einem respektablen achten Tabellenplatz grüßen. Dabei hatte der Klub nach dem spektakulären Aufstiegskrimi gegen die Sportsfreunde Walsum- ein verwandelter Elfmeter kurz vor Schluss hatte den Rot-Weißen Tross im Juni jubeln lassen- in der Vorbereitung zur ersten A-Liga-Saison seit zwölf Jahren einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. "Drei Tage vor dem Ligastart hat uns Halit Sener in Richtung TuSpo Huckingen verlassen", erinnert sich HSV-Geschäftsführer Ibrahim Civan und ergänzt: "Halit war mit 29 Treffern unser Toptorjäger. So einen Mann zu kompensieren war und ist fast unmöglich." Und es kam noch schlimmer. Mit Osman Kara und Nizametin Akgüz, der bereits in der zweiten türkischen Liga aktiv war, fehlten in den ersten drei Partien weitere Stützen des Teams. "Ein weiteres Problem waren unsere Neuzugänge. Alle waren erst ab dem vierten Matchtag spielberechtigt.", komplettiert Mannschaftskapitän Temel Sahin das Anfangsdilemma des Staffel-Neulings.[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/173-2202_preview.jpeg Spielt eine wichtige Rolle beim Aufsteiger: Mannschaftskapitän Temel Sahin[/imgbox]

Mittlerweile spielen Kara und Akyüz wieder. Mit vier, beziehungsweise drei Toren haben beide Akteure fast die Hälfte aller Hochfelder Tore erzielt. Ebenso in Trefferlaune zeigte sich bis jetzt Samet Isen, der ebenfalls vier Mal traf. Bemerkenswert sind die insgesamt 16 "Buden" des Teams vor allem deshalb, da die Elf im Grunde ohne einen einzigen gelernten Stürmer in die bereits absolvierten Partien gegangen ist. "Unsere drei bisherigen Goalgetter sind keine gelernten Stürmer", bestätigt Funktionär Civan und kündigt für die Rückrunde personelle Verstärkung an: "Wir sind auf der Suche nach einem ausgebildeten Stürmer und haben unsere Fühler auch bereits in die eine oder andere Richtung ausgestreckt"

Ein Neuer soll auch für die Position zwischen den Pfosten her. "Nicht das wir ein Torwartproblem haben", spricht Civan Goalie Serda Yildirim sein Vertrauen aus und begründet die Suche nach einer Alternative im eigenen Gehäuse mit dem Niveau-Anstieg in der höherklassigen Liga: "Wir treffen jetzt auf stärkere Gegner. Da brauchen wir einfach zwei gute Keeper." Wer die Konkurrenz im HSV-Tor beleben soll, lässt der Offizielle offen: "Auch hier sind wir in unseren Planungen schon sehr weit. Einen Namen wollen wir aber noch nicht nennen."

Eine weitere Baustelle hat sich nach dem achten Spieltag aufgetan. Der bisherige Coach des Teams, Taner Derebasi, ist aus beruflichen Gründen von Bord gegangen. Mihridjan "Mimo" Jusipovic, Mitte der neunziger Jahre und zu Beginn des neuen Jahrtausends bereits schon einmal im Arbeiterstadtteil in Amt und Würden, hat das Ruder kommissarisch übernommen.

Personal-Planungen hin oder her, in einem sind sich Spieler und Funktionäre des Vereins einig: "Das wichtigste ist der Verein. Hier können wir noch einiges auf den Weg bringen." Eine neue Platzanlage wäre so ein Projekt, doch das ist Zukunftsmusik. "Wenigstens haben wir von der Stadt nun die Erlaubnis auf der Bezirkssportanlage 2 unsere Heimspiele austragen zu können", freut sich Civan über die Verwirklichung kleinerer Ziele und Spielführer Sahin gibt stellvertretend für die gesamte Equipe die Marschroute für die laufende Meisterschaft aus: "Erst müssen wir den Klassenerhalt klarmachen und dann können wir vielleicht ja sogar noch etwas nach oben schielen."

Autor: Moritz Rieckhoff

Mehr zum Thema

Kommentieren