Nach dem Start am Freitag in Bergeborbeck hat am Samstag auch der Essener Süden im Löwental die 24. Auflage der Hallenstadtmeisterschaft eröffnet. Und es kam fast zu der ersten Sensation. Aber eben nur fast.

Halle Essen

Landesligist schrammt an Riesen-Blamage vorbei

Krystian Wozniak
06. Januar 2018, 21:08 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

Nach dem Start am Freitag in Bergeborbeck hat am Samstag auch der Essener Süden im Löwental die 24. Auflage der Hallenstadtmeisterschaft eröffnet. Und es kam fast zu der ersten Sensation. Aber eben nur fast.

Der Tag startete mit einer Fünfer-Gruppe, in der nur der Tabellenletzte die Segel streichen musste. Vom Papier her war es eigentlich eindeutig. Die Landesligisten Sportfreunde Niederwenigern, ESC Rellinghausen, sowie die Bezirksliga-Vertreter Blau-Gelb Überruhr und Steele 03/09 hätten eigentlich A-Ligist SuS Niederbonsfeld im Griff haben müssen. Eigentlich. Denn es kam ganz anders.

Niederbonsfeld gewann nach zuvor zwei Remis und einer 0:5-Niederlage gegen Rellinghausen das letzte Gruppenspiel gegen Niederwenigern und qualifizierte sich für die Vorrunde. "Das ist der Wahnsinn. Was die Jungs rausgehauen haben, macht mich unheimlich stolz. Siege gegen Niederwenigern sind doppelt schön - auch in der Halle", freute sich Detlef Pehlke, Sportlicher Leiter der Bonsfelder, über den 2:1-Erfolg im Hattinger Derby. Niederwenigerns Trainer Jürgen Margref konnte die Niederlage verschmerzen: "Wir tun uns schon traditionell in der Qualifikation schwer. Vor zwei Jahren waren wir schon ausgeschieden und durften nur aufgrund eines Fehlers des FSV Kettwig bei den Spielerpässen weitermachen. Und was passierte? Wir haben den Titel geholt. Deshalb sehe ich unsere mäßige Vorstellung in der Quali sogar als gutes Omen."

Wir haben unseren Hallenkader am Freitagabend gegen 23 Uhr beim Knobeln zusammengestellt
Mario Salogga, Sportlicher Leiter BG Überruhr

Darauf wird auch Rellinghausens Trainer Marco Guglielmi hoffen. Denn sein ESC tat sich überraschenderweise sehr schwer und musste bis zum letzten Spiel um das Weiterkommen zittern. Der Landesligist ging mit drei Punkten gegen Steele, das zwei Zähler auf dem Konto hatte, in die letzte Gruppen-Partie. Ein Ausscheiden des ESC Rellinghausen hätte eine Riesen-Blamage bedeutet. Doch dazu kam es nicht. Der Mitfavorit quälte sich zu einem 3:1-Sieg und konnte letztendlich durchatmen. "Das geht definitiv besser. Aber wir haben das Vorrunden-Ticket gelöst und das zählt am Ende", atmete Guglielmi, der am Saisonende sein Traineramt niederlegen wird, durch. Er ergänzte: "Eigentlich habe ich die Halle nie so bierernst genommen. Doch das ist jetzt meine letzte Runde mit dem ESC und dieses Jahr sehe ich das anders. Ich will mich hier vernünftig verabschieden und am liebsten die Hallenkrone gewinnen. Ich weiß nämlich nicht, ob ich in Zukunft wieder eine Mannschaft wie Rellinghausen trainieren werde, die realistische Chancen auf den Sieg bei einer Hallenstadtmeisterschaft hat.

Diese dürfte in diesem Jahr auch Bezirksliga-Spitzenreiter Blau-Gelb Überruhr besitzen. Die Vorstellung in der Qualifikation war jedenfalls souverän. Mario Salogga, Sportlicher Leiter, hält den Ball aber flach: "Diese Ambitionen verfolgen wir gar nicht. Wir haben unseren Hallenkader am Freitagabend gegen 23 Uhr beim Knobeln zusammengestellt. Da sind Jungs aus der U19, der Reserve und der Ersten dabei. Wir wollen Spaß haben und die Hallenrunde genießen. Wir haben überhaupt keinen Druck."

Souveräner Auftritt des Titelverteidigers

Am Samstag startete auch der Vorjahressieger die Mission Titelverteidigung. Der SV Burgaltendorf demonstrierte seine Stärke und zog mit neun Punkten und 19:1 Toren in die nächste Runde ein. "Das war lediglich eine Pflichtaufgabe. Jetzt schauen wir von Woche zu Woche", resümierte ein zufriedener Sportlicher Leiter Jörg Oswald. Neben dem Landesligisten zogen auch die A-Ligist VfL Sportfreunde 07 sowie B-Ligist Yurdum Spor Essen in die nächste Runde ein. Das Nachsehen hatte der SV Leithe. "Das war einfach zu wenig. Wenn man weiterkommen will, dann muss man viel mehr investieren. Unsere Hauptaugenmerk gilt aber dem Abstiegskampf in der Kreisliga A", sagte Trainer Günter Ermels.

Am Abend löste neben Fortuna Bredeney, der Essener SG 99/06, SV Isinger Kray, RSC Essen und dem FSV Kettwig auch Freizeitligist SG Heisingen das Ticket für die nächste Runde. SG Werden 80 und Winfried Huttrop schieden aus. Dominic Waldbauer, die Nummer zehn und Routinier des Freizeitligisten SG Heisingen, freute sich sehr: "Wir haben gezeigt, dass wir gut kicken können. Der 9:1-Sieg gegen SG Werden 80 und vor allem das 2:2 gegen die starke ESG sind tolle Ergebnisse. Mal schauen, was jetzt die Auslosung bringt. Wir wollen aber natürlich noch eine Runde weiterkommen."

Autor: Krystian Wozniak

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