Oberliga-Absteiger SG Wattenscheid 09 trumpft weiter mit einer weißen Heimweste auf: Das 2:0 (1:0) über den ersatzgeschwächten Lüner SV war der vierte Dreier auf eigenem Platz. Trainer Dirk Helmig:

Wattenscheid - Lüner SV 2:0 (1:0) / Helmig: "Fortschritte"

Sturm-Not! Bördeling feuerte Verteidiger Ekici nach vorne

Thomas Tartemann
06. Oktober 2007, 21:42 Uhr

Oberliga-Absteiger SG Wattenscheid 09 trumpft weiter mit einer weißen Heimweste auf: Das 2:0 (1:0) über den ersatzgeschwächten Lüner SV war der vierte Dreier auf eigenem Platz. Trainer Dirk Helmig: "Wir stehen gut da, es war ein verdienter Erfolg. Aber ich freue mich fast noch mehr über die Fortschritte, die meine Jungs machen. Man sieht von Woche zu Woche eine Weiterentwicklung."

Besonders schmeckte "Putsche" das 1:0 durch Dimi Ropkas, der von Timo Erdmann ais Grundlinien-Position per Flanke bedient wurde (36.). Der Coach: "Ein Klasse-Kopfballtor." Nach dem Wechsel zeigte sich Helmig überrascht. "Ich habe eigentlich noch nie erlebt, dass ein Gegner nach einem Pausen-Rückstand nicht auf den Ausgleich drängt, sondern in der eigenen Hälfte verharrt. Wir haben uns bestimmt zehn Minuten den Ball hin- und hergeschoben. Für die Fans war es nicht besonders schön."

Doch auch in diesem Punkt bewies die SG 09 eine gewisse Reife: "Wir haben Geduld gezeigt, auch so etwas gehört dazu, wenn man Erfolg haben will. Lünen hat in der Endphase alles probiert, uns ist das 2:0 durch Jonas Kaczenski gelungen. Insofern ging die Rechnung voll auf. Meine Truppe kann jetzt zwei Tage lang die Beine hochlegen, den Akku aufladen."

Andre Brösch, Mittelfeldspieler der Lüner, zur gewählten Taktik: "Das war aus der Not geboren. Wir hatten mit Dominik Hanke nur einen Stürmer zur Verfügung – und er hatte zwei Wochen lang nicht trainiert, war zum Schluss platt. In der Endphase haben wir hinten aufgelöst, unseren Abwehrchef Mark Bördeling nach vorne gezogen. Als Wattenscheid das 2:0 machte, war der Drops gelutscht."

Wie eng das personelle Kostüm beim LSV angelegt war, unterstreicht die Tatsache, dass Verteidiger Arkin Ekici in den letzten 15 Minuten Richtung Sturm beordert wurde. "Mit Thorsten Heinze hätte es bei uns vorne sicherlich anders ausgesehen", stellt Brösch fest, "aber er hatte am Freitag eine Zahn-Operation, konnte den Termin nicht mehr verschieden."
Nach dem verlorenen Torfabriken-Duell stuft Brösch die Lage realistisch ein: "Für ganz oben reicht es sicherlich nicht. Wir haben in Weißtal ein 0:2 kassiert, in Erndtebrück in der letzten Minute das 2:3 bekommen. Um ganz vorne zu landen, ist der Kader zu dünn, außerdem haben wir fünf, sechs ganz junge Spieler dabei. Für uns sollte ein guter Mittelfeld-Platz drin sein."

Und wie stuft "AB" den Tabellenführer ein? "Mit Ropkas und Toku hat Wattenscheid zwei richtig gute Leute, der Rest ist zwar nicht überragend, spielt aber abgeklärt. Ich bin sicher, dass es für alle Mannschaften schwer wird, in der Lohrheide etwas zu holen."

Wattenscheid: Pommer - Hensel, Keller, Schmitt (88. Luvuezo), Yesilmen – Tatar (64. Kaczenski), Yilmaz, Toku, Erdmann – Merhi (82. Thiers), Ropkas
Lünen: Bochtrup – Bördeling - Faralich, Chaou – Brösch, Mandanoglu, Kaczmarek, Ceylan, Kurt – Hanke (75. Ekici), Kumac.
Tore: 1:0 Ropkas (36.), 2:0 Kaczenski (85.).
Zuschauer: 597

Autor: Thomas Tartemann

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