Umschalten ist angesagt, bereits am kommenden Sonntag steht auch für die

Nach WM-Triumph folgt Arbeit am "Premiumprodukt"

Jetzt "ganz neue Geschichte"

og
05. Oktober 2007, 09:19 Uhr

Umschalten ist angesagt, bereits am kommenden Sonntag steht auch für die "Golden Girls" - auch bei einem WM-Triumph durch das 2:0 über Brasilien ist dieser Begriff passend - schon wieder der "schnöde" Alltag an: Bundesliga. Schönebeck empfängt am Stoppenberger Hallo Turbine Potsdam (14 h), Duisburg fährt nach Crailsheim (14 h), Wattenscheid hat Saarbrücken zu Gast (14 h). SGW-Trainerin Tanja Schulte, die genau wie Schönebecks Coach Ralf Agolli und Duisburgs Sportvorstand Dieter Oster beim WM-Endspiel in Shanghai war, erklärt: "Wir können am Sonntag weder absteigen noch den Klassenerhalt sichern, mit einem Sieg wären wir jedoch wieder im Geschäft".

Am Samstag Abend wird es wohl alles noch einmal richtig aufleben, das ZDF-Sportstudio - das mediale Schlachtross - hat eine komplette Einladung ausgesprochen. Denn eines ist klar: Der Frauenfußball ist in Mode gekommen. Bundestrainerin Silvia Neid: "Ich bin unglaublich stolz auf die Truppe."

Den golden Pokal hat sicherlich jede Akteurin des meisterlichen Kaders von Neid mehr als einmal geherzt, ins Bett mitgenommen hatte ihn Birgit Prinz, die "schön darauf aufgepasst" hat. In den direkten Tagen nach dem Coup im Land des Lächelns konnte man bei den Spielerinnen sicherlich von einer Reizüberflutung sprechen, für Sachlichkeit ist später noch Zeit - allerdings: Sonntag ist sie ein Muss.

Verplant werden müssen auch die verdienten 55000 Euro Prämie, die jede Akteurin auf ihr Konto überwiesen bekommt. Und das "wirklich verdient", wie sich DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, festlegt, der von "hervorragender Repräsentierung" in der ganzen Welt spricht. So dass "Krümel" (Zwanziger) unangebracht sind.

2011 soll die nächste WM in Deutschland stattfinden, daran zweifelt niemand mehr. Die nächste Etappe, um den Frauenfußball - ohnehin boomend - noch besser zu vermarkten. Die Entscheidung fällt Ende Oktober durch die FIFA in Zürich. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter: "Deutschland steht in einer gewissen Favoritenrolle, aber Australien und Kanada haben ebenfalls gute Bewerbungen abgeliefert." Er muss das so formulieren. Chinas WM war für Blatter ein "voller Erfolg". Nahezu 40.000 Zuschauer (alle aus eigener Motivation?) im Schnitt, weltweit waren 220 TV-Anstalten dabei. Die Konzentration galt dem Sport - über Politik und Gesellschaft wurde nicht kritisch berichtet.

Die Liga muss "spannend und ausgeglichen" sein, wie Siggi Dietrich, Manager des 1.FFC betont. Um der Nationalmannschaft leistungsfähiges Potenzial zu liefern. Dietrich, ein Vorreiter in Sachen Marketing, nennt es "Premiumprodukt".

Logisch, dass sich nicht nur die aktuellen Clubs der Bundesliga bemühen, den erhöhten Ansprüchen - fast ausschließlich basierend auf Ehrenamtlichkeit - gerecht zu werden. Große Vereine wie Bayern München, Werder Bremen, Hamburger SV, VfL Wolfsburg und auch der FC Schalke 04 haben das Segment - um in der Sprache des Marketings zu bleiben - entdeckt. Kein Zweifel, bis 2011 wird sich da noch weitaus mehr tun.

Prinz gibt es, neben ihr werden weitere "Typen" empor streben. Der Frauenfußball ist nicht mehr das unattraktive "Heimchen". Die Nationalmannschaft - als ein Spiegel der Bundesliga - muss sich optisch in keinster Weise verstecken. Ideal, um die Medien auf den Plan zu rufen. Zwanziger spricht in diesem Fall von "einer ganz neuen Geschichte". Die es auch zu steuern gilt.

Zwanziger nennt eine "Chance in einer Welt, die von Medien und Kommunikation geprägt ist". Es gibt auch im Revier Kandidatinnen, die genau ins Profil passen: Jung, frisch, gutaussehend: Simone Laudehr, Lira Bajramaj, Linda Bresonik - alles beispielhaft. "Ich bin total stolz, es ist ein Traum", erklärt Laudehr. Oder: "Der helle Wahnsinn."

Autor: og

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