Zwei Platzverweise, ein Ausgleichstreffer in den Schlussminuten sowie wüste Beschimpfungen nach dem Abpfiff: Das Spitzenspiel zwischen Arminia Marten und dem VfB Habinghorst bot bereits in 90 Minuten eine Menge Zünd- und viel Gesprächsstoff für die nächsten Tage. Doch damit nicht genug, brannten bei einigen Spielern nach Ende die Sicherungen durch. Im Kabinengang kam es zu einer wilden Prügelei, ein Spieler wurde verletzt, schließlich Polizei und Krankenwagen gerufen.

Bezirksliga 15: Polizeieinsatz überschattet Spitzenspiel

Schlägerei im Kabinengang

24. September 2006, 23:00 Uhr

Zwei Platzverweise, ein Ausgleichstreffer in den Schlussminuten sowie wüste Beschimpfungen nach dem Abpfiff: Das Spitzenspiel zwischen Arminia Marten und dem VfB Habinghorst bot bereits in 90 Minuten eine Menge Zünd- und viel Gesprächsstoff für die nächsten Tage. Doch damit nicht genug, brannten bei einigen Spielern nach Ende die Sicherungen durch. Im Kabinengang kam es zu einer wilden Prügelei, ein Spieler wurde verletzt, schließlich Polizei und Krankenwagen gerufen.

Die Vorgeschichte des traurigen Nachspiels spielte sich zuvor in den 90 Minuten auf aber vor allem neben dem Platz ab. Erst wurde Martens Geschäftsführer Stefan Mitze, dann Trainer Ecki Eigenwillig vom Spielfeldrand verwiesen. Schließlich gesellten sich zwei Martener Spieler mit "Gelb-Rot" dazu. Es folgte der 2:1-Anschlusstreffer für den VfB Habinghorst und viel Aufregung um einen vermeintlichen nicht gegebenen Elfmeter. Das 2:2 in der 88. Minute und acht Minuten Nachspielzeit brachten die Martener Fans schließlich komplett in Rage. Sie fühlten sich vom Unparteiischen betrogen und ließen ihren Unmut an den Habinghorster Spielern aus. Was folgte waren Beschimpfungen, die zu wüsten Tumulten und einer handfesten Schlägerei führten.

Revierkick.de fragte beide Trainer: "Was war da los?"

"Ecki" Eigenwillig (Trainer SV Arminia Marten):

"Das war ein richtiges Spitzenspiel, super Fußball. Mit dem Schiedsrichter sind wir allerdings nicht zufrieden. Aber auf dem Platz war noch alles in Ordnung, die Aufregung kam erst nach dem Schlusspfiff von außen rein und übertrug sich dann auf die Spieler. Da fällt auch schon mal das Wort Penner oder so etwas auf dem Weg in die Kabine. Dann wurde geschubst, aber wer da wann wen angegriffen hat, kann ich gar nicht sagen. Da hatten sich einige Spieler miteinander beharkt, auch Zuschauer sind beteiligt gewesen. Es kam anscheinend zu Schlägen und Tritten. Das ist total eskaliert. Zwei Spieler sind einen Hang runtergestürzt und ein Habinghorster hat sich verletzt. Als die Polizei dann kam, hatte sich alles schon wieder einigermaßen beruhigt. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich eigentlich ein ganz ruhiger Vertreter bin und ein gutes Verhältnis zu den Kollegen pflege. Das ist auch im Falle von Dieter Beleijew so und wird auch so bleiben. Wir haben uns beide total schockiert angeguckt, sowas haben wir nämlich beide noch nie erlebt. Mit meinen Spielern werde ich auch noch mal reden, sowas darf nicht passieren. Der Besonnenheit einiger Spieler, der Trainer und vernünftiger Zuschauer ist zu verdanken, dass nicht noch mehr passiert ist. Traurig, dass das tolle Spiel jetzt einen solchen Beigeschmack bekommen hat."

Dieter Beleijew (Trainer VfB Habinghorst):

"Das war natürlich ein wichtiges Spiel für Marten.Während der neunzig Minuten war alles okay, die Spieler kennen sich ja auch. Die beiden Platzverweise waren berechtigt und der Ausgleich verdient, aber ich verstehe auch, dass der Ecki Eigenwillig das vielleicht anders sieht. Meiner Meinung nach haben die Zuschauer die Atmosphäre aufgeheizt, das kam von außen. Nach Spielende mussten die Ordner schon den Schiedsrichter vom Platz begleiten. Die Tumulte wurden größer, besonnene Leute von beiden Seiten versuchten zu schlichten. Ich habe regelrecht gezittert und hatte Angst um die Gesundheit der Spieler. Bei den Handgreiflichkeiten ist dann unser Markus Plagge gestürzt und lag wehrlos auf dem Boden, als ein Martener Spieler ihn an den Kopf trat. Das ist Körperverletzung, da haben wir die Polizei gerufen, die auch die Personalien der Beteiligten aufgenommen hat. Die Verletzung ist aber nicht ganz so schlimm gewesen, wie es zuerst aussah, deshalb konnte der Krankenwagen dann auch wieder fahren. Es gab mehrere Augenzeugen, der Täter hatte aber soviel Courage zuzugeben, was er gemacht hat und sich auch bei meinem Spieler entschuldigt. Der hat die Entschuldigung angenommen und will wohl auch keine Anzeige erstatten. Und der Martener meinte, dass er selbst nicht verstehen könne, was in ihm da vorging. Deshalb hab ich die Hoffnung, dass das damit erledigt ist und es beim Rückspiel nur um den Sport geht."

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