Auf den ersten Blick ist es nur ein ganz normales, logisch nachvollziehbares Ergebnis. Galatasaray Mülheim, der aktuelle Tabellenzehnte der Landesliga 3 Niederrhein, verliert beim Tabellenführer SV Sonsbeck mit 0:2 (0:0). Doch ein Blick auf die Bank offenbarte am Sonntag Erstaunliches. Ali Eken führte das Kommando. Der Co-Trainer hatte nach dem Freitagtraining seinen Chef Sakis Papachristos gefeuert. revierkick.de fragte die Beteiligten:[i]Was war da los?[/i]

Landesliga 3 Niederrhein: Galatasaray Mülheim mit neuem Coach

Co-Trainer feuert seinen "Chef"

aer
25. September 2006, 11:10 Uhr

Auf den ersten Blick ist es nur ein ganz normales, logisch nachvollziehbares Ergebnis. Galatasaray Mülheim, der aktuelle Tabellenzehnte der Landesliga 3 Niederrhein, verliert beim Tabellenführer SV Sonsbeck mit 0:2 (0:0). Doch ein Blick auf die Bank offenbarte am Sonntag Erstaunliches. Ali Eken führte das Kommando. Der Co-Trainer hatte nach dem Freitagtraining seinen Chef Sakis Papachristos gefeuert. revierkick.de fragte die Beteiligten:[i]Was war da los?[/i]

Sakis Papachristos (Ex-Trainer Galatasaray): „Nach dem Freitagstraining kam es wieder einmal zu Streitigkeiten. Danach kam Co-Trainer Ali Eken wie der Generalmanager von Galatasaray Istanbul zu mir und sagte, dass zwei Spieler am Sonntag nicht auflaufen werden. Danach habe ich ihm gesagt: Wer am Sonntag spielt oder nicht spielt, das entscheide nur ich. Da hat er zu mir gesagt: ,Dann bist du entlassen’. Ich bin nach Hause gegangen, habe den Ehrenvorsitzenden angerufen, der konnte auch nichts mehr machen. Ich war nur eine kurze Zeit bei Galatasaray tätig, aber das hatte auch keinen Sinn mehr. Jede Woche musste ich mich an neue Leute gewöhnen. Wir hatten in meiner kurzen Zeit bei Galatasaray zwei Vorsitzende, viele verschiedene Vorstandsmitglieder. Ich hätte schon nach zwei Wochen wieder aufhören sollen. Besonders enttäuscht bin ich von meinem Co-Trainer. Es tut mir Leid um die Jungs. Wir haben genug gute Fußballer dabei.“

Ali Eken (neuer Trainer Galatasaray): „Es gab nach dem Training am Freitag Meinungsverschiedenheiten. Danach haben wir uns getrennt. Der Vorstand stand auf meiner Seite. Ich liebe diesen Verein und es musste etwas passieren. Vor einer Woche beim 1:2 gegen Klosterhardt haben wir uns abschlachten lassen. In Sonsbeck war die Situation für mich nicht leicht – so kurz nach dem Trainerwechsel. Der Vorstand war mit der Leistung der Mannschaft zufrieden. Ich bleibe bis zur nächsten Vorstandswahl Trainer. Die soll in anderthalb Monaten stattfinden. Dann werden wir sehen, ob mich der Vorstand noch will.“

Ach ja, der Vorstand. Da ist bei Galatasaray im Moment auch so einiges los. Der im Januar gewählte Vorsitzende Reza Merdese wurde vor drei Wochen in Abwesenheit abgewählt. Der Interimsvorsitzende Cengiz Günes will die Vereinsgeschicke nur vorübergehend leiten. Sportlich läuft es nur in der Jugendabteilung. Die erste Mannschaft verlor zwei Spiele in Folge, die Kreisliga-A-Reserve steht kurz vor der Auflösung. Bei Galatasaray gibt es viele Baustellen – und der Klub ist immer für eine kuriose Geschichte gut.

Autor: aer

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