„Können Blinde Ballspielen?“ - Mit dieser Frage nahm das WDR seine Zuschauer am Sonntag, den 23.September 2007 mit auf eine fünfminütige Reise zum Mondscheincup – der Goalball-Weltpremiere unter freiem Himmel, die einen Tag zuvor im Bottroper Jahnstadion für Begeisterung sorgte. „Das war eine tolle Geschichte“, zeigte sich Peter Efing, Pressesprecher von Hauptsponsor ELE, über die Veranstaltung des Vereins „Hilfe für das autistische Kind RV westliches Ruhrgebiet e.V.“ begeistert. Im Vordergrund stand an diesem Abend das Erlebnis.

Open Air-Weltpremiere für Goalball beim Mondscheincup in Bottrop

„Das war eine tolle Geschichte“

fz/tw
03. Oktober 2007, 23:32 Uhr

„Können Blinde Ballspielen?“ - Mit dieser Frage nahm das WDR seine Zuschauer am Sonntag, den 23.September 2007 mit auf eine fünfminütige Reise zum Mondscheincup – der Goalball-Weltpremiere unter freiem Himmel, die einen Tag zuvor im Bottroper Jahnstadion für Begeisterung sorgte. „Das war eine tolle Geschichte“, zeigte sich Peter Efing, Pressesprecher von Hauptsponsor ELE, über die Veranstaltung des Vereins „Hilfe für das autistische Kind RV westliches Ruhrgebiet e.V.“ begeistert. Im Vordergrund stand an diesem Abend das Erlebnis.

Goalball, eine paralympische Ballsportart für Sehbehinderte und Blinde, wurde weltweit bisher nur in der Halle ausgetragen. Auf einem grünen Teppich im Bottroper Mondschein und von Schwarzlicht beleuchtet, fand zum ersten Mal weltweit eine Partie an freier Luft statt. Dass beim Länderspiel zwischen der favorisierten deutschen und der niederländischen Nationalmannschaft am Ende die Gastgeber mit 14:11 die Nase vorn hatte, war nur eine Randnotiz. Auch Knut Kursawe, der Bundestrainer des deutschen Teams, zeigte sich fasziniert. „Ich war richtig begeistert. Da hat alles gepasst. Dieser Auftritt hat sich auf jeden Fall gelohnt“, lobte der Gesundheitsberater.
Dass sich nach dem Länderkampf auch Nicht-sehbehinderte Sportler aus anderen Disziplinen, unter anderem die Schalke Baskets, in Showkämpfen mit dem Goalball versuchten, freute Kursawe. „Von außen sieht das ja immer so locker aus. Aber es ist dramatisch, sein Augenlicht zu verlieren. So kann man sehen, dass diese Sportart gar nicht so einfach ist.“ Die Handballer des Regionalligisten VfL Gladbeck taten sich in ihrem ersten Goalball-Versuch ebenso schwer wie die Gegner aus Gelsenkirchen. Dass am Ende die Basketballer aus der Nachbarstadt knapp die Nase vorn hatten, war eher unwesentlich, denn das neue Erfahrungsfeld sorgte bei den Hünen der königsblauen Korbjäger in erster Linie für jede Menge Spaß. Rund 200 Zuschauer im gut gefüllten Mittelblock der Haupttribüne waren begeistert.
„Es war für uns eine einzigartige Erfahrung. Es sieht sehr leicht aus, wenn man nur zuschaut, aber wenn man sich dann selber erprobt und gänzlich auf sein Gehör verlassen muss, ist man in einer völlig anderen Welt,“ befand Nicole Koppenborg von den weiblichen Judoka des Bottroper JC66, die im Vergleich mit den Volleyballerinnen des VC90 knapp mit einem Tor die Oberhand behielt. „Es wäre schade, wenn diese Veranstaltung nicht eine Fortsetzung finden würde“, fasste Peter Efing die Stimmung zusammen.
Vielleicht heißt es dann 2008 erneut "In der Stille der Nacht hörst du den Ball" im Bottroper Jahnstadion. Dass der Wettergott im kommenden Jahr ähnlich gut mitspielt wie am 22. September, als der Mondschein am Horizont den Titel des Events wahrhaftig machte, bleibt zu hoffen.

Autor: fz/tw

Kommentieren